Problematischer Trend mit schlechter Ökobilanz

Heizen mit Holz

Die Preise für fossile Energieträger steigen. Viele Menschen suchen Alternativen beim Heizen. Der Griff zu Brennholz scheint naheliegend. Doch der massive Anstieg der Holzverbrennung hat Auswirkungen auf Klima, Gesundheit und die weltweiten Waldbestände.
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Nahaufnahme von Buchen-Scheitholz
Heizen mit Holz ist nur vermeintlich klimafreundlich. Beim Verbrennen von Holz wird mehr klimaschädliches CO₂ pro Energieeinheit ausgestoßen als bei der Verbrennung von Kohle.© Foto: Michaela Kruse/ NABU

Bereits in jedem vierten Haushalt in Deutschland finden sich Kaminöfen oder andere Einzelraumfeuerungsanlagen. Dazu kommen immer mehr Holzheizungen. Holz wird aus verschiedensten Gründen als Wärmequelle genutzt: der Behaglichkeit wegen, weil es (noch) günstig ist, oder weil die Holzverbrennung als klimaneutral und erneuerbar deklariert wird. Holzscheite und Pellets werden oftmals mit gutem Gewissen verbrannt. Wer auf Pellet-Holzheizungen umgestellt hat, tat dies häufig im guten Glauben, zum Erreichen der Klimaziele beizutragen.

Holzverbrennung ist nicht klimaneutral

Das ist jedoch nicht korrekt. Sogar das Bundesumweltministerium schreibt: „Heizen mit Holz ist entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht klimaneutral. Pro produzierter Wärmeeinheit sind die CO₂-Emissionen sogar höher als bei fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas.“

Holzverbrennung schädigt das Klima gleich mehrfach: durch das schnelle Freisetzen von CO₂, das Freisetzen von Ruß, sowie durch das Vernichten von Wäldern. Insbesondere der Verlust von Wäldern ist nicht vertretbar: Alte Wälder sind Kohlenstoffsenken, und somit wertvolle Verbündete im natürlichen Klimaschutz.

Das Ausmaß: schon jetzt problematisch

Privathaushalte sind in Deutschland schon jetzt die größten Verbraucher von Waldholz für die Gewinnung von Energie. Aktuell gibt es hierzulande insgesamt über elf Millionen Kamine und Holzöfen. Der Pelletverbrauch in Deutschland liegt bei rund drei Millionen Tonnen Pellets sowie mehr als 20 Millionen Tonnen Scheitholz pro Jahr, Tendenz steigend.

Hinzu kommt, dass auch immer mehr Unternehmen und Städte im Zuge des Kohleausstiegs große Holzmengen für den Einsatz in Kraftwerken verplanen. Diese Menge an Holz wird absehbar nur durch Importe zu decken sein – mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Wälder auch in anderen Weltregionen. Die Wärmewende, ob privat oder für die Fernwärme, schaffen wir nur mit brennstofffreien, sauberen Technologien wie Wärmepumpen, Geothermie und Speichern.

Flyer "Heizen mit Holz - Folgen für Klima, Wälder und Gesundheit"

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  • 01.11.2026
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Der kurze Flyer fasst die Probleme zusammen, die durch die Verbrennung von Holz in privaten Kaminen und Heizungen verursacht werden.

Wofür wir den Wald eigentlich brauchen

Bereits jetzt wird mindestens ein Drittel des in Deutschland geernteten Holzes verbrannt. Die Menge an Holz für die energetische Nutzung hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdreifacht. Doch Wälder sind mehr als nur Holzlieferanten. Mit dem Schwinden der Baum- und Waldbestände gehen Lebensräume und Lebensgrundlagen verloren, sowohl für Menschen als auch für Insekten, Vögel und viele anderen Arten. Die Wälder sind wichtige CO₂-Speicher. Sie kühlen die Umgebung, was in immer heißeren Sommern gerade in den Städten immer wichtiger wird. Sie halten die Luft rein, produzieren den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff. Sie sorgen für mehr Regen, halten Wasser zurück, regeln den Wasserhaushalt und verhindern Bodenerosion.

Gesundheitliche Belastung durch Holzverbrennung

Wird der Wald hingegen verheizt, hat das auch unmittelbar schädliche Auswirkungen: Die Holzverbrennung in Kaminöfen und Holz­hei­zun­gen setzt einen gesundheits­schädlichen Gift­cocktail aus Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid, NOx, Metallen und gefährlichen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasser­stof­fen frei. Feinstaub führt insbesondere zu schwerwiegenden Atemwegs- und Kreislauferkrankungen bis hin zu vorzeitigen Todesfällen, Asthma und Lungenkrebs, verstärkt Allergien und kann das Immunsystem schwächen. Holzöfen erzeugen in Deutschland bereits mehr Feinstaub als alle Lkw- und Pkw-Motoren. Messungen zeigen: Feinstaub­emissionen durch Kamin­öfen im Wohn­umfeld liegen phasenweise viel höher als die an der meistbelasteten Straße Deutschlands. Das Umweltbundesamt brachte daher sogar einen vollständigen Verzicht auf Holzheizungen ins Gespräch.

Die Abbildung vergleicht die Feinstaubemissionen pro Gigajoule von Wärmepumpe (0 g), Holzofen (400 g) und Gasheizung (< 0,1 g).
Quelle: EEB und Green Transition Denmark (2021) "Where there's fire, there's smoke": https://eeb.org/wp-content/uploads/2021/09/Where-theres-fire-theres-smoke_domestic-heating-study_2021.pdf© Foto: Pia Wieland

Brennholzhunger stört das Kaskadenprinzip

Aktuell zeigt sich allerdings der gegensätzliche Trend: Die steigende Holznachfrage für die Verbrennung fegt den Markt so leer, dass die Holzwerkstoffindustrie bereits von einer Rohstoffkrise spricht. Bisher kann Deutschland seinen Pelletbedarf zwar noch aus den heimischen Holzmengen decken und es kommen zu einem großen Teil Sägereste für die Pelletproduktion zum Einsatz. Doch diese können und sollten zunächst stofflich genutzt werden, zum Beispiel für Spanplatten. Die Nutzungskaskade, wonach Holz erst nach einer stofflichen Nutzung in möglichst langlebigen Produkten verbrannt werden sollte, wird damit auf den Kopf gestellt. Die Knappheit macht sich auch im Preis für Pellets bereits bemerkbar: Von Mitte 2021 bis Mitte 2022 hat er sich mehr als verdoppelt. Eine günstige Alternativlösung bei steigenden Gaspreisen ist die Holzverbrennung auf Dauer also nicht.

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NABU: Holzheizungen nur in Ausnahmefällen

Die gute Nachricht zum Schluss: Es gibt Möglichkeiten, auch ohne Brennholz kostengünstig, nachhaltig und warm durch den Winter zukommen. Der NABU empfiehlt, vor allen Dingen auf Sanierung und Dämmung zu setzen. So kann der Energiebedarf in Gebäuden massiv gesenkt werden. Ob Mieter*in, Eigentümer*in oder Hausverwaltung, der Energiespar-Ratgeber gibt Tipps, wo sinnvoll angesetzt werden kann. Langfristig ist außerdem der Umstieg auf die Nutzung einer Wärmepumpe sinnvoll. Holzheizungen sollten nicht mehr finanziell gefördert werden und nur in Ausnahmefällen eingebaut werden dürfen – das heißt, wenn nachweislich keine alternativen Technologien infrage kommen. Auch dann sollte eine Sanierung verpflichtend sein, um den wertvollen Rohstoff Holz so effizient wie möglich zu nutzen.

Der NABU fordert:

Staatliche Gelder sollten ausschließlich für die Förderung tatsächlich klimafreundlicher Heizungsanlagen, die Wind- und Solarenergie oder Geothermie nutzen können, sowie für Effizienzmaßnahmen verwendet werden. Klimaschädliche Subventionen und andere Unterstützungsmechanismen für Energie aus Holzverbrennung wie in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) müssen beendet werden. Stattdessen finanzielle Unterstützung für die verpflichtende Nachrüstung bestehender Holzheizungsanlagen mit einer wirksamen Abgasreinigung, ein ambitioniertes Wärmepumpenprogramm und Ausbau der Förderung für Sanierung sowie für andere Energiesparmaßnahmen.

Ansprechperson

NABU-Mitarbeiter Eric Häublein im Porträt.
Eric Häublein
Referent für Bioenergie
+49 (0)162 269 4781
Eric.Haeublein@NABU.de