Singender Feldschwirl in einem Baum.
Feldschwirl© Foto: Mathias Schäf

Locustella naevia

Feldschwirl

Feldschwirle sind sehr unscheinbare Vögel. Sowieso eher selten zu sehen, können sie den Eindruck einer kleinen Maus erwecken, wenn sie schnell am Boden ins nächste Dickicht huschen. Auch ihr Gesang ist eher unscheinbar, vor allem, da er überhaupt nicht an einen Vogel, sondern eher an eine Heuschrecke erinnert. Daher tragen die Schwirle auch ihren Gattungsnamen „Locustella“, der „kleine Heuschrecke“ bedeutet.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

23.000 – 40.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 80 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von April bis September zu beobachten

Größe

12,5-13,5 cm groß

Besonderheit

Gesang ähnelt dem Schwirren einer Heuschrecke

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Wird er überrascht, nimmt er eine Pfahlstellung ein. Dabei verharrt er mit tief an den Boden gedrückter Brust und erhobenem Schwanz, bis die Gefahr vorüber ist.

Feldschwirlkopf © Foto: Ingo Ludwichowski

Beschreibung

Aussehen

Der Feldschwirl ist eher unscheinbar und ohne besondere Gefiedermerkmale. Etwa so groß wie ein Schilfrohrsänger, hat er eine olivbraune Oberseite mit dunkler Strichelung, einen grauweißen Brust-Bauch-Bereich, der teilweise eine dunkle Strichelung aufweisen kann, und gestrichelte Unterschwanzdecken. Auffällig ist der relativ lange, stumpf gerundete Schwanz.

Verhalten

Zur Nahrungssuche sind sie häufig am Boden anzutreffen. Dabei schreiten sie meist langsam und bedächtig aus und versuchen mit dem sogenannten „Fußtrillern“, einer Art Fußvibration, Kleintiere am Boden aufzuschrecken. Mitunter können sie aber auch sehr schnell rennen, womit sie den Eindruck von einer in Deckung huschenden Maus erwecken.

Lebensraum

Sie besiedeln feuchte bis trockene Gebiete mit einer hohen Krautschicht und einzelnen Warten wie Stauden oder Sträuchern. Sie meiden nur reine Schilfbestände und zu dicht gewachsene Vegetationen. Trockene Standorte sind daher aufgrund von Sukzession nur relativ kurzzeitig als Lebensraum nutzbar.

Gefährdung

Feldschwirle sind deutlich seltener geworden und mussten deshalb in der Roten Liste der Brutvögel 2020 als stark gefährdet eingestuft werden. Als Bewohner des Offenlands sind sie durch den Verlust von Brachen und Staudenfluren in der intensiv genutzten Landschaft gefährdet.

Nahrung

Der Feldschwirl ernährt sich rein tierisch. Dabei ist er nicht gerade wählerisch, denn er verspeist kleine bis mittelgroße Gliederfüßer aller Art.

Stimme/Laute

Der Gesang des Feldschwirls ist am ehesten als anhaltendes heuschreckenartiges Schwirren beschreibbar: „sir’r’r’r’r’r.“ Dabei kann der Gesang leicht an- und abschwellen, je nachdem, in welche Richtung der Sänger gerade seinen Kopf dreht.

Zugverhalten

Als Langstreckenzieher überwintern unsere heimischen Feldschwirle hauptsächlich im tropischen Westafrika südlich der Sahara. Wenige Tiere ziehen nur bis Marokko, um dort den Winter zu verbringen. Die östlichen Populationen überwintern hingegen in Indien.

Beobachtungstipps

Feldschwirle besiedeln beispielsweise Großseggensümpfe, Pfeifengraswiesen, extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen und krautige Waldränder oder Kahlschläge. Die Männchen singen vor allem in der Dämmerung. Hier bietet sich auch die Möglichkeit zur Beobachtung, denn außerhalb der Singwarten sind die unscheinbaren Vögel kaum zu sehen. Ist der ausdauernde Gesang zu hören, lohnt es sich, Schilfhalme und andere leicht exponierte Warten abzusuchen. Während des Durchzugs trifft man Feldschwirle vermehrt in Sträuchern, Büschen und sogar in Gärten und Parkanlagen an.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern

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