Grauspecht an einem Baum.
Grauspecht© Foto: Axel Beck

Picus canus

Grauspecht

Auf den ersten Blick guckt man einem Grünspecht nach, auch die Stimmen der beiden Spechtarten sind zum Verwechseln ähnlich. Auf den zweiten Blick lässt er sich jedoch durch seinen grauen Kopf, seine mattere Unterseite und das hellere Gesicht von seinem Zwillingsbruder unterscheiden. Die Stimmen sind bei genauerem Hinhören auch zu unterscheiden und nebenbei auch die beste Chance, um auf diesen etwas heimlichen Specht aufmerksam zu werden.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

16.500 – 25.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 12 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

27-34 cm groß

Besonderheit

seltener Zwillingsbruder des Grünspechts

Funfact

Der Grauspecht hat sich vermutlich vor langer Zeit von Asien Richtung Westen ausgebreitet, während der Grünspecht ein echter Europäer ist.

Grauspecht mit einer Haubenmeise© Foto: NABU/CEWE/Andrea Franz

Beschreibung

Aussehen

Grauspechte haben ein überwiegend grünes Gefieder, einen grauen Kopf und einen schmalen schwarzen Bartstreif. Männchen haben einen kleinen roten Stirnfleck, der beim Weibchen fehlt. Anders als bei Grünspechten haben die Jungvögel keine Punkte, sondern sind nur etwas matter gefärbt als ihre Eltern.

Das Gefieder eines Grauspechts ist hauptsächlich grün.© Foto: Kirsten Krebs

Verhalten

Grauspechte halten sich gern am Boden auf und suchen dort hüpfend nach Fressbarem. Gefundene Ameisen werden dann mithilfe ihrer langen Zunge aufgenommen.

Lebensraum

Sie bewohnen lichte Laub- oder Mischwälder, große Parks und Streuobstwiesen. Gerne besiedeln die Vögel auch feuchte Areale wie Bruch- oder Auwälder.

Gefährdung

Grauspechte sind in Deutschland stark gefährdet (Rote Liste Deutschland, 2016).

Nahrung

Am liebsten frisst der Grauspecht Ameisen und ihre Puppen. Aber auch andere Insekten, Beeren oder Fett und Sämereien von Futterstellen stehen auf seinem Speiseplan.

Stimme/Laute

Beim Gesang des Grauspechtes fehlt der lachende Klang des Grünspechtes. Es ist ein eher wehmütiges „kikiki küh-küh-küh-küh“, das gegen Ende in der Tonhöhe abfällt und langsamer wird. Der Trommelwirbel ist laut und schnell und dauert etwa ein bis zwei Sekunden.

Zugverhalten

Grauspechte sind Standvögel, verlassen aber für die Nahrungssuche gelegentlich ihre Brutgebiete.

Beobachtungstipps

Die Beobachtung dieser Art ist etwas schwieriger als bei Grünspechten. Die besten Chancen haben Sie Ende März oder im April, wenn die Männchen singen. Prägen Sie sich den Ruf ein und vergleichen Sie ihn vorher mit dem der Grünspechte. Im Norden Deutschlands werden Sie wenig Erfolg haben, am besten eignen sich Mittelgebirgswälder, zum Beispiel der Harz, das Sauerland oder das Alpenvorland.

Vögel bestimmen: NABU-App "Vogelwelt"

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Dem Grauspecht helfen Sie zum Beispiel durch den Kauf von Produkten, die von deutschen Streuobstwiesen stammen. Wer die Möglichkeit dazu hat, kann natürlich auch eine eigene Obstwiese anlegen.

Mehr über Streuobst

Vogelporträt: Grauspecht - NABU