Zahlen, Fakten und Probleme
Müllverbrennung in Deutschland

Abfälle in Deutschland dürfen seit 2015 nicht mehr unbehandelt auf Deponien abgelagert werden. Um die Müllmengen zu verringern, sind andere Wege der Abfallverwertung gefragt. Gemäß der gesetzlich vorgegebenen sogenannten Abfallhierarchie sind Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling die sinnvollsten Ansätze, um mit Abfällen umzugehen. Die energetische Verwertung der Abfälle, das heißt die Verbrennung, steht an vierter Stelle der Hierarchie.
Es ist unbestritten, dass die Müllverbrennung in der aktuellen Abfallwirtschaft ihre Berechtigung hat. Sie leistet durch die Zerstörung und Ausschleusung von Schadstoffen einen Beitrag zu einer umweltverträglichen Abfallentsorgung. In den Verbrennungsanlagen landen jedoch große Mengen Abfälle, die eigentlich vermieden, wiederverwendet oder recycelt werden könnten. Diese Wertstoffe gehen buchstäblich und unwiederbringlich in Rauch auf. Das ist unnötig und behindert den Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

NABU-Studie
Die Müllverbrennung in einer Kreislaufwirtschaft
Die Müllverbrennung nutzt zwar das energetische Potenzial von Abfällen. Die stofflichen Ressourcen, also die Wertstoffe, gehen jedoch für immer verloren. In einer echten Kreislaufwirtschaft werden Abfälle nicht verbrannt, sondern vermieden, wiederverwertet und recycelt.
Eine NABU-Studie des Öko-Instituts aus dem Jahr 2019 zeigt, mit welchen Maßnahmen die Verbrennungskapazitäten in Deutschland schrittweise reduziert werden können. Ein Ergebnis der Studie: Bereits die konsequente Umsetzung aller bestehenden Abfallgesetze könnte ein Fünftel der Verbrennungskapazitäten einsparen.




