Der Kompass der internationalen Klimapolitik
Weltklimarat

Der Weltklimarat
Der Weltklimarat („Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen“, engl. Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) arbeitet im Auftrag der Vereinten Nationen (engl. United Nations, UN). Er wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) gegründet.
Der IPCC wertet den wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Klimawandel systematisch aus. Alle sechs Jahre bringt er einen umfangreichen Lagebericht mit allen aktuellen Erkenntnissen zum Weltklima heraus, den Sachstandsbericht (Assessment Report). Diese gelten als die verlässlichste wissenschaftliche Grundlage zum globalen Klimawandel und bilden die wissenschaftliche Grundlage für politische Beschlüsse wie das Kyoto-Protokoll oder das Pariser Klimaabkommen.
Wer ist im IPCC?
Mitglieder des IPCC sind Staaten, die der UN oder der WMO angehören. Derzeit sind es 195 Mitgliedsländer, die über Delegierte an Sitzungen und Entscheidungen teilnehmen. Neben Regierungsvertreter*innen arbeiten Tausende freiwillige Wissenschaftler*innen aus aller Welt als Autor*innen und Gutachter*innen an den Sachstandsberichten mit. Zusätzlich gibt es eine Führungsebene mit einem gewählten Vorsitz sowie Arbeitsgruppen, die unterschiedliche Aspekte des Klimawandels bearbeiten.
Welche Rolle nimmt der IPCC ein?
Der IPCC betreibt keine eigene Forschung, sondern bewertet die Ergebnisse tausender wissenschaftlicher Studien zu Ursachen, Folgen und Risiken des Klimawandels sowie zur Anpassung und Minderung. Er stellt allen politischen Entscheidungsträger*innen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Verfügung, die in der wissenschaftlichen Gemeinschaft die höchste Zustimmung erhalten.
Seine Berichte dienen als zentrale Grundlage für nationale Klimapolitik und internationale Verhandlungen, etwa im Rahmen der UN-Klimarahmenkonvention und des Pariser Abkommens. Unter dem Schlagwort der „best available science“ stützen sich die Klimakonferenzen auf IPCC-Erkenntnisse, auf deren Grundlage am Ehesten weitreichende Beschlüsse getroffen werden können. Der IPCC gibt also die Wissenschaft wider, ist politisch relevant, trifft aber keine politischen Entscheidungen oder Vorschriften.
Was sind die Sachstandsberichte des IPCC?
Ein Sachstandsbericht des IPCC ist eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Zusammenfassung des weltweiten Wissensstands zur Klimakrise, seiner Ursachen, Folgen sowie zu Möglichkeiten der Anpassung und Minderung. Er entsteht in einem mehrjährigen Prozess (meist sechs bis sieben Jahre), in dem hunderte bis tausende Wissenschaftler*innen aus aller Welt bereits veröffentlichte Studien auswerten. Sie selbst betreiben keine neue Forschung.
Zu Beginn wird in sogenannten Scoping-Meetings festgelegt, welche Themen der Bericht abdecken soll; anschließend werden Autor*innenteams ausgewählt und erste Entwürfe geschrieben. Diese Entwürfe durchlaufen mehrere internationale Begutachtungsrunden durch Fachleute und Regierungen, wobei alle Kommentare dokumentiert und beantwortet werden müssen. Der Bericht besteht aus drei Fachbänden und einem Synthesebericht; zusätzlich gibt es eine „Summary for Policymakers“, die am Ende von den Mitgliedstaaten gemeinsam mit den Autor*innen Zeile für Zeile verabschiedet wird.
Letzte Aktualisierung: 07/2026
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