Holzkraftwerke schaden Klima und Wäldern

Holz statt Fossile ist auch keine Lösung

Ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist überfällig. Doch zu viele Städte und Unternehmen planen, für ihre Wärmeversorgung Kohle und Gas durch Holzbiomasse zu ersetzen. Die Pläne erzeugen Druck auf unsere Wälder – auf Kosten von Klima und Artenvielfalt.
Von unten fotografiert: Baumkronen im Himmel, im Wald.
Wälder speichern CO₂. Wird Holz verbrannt, gelangt es in die Atmosphäre und heizt die Klimakrise weiter an.© Foto: NABU/ProPark

Obwohl das Verbrennen von Holz pro Energieeinheit mehr CO₂ freisetzt als das Verbrennen von Kohle, ist die Energieerzeugung aus Holzbiomasse in der EU auf dem Papier klimaneutral. Außerdem ist Bioenergie laut der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie als „erneuerbar“ definiert und damit in vielen Fällen förderfähig. Zum anderen muss für den CO₂-Ausstoß aus Holzenergie in der Regel nichts bezahlt werden - eine indirekte Subvention.

Im Gegensatz dazu müssen die Unternehmen bei der Verbrennung von fossilen Rohstoffen mittlerweile Verschmutzungsrechte über den europäischen Emissionshandel erwerben, welche mit der Zeit knapper und teuer werden. Das System zeigt Wirkung: Energie aus Kohle und Gas wird immer weniger profitabel, Holzverbrennung immer lukrativer. Außerdem ist der Umstieg von einer Verbrennungstechnologie in die nächste eine vermeintlich einfache Lösung, um „erneuerbare“ Wärme zu erzeugen.

In Deutschland droht riesige Holznachfrage durch Wärmekraftwerke

Bereits heute wird die Hälfte des in Deutschland anfallenden Holzes verbrannt. Das meiste davon bisher in privaten Kaminöfen. Doch immer mehr Städte und Unternehmen wollen Holz im großen Stil für die Fernwärme verheizen (siehe Karte unten). Die Kraftwerke zementieren, einmal gebaut, auf Jahrzehnte eine hohe Holznachfrage.

Diese wird absehbar die nachhaltig verfügbaren Holzmengen überschreiten – zumal die Transformation die Holznachfrage in vielen Bereichen stark anwachsen lassen wird: So soll Holz im Bau Beton ersetzen und als Rohstoff in der Grundstoffchemie dienen. Gleichzeitig müssen wir die Wälder als vitale Lebensräume und CO₂-Senken erhalten, um die Klima- und Naturkrise einzudämmen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Für die Wärmeversorgung stehen klimafreundliche Erneuerbare zur Verfügung, die unsere Wälder nicht weiter unter Druck setzen.

In den bestehenden und geplanten Holzkraftwerken wird sowohl Frischholz (Holz direkt aus dem Wald) als auch gebrauchtes Holz (sogenanntes Altholz) verbrannt. Beides ist problematisch, denn der wertvolle Rohstoff Holz sollte so lange wie möglich stofflich genutzt werden, bevor er durch die Flammen vernichtet wird. Viele Holzsortimente lassen sich noch in Holzprodukten nutzen, auch der allergrößte Teil des Altholzes taugt noch für die Verwendung, beispielsweise in Spanplatten oder Laminat. Durch diese sogenannte Kaskadennutzung ist dem Klima dreifach geholfen: Holz ersetzt klimaschädliche (Bau-)Stoffe, mehr Bäume können im Wald bleiben und das CO₂ bleibt im Holz langfristig gebunden.

Holzenergieanlagen in Deutschland auf einen Blick

Aktuell sind unter anderem folgende Holzkraftwerke im Bau, geplant oder angedacht:

  • Umrüstung eines Kohlekraftwerks: Kassel (Altholz)
  • Neubau am Standort eines bestehenden Kohlekraftwerkes: Berlin Reuter-West (Altholz), Nürnberg (Altholz)
  • Neubau: Cuxhaven (Waldholz), Chemnitz (Waldholz), Stade (Altholz), Dortmund, Diepholz, Zwickau sowie zahlreiche weitere

Alle bestehenden und geplanten Kraft- sowie Pelletwerke siehst du hier auf einen Blick:

Grafik: Menschen protestieren gegen das Holzkraftwerk in Stade mit einem Banner auf dem steht: "Nein zum Riesen-Holzkraftwerk"

Nein zum Verbrennen von Altholz

Holzkraftwerk in Stade verhindern

In Stade-Bützfleth soll Deutschlands bisher größtes Holzkraftwerk entstehen. Geplant ist die Verbrennung von jährlich 500.000 Tonnen importiertem Altholz – angeliefert aus dem Ausland, um bei uns verheizt zu werden.

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NABU-Position:

  • Der NABU lehnt die Verbrennung von Holzbiomasse zur Energiegewinnung im industriellen Maßstab ab.
  • Wälder müssen als natürliche CO₂-Senken und Lebensraum erhalten bleiben.
  • Holz sollte daher nur am Ende der Nutzungskaskade verbrannt werden, das heißt: wenn es bereits als Werkstoff genutzt wurde und keinem anderen Zweck mehr dienen kann.

Welche politischen Maßnahmen braucht es, um Wälder und Klima zu schützen?

  • Die Europäische Union muss in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (engl. Renewable Energy Directive, RED) die Waldbiomasse aus der Liste der förderfähigen Energieträger streichen.
  • Energiegewinnung aus Waldbiomasse darf nicht weiter als erneuerbare Energie auf die Klimaziele angerechnet werden.
  • Es darf nur Holz verbrannt werden, das nicht mehr stofflich genutzt werden kann, das besagt das sogenannte Kaskaden-Prinzip. 

Dieses Prinzip muss gesetzlich verankert und ab dem Moment der Holzernte konsequent angewendet werden. Die Subventionen, die bisher die Holzverbrennung begünstigen, müssen stattdessen ausschließlich für echte emissionsfreie Energiequellen wie Wind-, Solar- und Geothermie-Energie verwendet werden. Zusätzlich sind Maßnahmen zur Stärkung der Energieeffizienz und zur Wiederherstellung und zum Schutz unserer Wälder nötig.

Fragen und Antworten zur Holzverbrennung

Letzte Aktualisierung: 06/2026

Ansprechperson

NABU-Mitarbeiter Eric Häublein im Porträt.
Eric Häublein
Referent für Bioenergie
+49 (0)162 269 4781
Eric.Haeublein@NABU.de

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