Eine Zukunft für Meer und Mensch

Meerespolitik 2025

Gesunde Meere sind unverzichtbar. Doch wohin steuert die Politik angesichts von Umweltkrisen und einem Krieg in Europa? Deutsche Meeresschutzorganisationen haben die wichtigsten Punkte für eine zukunftsfähige deutsche Meerespolitik zusammengestellt.
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Nahaufnahme einer ausgebleichten Koralle.
Je wärmer die Meere, desto häufiger bleichen Korallen lebensbedrohlich aus© Foto: NABU/H. Frei

Die alarmierenden Berichte des Weltklimarats (IPCC) und Weltbiodiversitätsrats (IPBES) haben uns vor Augen geführt, in welchem besorgniserregenden Zustand die Ozeane sind. Die größten und ältesten Ökosysteme der Erde werden wärmer, saurer, sauerstoff- und artenärmer. Infolgedessen nehmen Ökosystemleistungen und die Produktivität dramatisch ab. Auch in Nord- und Ostsee: Umweltziele wurden verfehlt, ein Drittel der Arten und Lebensräume stehen hier auf der Roten Liste.

Zuerst schien es so, als hätte die Politik die prekäre Lage der Meere begriffen. Mit einer Meeresoffensive zum Schutz der Meeresnatur sollte die Trendwende eingeleitet werden, wie bereits das namensgleiche Papier der Verbände zur Bundestagswahl 2021 forderte.

Nach Hoffnung droht Ernüchterung

Doch einige Jahre später herrscht Ernüchterung. Viele der guten Vorhaben des Koalitionsvertrags befinden sich noch immer in der Umsetzung oder wurden gar nicht erst angegangen. Die Meeresoffensive ist steckengeblieben! Trotz einiger Lichtblicke, wie Fischereiregulierungen in Teilen der Meeresschutzgebiete der deutschen Nord- und Ostsee oder der beginnenden Munitionsbergung in unseren Meeren, wird die Industrialisierung der Meere weiter massiv vorangetrieben, Nutzungen nicht an den Belastungsgrenzen der Ökosysteme ausgerichtet.

Es hakt beim Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Der Wirtschaftsstandort Deutschland und die Sicherheitspolitik dominieren aktuelle Diskussionen. Dabei wird die Rolle der Meere bei möglichen Lösungsansätzen zu häufig missachtet. Der Erhalt lebenswichtiger Funktionen der Meere, zum Beispiel als natürliche Kohlenstoffsenke, spielt bei Entscheidungs- und Abwägungsprozessen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Seegraswiesen gehen durch Nährstoffüberlastung und Zerstörung immer mehr zurück© Foto: Jan Piecha

Politische Meeresschützer*innen gesucht

Grund genug, um mit zwölf weiteren Organisationen in einem Papier die Kernelemente für eine zukunftsfähige Meerespolitik auszuarbeiten und die nationale und internationale Verantwortung Deutschlands für den Meeresschutz hervorzuheben.

Denn eins ist klar: Der schlechte Zustand unserer Meere verlangt rasches Handeln und die Umsetzung von Meeres-, Natur- und Klimaschutzmaßnahmen. Politischer Wille aller Akteur*innen und Entscheidungsträger*innen ist hierfür eine unabdingbare Voraussetzung.

ein Schwarm Alpenstrandläufer am Meer
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Meere im Kampf gegen Klimakrise und Artensterben

Die stetig zunehmenden menschlichen Aktivitäten in unseren Meeren verstärken die Klima- und Biodiversitätskrise, mit enormen Auswirkungen auf die Meeresökosysteme. Mit unserem gemeinsamen Papier senden wir einen dringenden Appell an alle Ministerien als auch die aktuellen und zukünftigen Mitglieder des Deutschen Bundestages, der Meeresschutzpolitik endlich mehr Bedeutung zukommen zu lassen:

Das vollständige Papier:

Unterzeichnende Organisationen: Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Deepwave, Deutsche Stiftung Meeresschutz, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring (DNR), Environmental Justice Foundation (EJF), Fair Oceans, Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace, M.E.E.R., Naturschutzbund Deutschland (NABU), Whale and Dolphin Conservation (WDC), WWF

Letzte Aktualisierung: 10/2025

Ansprechperson

Dr. Kim Cornelius Detloff
Leiter Meeresschutz
030-284984-1626
Kim.Detloff@NABU.de

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