Vogelfutter, Futterhäuschen und Co.

Tipps zur Vogelfütterung

Wildvögel richtig füttern – aber wie? Wir zeigen, wann Vogelfütterung sinnvoll ist, welche Vogelarten welches Futter brauchen und wie man typische Fehler an der Futterstelle vermeidet.
Spatzen am Futtersilo
Feldsperlinge an der Futterstelle© Foto: © Arne von Brill

Das Wichtigste in Kürze:

 

  • Winterfütterung von November bis Februar ist vor allem bei Frost und Schnee sinnvoll und ermöglicht intensive Naturbeobachtungen.
  • Die Fütterung ersetzt keinen naturnahen Garten und hilft gefährdeten Vogelarten kaum.
  • Sommerfütterung ist umstritten und erfordert besondere Vorsicht.
  • Unterschiedliche Vogelarten brauchen unterschiedliches Futter.
  • Hygiene an der Futterstelle ist wichtig, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Vogelfütterung – ja oder nein?

Die Vogelfütterung im Winter hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Neben dem Aufhängen von Nistkästen ist sie wohl die beliebteste Form des Vogelschutzes. Doch kaum ein Thema wird unter Vogelbegeisterten so kontrovers diskutiert wie die Fütterung von Wildvögeln.

Gefährdete Arten profitieren kaum

Richtig ist, dass die Fütterung von Vögeln kaum zum Schutz gefährdeter Vogelarten beiträgt. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt lediglich 10 bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören zum Beispiel Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln. Die meisten von ihnen haben stabile oder wachsende Populationen, und keine dieser Arten ist in ihrem Bestand gefährdet. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, erreicht das Füttern rund ums Haus also nicht die Vögel, die im Mittelpunkt notwendiger Schutzbemühungen stehen oder stehen sollten.

Naturerlebnis und Wissensaufbau

Trotzdem finden wir: Richtig betrieben ist die Vogelfütterung besonders im Winter von November bis Februar Hilfe und Naturerlebnis zugleich. Besonders an Futterstellen lassen sich die Tiere nämlich aus nächster Nähe beobachten. So lässt sich durch das Füttern nicht nur Natur erleben, sondern es vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Nicht selten weckt der Spaß dann auch das Interesse, selbst aktiv zu werden und sich im Naturschutz zu engagieren. 

Viele Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, zu helfen, einfach etwas zu tun. So ist oft der nächste Schritt, den eigenen und häufig viel zu eintönigen Garten vogelfreundlich zu gestalten. Das eine tun und das andere nicht lassen – unter diesem Motto könnten sich Winterfütterung und Naturschutz treffen.

Fütterung im Sommer

Wie sinnvoll Sommerfütterung ist, ist umstritten. Sie kann Altvögeln die Nahrungssuche erleichtern und damit indirekt auch ihren Jungen helfen. Gleichzeitig zeigen Studien, dass vor allem fettreiches Futter im Winter und Frühjahr die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann: Es schlüpfen weniger Junge, und der Vorteil durch Zufütterung gleicht das nicht immer aus.

Problematisch wird es, wenn Altvögel Körnerfutter an ihre Jungen weitergeben. Diese brauchen – mit wenigen Ausnahmen wie Tauben oder Gimpel – vor allem proteinreiche Insekten. Größere Samen, Sonnenblumenkerne oder Nussstücke können für Jungvögel sogar gefährlich werden und zu tödlichen Verdauungsproblemen führen.

Hinzu kommt im Sommer ein höheres Risiko für ansteckende Krankheiten an Futterstellen, etwa durch Trichomonaden, die insbesondere Grünfinken befallen oder dem Bakterium Suttonella ornithocola, mit dem sich Blaumeisen anstecken können. Zudem begünstigt vegetarisches Zusatzfutter vor allem häufige Standvögel und verschärft damit die Konkurrenz für stärker gefährdete Zugvögel wie den Trauerschnäpper, die auf Insekten und freie Brutplätze angewiesen sind. Wer im Sommer füttern will, sollte strengere Regeln beachten.

Zusätzlichen Regeln für die Sommerfütterung:

 

  • Von April bis Juli kein Fettfutter und keine großen, fettreichen Samen, Nussbruchstücke oder Sonnenblumenkerne anbieten. Getrocknete Insekten nur in kleinen Mengen verfüttern. Besser geeignet sind lebende, frischtote oder aufgetaute Insekten sowie kleine, fettarme Samen, beispielsweise von Brennnessel, Birke oder Gräsern. Diese sind im Handel als „Waldvogelfutter" erhältlich.
  • Besonders auf die Hygiene achten, da sich an Futter- und Wasserstellen gefährliche Krankheitserreger wie Trichomonaden oder das Bakterium Suttonella leichter verbreiten können. Futter- und Wasserstellen daher regelmäßig reinigen.
  • Bei kranken oder toten Vögeln die Fütterung sofort einstellen und erst im nächsten Winter wieder aufnehmen.

Welcher Vogel frisst was?

In ihrer Ernährungsweise teilen sich die Vögel in zwei Gruppen: Weichfutterfresser und Körnerfresser.

Weichfutterfresser

Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Sie fressen tierische Kost, feine Sämereien oder Früchte. Reine Weichfutterfresser sind Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Biete ihnen Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder in Fachgeschäften erhältliches Mischfutter in Bodennähe an. Ein besonderer Leckerbissen sind in heißem Öl getränkte Haferflocken. Achte darauf, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln verfüttern. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.

Allesfresser

Die flexibleren Arten unter den Weichfressern, die „Allesfresser“ wie Meisen, Spechte oder Kleiber können im Winter auf Körnerfutter umstellen und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn an. Für die Weichfutter- und Allesfresser eignen sich auch Fett-Körner-Mischungen (Meisenknödel, Ringe), sofern diese gut erreichbar sind. Die meisten reinen Weichfutterfresser nehmen diese Talgmischungen aber bevorzugt zerbröselt vom Boden auf. Das Fett ersetzt dabei die tierische Kost. Solche Fett-Körner-Mischungen haben zudem den Vorteil, dass die Körner in einem Fettgemisch vor Nässe geschützt sind.

Körnerfresser

Zu den Körnerfressern zählen beispielsweise Finken, Sperlinge und Ammern. Sie sind mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet und fressen Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien aus Futtermischungen.

Welche Futtermischungen sind geeignet?

Grundsätzlich gilt: Herkömmliche Futtermischungen können den vielfältigen Ansprüchen unserer heimischen Vögel kaum gerecht werden. Die Vielfalt an Nahrungsquellen in einer vom Menschen unberührten Landschaft ist nun einmal von keiner Futtermischung zu erreichen. Du kannst jedoch mit natürlichen Futterquellen in deinem Garten dafür sorgen, dass Vögel bei dir reichlich Nahrung finden – ganz ohne fertiges Vogelfutter.

Aber es lassen sich auch Futtermischungen zusammenstellen, die von einer größeren Gruppe von Vögeln in Notzeiten gern angenommen werden. Im Handel sind häufig folgende Futtermischungen erhältlich:

  • Körner-Mix: Diese Samenmischungen enthalten meist zu etwa zwei Dritteln Sonnenblumenkerne und zu einem Viertel Hanfsaat. Beide Saaten sind aufgrund ihres hohen Ölgehaltes recht energiereich. Der Rest sollte aus Haferflocken, gehackten Nüssen und kleineren Sämereien bestehen.
  • Körner- oder Weichfutter-Fett-Mix: Im Handel ist diese Mischung aus Körnern und Fett als Meisenknödel erhältlich. Bitte verzichte auf Meisenknödel in Plastiknetzen. Die Vögel verheddern und verletzen sich zu häufig darin.
  • Vorsicht:  Billiges Vogelfutter wird meistens mit großen Anteilen an Weizenkörnern gestreckt. Die werden von den Vögeln erst dann gefressen, wenn alle anderen Samen aufgebraucht sind, was zu großen Mengen ungenutzten Vogelfutters am Boden führt. Zudem ist bei billigem Vogelfutter nicht gewährleistet, dass durch das Vogelfutter keine invasiven Pflanzenarten, wie zum Beispiel die stark allergieauslösende Ambrosia, verbreitet werden.

Beim Kauf beachten

Vogelfutter wird meist in der konventionellen Landwirtschaft angebaut, oft zulasten von Lebensräumen gefährdeter Feldvögel. Greife daher möglichst zu Futter aus biologischem Anbau. Das schützt nicht nur die Artenvielfalt, sondern ist auch für Gartenvögel besser, da es weniger mit Pestiziden belastet ist. Ergänzend lohnt es sich, im Garten natürliche Nahrungsquellen zu schaffen. 

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Praktische Tipps zur sicheren Futterstelle

Rund um die Futterstelle tauchen viele praktische Fragen auf: von der richtigen Platzierung über Hygiene bis hin zur Sicherheit für Vögel und Umfeld. Die folgenden Antworten helfen dir, typische Probleme zu vermeiden und deine Fütterung verantwortungsvoll zu gestalten.

Hygiene und Krankheiten

Standort und Sicherheit

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Porträtaufnahme NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.
Martin Rümmler
NABU-Vogelschutzexperte
Foto Platzhalter Storch Mitarbeiterinnen
Team Vogelschutz

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Neben der Vogelfütterung tragen naturnahe Gärten und geeignete Maßnahmen rund ums Haus dazu bei, Lebensräume für Vögel zu erhalten und zu verbessern.

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eine NABU-Aktive läuft über einen Trockenrasen

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