
Jynx torquilla
Wendehals
Der Wendehals gehört zur Familie der Spechtvögel, auch wenn er von Optik und Verhalten in keiner Weise an einen Specht erinnert: Er trommelt nicht, baut keine Höhle und läuft nicht senkrecht den Stamm entlang, wozu ihm auch die versteiften Schwanzfedern fehlen würden. Zusammen mit einem weiteren Vertreter aus Afrika, dem Rostkehl-Wendehals, bildet er eine eigene Unterfamilie.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
10.500 - 19.500 Brutpaare
Bestandstrend
- 48 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
von Mitte April bis September zu beobachten
Größe
16-18 cm groß
Besonderheit
perfekt getarnt
Reise
Langstreckenzieher
Funfact
Bei Gefahr macht der Wendehals seinem Namen alle Ehre: Er plustert sich auf und dreht und wendet seinen Kopf hin und her.
Beschreibung
Aussehen
Er hat eine ockergelbe Kehle und eine hellbraune, gefleckte Unterseite. Die Oberseite ist grau gefärbt, die Flügel sind überwiegend braun. Im Flug ist ein dunkelbraunes Band auf dem Rücken zu erkennen. Überall auf seinen Federn befinden sich dunkle Flecken und Bänderungen, was ihm ein markantes Tarnmuster verleiht. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.
Verhalten
Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechtarten löst der Wendehals keine Rinde von Baumstämmen und sucht darunter nach Käferlarven. Er spürt hüpfend am Boden Ameisen auf, die er dann mit seiner langen, klebrigen Zunge aufnimmt.
Lebensraum
Der Wendehals benötigt offene, strukturreiche Flächen wie Waldlichtungen, Windwurfflächen, Obstwiesen oder Parks. Hier bewohnt er Baumhöhlen oder Nistkästen.
Gefährdung
Wendehälse sind durch den Verlust ameisenreicher, nährstoffarmer Grasflure durch Eutrophierung, Flurbereinigungen, Rodung von Streuobstbeständen und Anwendung von Insektziden gefährdet. Sie profitieren aber von Schutzmaßnahmen wie Nistkästen und konnten in der Roten Liste herabgestuft werden.
Nahrung
Als Ameisenspezialist verspeist er vor allem ihre Puppen und Larven. Daneben frisst er auch andere Insekten und Spinnen.
Stimme/Laute
Der Gesang des Männchens ist ein lautes, abfallendes „gjä-gjä-gjä-gjä“ aus etwa 15 Silben und erinnert an den Ruf eines Baumfalken. Bei Gefahr warnt der Wendehals mit einem harten „teck“.
Zugverhalten
Er ist ein Langstreckenzieher und überwintert in West- oder Zentralafrika. Er überfliegt die Alpen, meidet aber den Flug über das Mittelmeer. Zunehmend werden Überwinterungen in Südspanien oder Griechenland dokumentiert.
Beobachtungstipps
Wendehälse sind gut getarnt und in vielen Teilen Deutschlands sehr selten. Die besten Chancen hat man in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder im Norden Baden-Württembergs. Suche alte Obstwiesen oder offene Wälder auf und achte auf den Gesang des Männchens.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Lege eine Obstwiese an oder fördere diese durch den Kauf von regionalen, ökologischen Produkten.








