Schwarzkehlchen
© Foto: Mathias Schäf

Saxicola rubicola

Schwarzkehlchen

Schwarzkehlchen gehören genau wie Rot-, Blau- und Braunkehlchen zur Familie der Fliegenschnäpper, eine artenreiche Gruppe, die nah mit den Drosseln verwandt ist. Sie brüten in offenen Gebieten mit einzelnen Sträuchern, wo sie ihre Nester auf dem Boden oder unmittelbar darüber anlegen. Beide Geschlechter kümmern sich um die Aufzucht der vier bis sechs Jungvögel. Bis zu drei Bruten können die Schwarzkehlchen in einem Jahr großziehen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus „Vögel in Deutschland“ 2019 (Datenquelle: DDA/BfN/LAG VSW).

26.000 - 46.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 792 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von März bis Oktober zu beobachten

Größe

11,5-13 cm groß

Besonderheit

schnalzender Ruf

Reise

Standvogel, Kurzstreckenzieher

Funfact

Der wissenschaftlich Name „rubicola“ bedeutet „Brombeerstrauch-Bewohner“. Einzelne Sträucher auf einer sonst offenen Fläche fliegt das Schwarzkehlchen gerne an.

Beschreibung

Aussehen

Beide Geschlechter haben eine orangebraune Unterseite, einen dunklen Schwanz und ein helles Flügelfeld, was besonders im Flug sichtbar wird. Die Männchen haben den namensgebenden schwarzen Kopf und einen weißen Halsfleck. Auch bei den Weibchen ist kein deutlicher Überaugenstreif erkennbar.

Drei weitere „Kehlchen“ brüten bei uns:

Verhalten

Im Gegensatz zum nah verwandten Braunkelchen bevorzugt das Schwarzkehlchen eher trockene und buschige Bereiche im Offenland. Von exponierten Stellen erspäht der kleine Singvogel Insekten, denen er dann auf dem Boden nachstellt.

Lebensraum

Schwarzkehlchen bewohnen offene Brachen, Wiesen, Heideflächen und Moore. Einzelne Sträucher, Zäune oder Schilfhalme nutzen sie zur Jagd oder als Bühne für den männlichen Gesang.

Junges Schwarzkehlchen auf einem Zaun

Gefährdung

Schwarzkehlchen sind nicht gefährdet.

Nahrung

Mit ihrem spitzen Schnabel fressen Schwarzkehlchen Insekten und Spinnen, die sie auf dem Boden suchen. Die Beute fressen sie am liebsten auf der Ansitzwarte.

Stimme/Laute

Typisch für Schwarzkehlchen ist das harte und kurze Schnalzen, oft kombiniert mit einem schrillen Pfeifton am Anfang: „vist-träck-träck“. Der Gesang ist, anders als bei den anderen Kehlchen, eine eher monotone Pfeifstrophe und erinnert an eine Heckenbraunelle.

Zugverhalten

Schwarzkehlchen sind im Süden Europas Standvögel, deutsche Vögel überwintern vor allem am Mittelmeer (Kurzstreckenzieher).

Beobachtungstipps

Man entdeckt ein Schwarzkehlchen am besten durch seinen Ruf. Am besten spaziert man ausgestattet mit einem Fernglas an einer buschigen Wiese, einer Brache oder einem Moor entlang und achtet auf das Schnalzen des Schwarzkehlchens.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Gib der Natur ein Stück Raum zurück und lass wilde Wiesen wachsen. Ein naturnaher Garten ohne Insektizide ist das perfekte Zuhause für Insekten. Damit tust du auch dem Schwarzkehlchen einen Gefallen und sicherst sein Futter.

Nachbarn des Schwarzkehlchens kennenlernen