Auch wenn man sich bemüht, dass nichts verschimmelt und schlecht wird: Unvermeidbare Speisereste und Küchenabfälle gibt es genug. In ihnen stecken Energie und Nährstoffe. Um diese optimal nutzen zu können, müssen die Bioabfälle in der Biotonne und nicht im Restmüll entsorgt werden.
Als Bioabfälle werden biologisch abbaubare Abfälle pflanzlicher oder tierischer Herkunft bezeichnet. Beispiele hierfür sind Lebensmittel- und Küchenabfälle, Grünschnitt aus Gärten und Parks, alte Speiseöle und -fette aus der Gastronomie sowie Marktabfälle.
Die gesammelten Bioabfälle werden kompostiert und zu torffreien Kompost- und Erdenprodukten verarbeitet. Diese stellen eine gleichwertige Alternative zu konventionellem Chemiedünger und torfhaltigen Pflanzenerden dar und tragen damit aktiv zum Schutz der Moore bei. Zusätzlich wird ein wachsender Anteil der Bioabfälle vor der Kompostierung in Vergärungsanlagen verarbeitet, wodurch Biogas erzeugt wird. Somit ist die getrennte Bioabfallsammlung auch ein Baustein der Energiewende.

Bei den Haushaltsabfällen nehmen organische Abfälle aus Küche und Garten mengenmäßig die größte Rolle ein. Im Jahr 2024 wurden 10,7 Millionen Tonnen biogene Haushaltsabfälle getrennt erfasst, davon 5,3 Millionen Tonnen über die Biotonne. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Sammelmenge von 63 Kilogramm im Jahr.
Viele Millionen Tonnen Bioabfälle könnten wir aber zusätzlich sammeln, wenn Haushalte und Gewerbe wie Einzelhandel und Hotels besser trennen würden. Denn noch immer landen große Mengen dieser Bioabfälle im Restmüll und somit in der Müllverbrennung. Es ist daher zentral, die Bürger*innen beim Thema Mülltrennung umfassend zu informieren und die Nutzung der Biotonne weiter auszubauen. Denn: Millionen Haushalte in Deutschland haben gar keine Tonne für ihren Bioabfall!
Der NABU setzt sich dafür ein, dass sich vom Gesetzgeber über die verantwortlichen Umweltbehörden vor Ort bis hin zu den Unternehmen und Bürger*innen alle daran beteiligen, das Potenzial von Bioabfällen zu heben.
Das fordert der NABU
- Verbindliche Reduktionsziele für den Anteil an Bioabfall im Restmüll: Der durchschnittliche Anteil an Bioabfällen in der Restmülltonne ist schrittweise zu reduzieren. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, ist eine Pflicht-Biotonne einzuführen.
- Regeln für die Eigenkompostierung: Der Gartenkompost ersetzt nicht die Biotonne, sondern ergänzt sie – damit Privatgärten nicht weiter mit zu viel Kompost überdüngt werden.
- Gesetzesvollzug sicherstellen: Die Bundesländer haben Kreislaufwirtschaftsgesetz und Bioabfallverordnung konsequent umzusetzen. Unwillige Landkreise und Städte sollten sich nicht weiter sanktionsfrei weigern dürfen, Bioabfälle effektiv zu sammeln.
- Konsequente Abfallberatung: Die Kommunen sollten mit stetiger Öffentlichkeitsarbeit die Mülltrennung ihrer Bürger*innen verbessern.
Ausführlichere Informationen und Forderungen findest Du auf den Seiten zur Biotonne und Sammelqualität.
Biotonnen-Angebot in Deutschland 2025
Landkreise in Orangetönen nach Anteil der Haushalte mit Biotonne gestuft (<25% bis ≥90%), außerdem Gebiete ohne Biotonne oder ohne Angaben sowie Abfallverbände.




