Einzigartiger Lebensraum zwischen Land & Wasser
Das Wattenmeer

- Das Wattenmeer erstreckt sich von der niederländischen Insel Texel bis zum dänischen Esbjerg.
- Geprägt von einer hohen Dynamik, im Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut, gehen Salzwiesen in ausgedehnte Wattflächen und Prielsysteme über.
- An den Inselketten trifft die offene See auf das Wattenmeer und es bilden sich Strände und Dünenlandschaften.
Das Wattenmeer bietet artenreiche Lebensräume
Die vielfältigen Lebensräume des Wattenmeers beherbergen mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten. Der reich gedeckte Tisch aus Borstenwürmern, Muscheln, Seesternen, Strandkrabben und den allgegenwärtigen Schlickkrebsen bietet jährlich über zehn Millionen Zugvögeln ausreichend Nahrung. Bedrohte Vogelarten, wie Knutts, Austernfischer und verschiedene Regenpfeiferarten, finden hier ein Zuhause.
Intakte Seegraswiesen sind Hotspots der Artenvielfalt, Kinderstube zahlreicher Fischarten und tragen zusammen mit den Salzwiesen zur Kohlenstoffspeicherung und zum Schutz unserer Küsten bei. In den dauerhaft vom Meerwasser überspülten Bereichen finden sich Seenadeln und Seepferdchen, in den Prielsystemen leben faszinierende Meeressäuger, wie der stark gefährdete Schweinswal, Kegelrobben und Seehunde.
Spezialisten im Wattenmeer
Viele der im Wattenmeer lebenden Tiere und Pflanzen müssen sich an die herausfordernden Bedingungen anpassen. Der stetige Wechsel der Gezeiten führt dazu, dass Teile des Wattenmeers zweimal am Tag trockenfallen, Wind und Sonne ausgesetzt sind, um dann wieder in den Fluten zu verschwinden. Der hohe Salzgehalt, im Wasser aber auch im Boden, erschwert die Wasseraufnahme vieler Pflanzen, welche mit unterschiedlichen Strategien darauf reagiert haben. Temperaturschwankungen und starke Wellenbewegungen sind weitere Herausforderungen an die Tier- und Pflanzenwelt und so ist es nicht verwunderlich, dass im Wattenmeer besonders viele Spezialisten anzutreffen sind.
Für rund 50 Vogelarten, darunter Löffler, Ringelgans und Rotschenkel, sind Salzwiesen ein unverzichtbarer Rast- und Brutplatz. Auch rund 1.650 Spinnen und Insekten sollen sich hier tummeln. So ganz genau vermag das noch niemand zu sagen. Darunter finden sich echte Experten wie der Prächtige Salzkäfer, der sich im oberen Bereich seiner Wohnröhre einen kleinen Algenvorrat für schlechte Zeiten anlegt. Oder die Gelbe Wiesenameise, die von den Ausscheidungen der Wurzellaus lebt und sich daher im eigenen Nest eine Läusezucht hält.
















