Zwergschnepfe sitzt im Schilf.
Zwergschnepfe© Foto: Mathias Schäf

Lymnocryptes minimus

Zwergschnepfe

Früher noch Brutvogel in Deutschland, wurde der letzte Brutnachweis der Zwergschnepfe 1925 im heutigen Niedersachsen erbracht. Seitdem trifft man sie nur noch als Wintergast und Durchzügler bei uns an. Dabei wird sie aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise oft übersehen. Da sie bereits im Zug mit der Balz beginnt, um direkt bei Ankunft am Brutplatz mit dem Brüten zu beginnen, kann auch bei uns die Balz der Zwergschnepfen beobachtet werden, obwohl die Brutplätze noch weit entfernt sind.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der roten Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland 2012 entnommen.

Gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

unbekannt

Bestands­trend

unbekannt

Steckbrief

Beobachten

von September bis April zu beobachten

Größe

18-20 cm groß, Flügelspannweite 33-36 cm

Besonderheit

Oberseite mit gelben Längsstreifen

Reise

Kurz- bis Langstreckenzieher, Wintergast, Durchzügler

Funfact

Wenn man in feuchten Wiesen unterwegs ist und ein Vogel erst auffliegt, wenn man fast schon draufgetreten ist, dann handelt es sich oft um eine Zwergschnepfe.

Beschreibung

Aussehen

Die Zwergschnepfe ist unsere kleinste Schnepfenart. Auffallend sind ihr im Vergleich zu anderen Schnepfen kurzer Schnabel und der dunkle Scheitelstreif. Ihr bräunliches Gefieder ist oberseits von markanten gelben Längsstreifen durchzogen.

Verhalten

Wegen ihrer heimlichen Lebensweise wird die Zwergschnepfe oftmals übersehen. Nur bei der Balz verhält sie sich durch ihre aufwendigen Balzflüge auffällig. Diese bestehen aus einer Folge von Sturz- und Gleitflügeln, in die Horizontalgleiten und Wellenflüge eingebaut werden. Dabei äußert die Schnepfe ihre typischen Balzrufe.

Lebensraum

Moore und Sümpfe sind das bevorzugte Bruthabitat der Zwergschnepfe, wahlweise brütet sie aber auch auf nassen Wiesen oder in sumpfigen Bruchwäldern. Wichtig sind offene und schlammige Böden und Grabenränder zur Nahrungssuche sowie eine ausreichend hohe Vegetation, die Deckung bieten kann.

Gefährdung

Als Bewohner von Feuchtgebieten ist die Zwergschnepfe vor allem durch einen zunehmenden Lebensraumverlust bedroht, der durch Entwässerung und Intensivierung der Landnutzung verursacht wird. Hinzu kommt eine direkte Verfolgung durch Jagd.

Nahrung

Auf dem Speisezettel der Zwergschnepfe stehen Kleintiere und Sämereien, die sie von der Bodenoberfläche aufliest oder aus den oberen Bodenschichten stochert.

Stimme/Laute

Die Zwergschnepfe ist wenig ruffreudig. Auch wenn sie aufgeschreckt wird, bleibt sie beim Wegfliegen meist stumm. Nur gelegentlich äußert sie ein heiseres „gatsch“. Während der Balz ist „ogogok“ zu hören.

Zugverhalten

Als Kurz- bis Langstreckenzieher überwintert sie in Großbritannien, im norddeutschen Tiefland sowie im Mittelmeerraum bis nach Nordafrika und Vorderasien. In Deutschland trifft man sie somit als Durchzügler und Wintergast an.

Beobachtungstipps

In Deutschland können Zwergschnepfen nur zu den Zugzeiten und von Oktober bis Anfang Mai beobachtet werden. Ihre Rast- und Überwinterungsplätze befinden sich auf feuchten Grünflächen, die auch Deckung bieten. So kommen etwa Wiesengräben oder nasse Viehweiden in Frage. In Deutschland liegen die Überwinterungsgebiete fast ausschließlich im norddeutschen Tiefland, im Binnenland trifft man sie selten an. Beim Frühjahrszug können teilweise sogar balzende Tiere beobachtet werden, auch wenn die Brutgebiete noch weit entfernt liegen.

Tipps zum Fernglaskauf

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