Sperbergrasmücke auf einem Ast.
Sperbergrasmücken sind die einzigen Grasmücken mit gelben Augen© Foto: Mathias Schäf

Curruca nisoria

Sperbergrasmücke

Sperbergrasmücken sind die größten unter unseren fünf heimischen Grasmückenarten. Die Männchen besitzen die namensgebende gesperberte Unterseite, bei den Weibchen ist sie etwas undeutlicher. Der Bestand in Deutschland wird auf maximal 10.000 Brutpaare geschätzt, die fast alle im Osten Deutschlands liegen. Hier bewohnen die Vögel sonnige extensive Wiesen, Heide- oder Bergbaufolgelandschaften.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

3.800 - 6.500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 32 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von Anfang Mai bis Mitte September zu beobachten

Größe

15,5-17 cm groß

Besonderheit

gesperberte Unterseite

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Sperbergrasmücken brüten auffallend oft in enger Nachbarschaft zu Neuntötern. Ob sich möglicherweise Vorteile aus dieser Gesellschaft ergeben, ist unklar.

Fast alle der 6500 Reviere der Sperbergrasmücke bei uns befinden sich in Ostdeutschland© Foto: © Юрій Балагула-stock.adobe.com

Beschreibung

Aussehen

Sperbergrasmücken wirken insgesamt sehr langschwänzig, ihr helles Auge verleiht ihnen einen strengen Gesichtsausdruck. Die dunkle Oberseite ist bei beiden Geschlechtern gleich graubraun gefärbt, Männchen haben eine deutliche Bänderung und eine gelbe Iris. Jungvögel sind hellbraun und bereits an den Flanken leicht gebändert.

Verhalten

Die Männchen bauen in dichten, dornigen Sträuchern mehrere Nester und beeindrucken so die Weibchen nicht nur mit ihrem Gesang. In das auserwählte Nest legen die Weibchen vier bis fünf Eier, die von beiden Partnern bebrütet werden. Bei der Fütterung der Nestlinge helfen die Männchen allerdings erst nach ein paar Tagen mit.

Lebensraum

Als Lebensraum bevorzugen die Vögel hohe Sträucher und junge Bäume in offenen sonnigen Wiesen, Weiden, Heiden oder lichten Wäldern.

Gefährdung

Sperbergrasmücken sind in Deutschland vom Aussterben bedroht (Rote Liste Deutschland, 2020). Hauptverursacher ist der Nahrungsrückgang für den insektenfressenden Vogel.

Nahrung

Auf dem Speiseplan stehen diverse Wirbellose wie Insekten oder Spinnen. Sobald im Sommer Beeren reifen, fressen die Vögel auch vegetarische Kost.

Stimme/Laute

Der Gesang ähnelt sehr dem melodischen Gezwitscher der Gartengrasmücke, ist aber etwas rauer. Eindeutig ist dagegen der Ruf: ein lautes, ratterndes „trrrrt-t-t-t“.

Zugverhalten

Sperbergrasmücken überwintern in Ostafrika und sind damit Langstreckenzieher. Erst im Mai tauchen die Vögel wieder bei uns in Deutschland auf.

Beobachtungstipps

Die besten Chancen, die versteckt lebende Sperbergrasmücke zu entdecken, hat man in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg. Wer die Grasmücke entdecken möchte, sollte den Monat Mai wählen und sich mit ihrem ratternden Ruf vertraut machen.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der Sperbergrasmücke kannst du zumindest in deinem eigenen Garten wenig helfen. Da der Vogel vor allem auf extensiven Wiesen und Weiden vorkommt, kannst du ihn mit dem Kauf von heimischen, ökologisch produzierten Lebensmitteln indirekt unterstützen.

Das macht der NABU

NABU-Stiftung kauft neun Waldinseln

Schutzraum für die Sperbergrasmücke

Im Norden Brandenburgs liegen 97 Hektar Waldinseln, die sich unter dem Dach der NABU-Stiftung zu „Urwäldern von morgen“ entwickeln sollen.

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