Weißstorch im Flug.
Vogel des Jahres 1994
Weißstorch im Flug© Foto: Frank Derer

Ciconia ciconia

Weißstorch

Der Weißstorch ist einer der bekanntesten und am besten erforschten Vögel hierzulande. Weltweit hat er eine hohe Symbolkraft, gilt unter anderem als Glücksbote und überbringt in der deutschen Folklore sogar Babys. Er brütet in offenen Kulturlandschaften und baut sein Nest häufig auf Schornsteinen, Dächern oder Kirchtürmen. Häufig sieht man ihn im ruhigen Segelflug hoch am Himmel kreisen. Im Winter zieht er nach Afrika.

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Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus „Vögel in Deutschland“ 2019 (Datenquelle: DDA/BfN/LAG VSW).

6.500 - 7.500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 566 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

nur im Winter nicht zu beobachten

Größe

95-110 cm groß

Besonderheit

langer roter Schnabel

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Der Weißstorch wird auch „Klapperstorch“ genannt, was auf das laute, charakteristische Klappern des Schnabels am Nest zurückzuführen ist.

Weißstorch im Rastgebiet© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Eigentlich ist der Weißstorch unverkennbar. Seine Gestalt wirkt würdevoll und elegant. Er ist überwiegend weiß bis auf die Schwungfedern und Teile der Flügeloberseiten, die auffällig schwarz sind. Beine und der lange Schnabel sind rot.

Verhalten

Ihre großen Nester aus Zweigen bauen Weißstörche häufig auf Schornsteinen oder Dächern, Masten und Kirchtürmen. Seltener brüten sie auch auf Bäumen. Sie haben einen ruhigen Segelflug und strecken ihre langen Hälse dabei gerade hervor.

Lebensraum

Er lebt in abwechslungsreichen, offenen Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen, Fließgewässern, Weiden und Wiesen.

Gefährdung

Seit 1990 hat sich der Bestand des Sympathieträgers wieder erholt, so dass heute etwa 7.000 Weißstorchpaare in Deutschland brüten. Grund für diese Zunahmen sind vor allem das veränderte Zugverhalten der westziehenden Population mit kürzeren Wegen, aber auch Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen. Doch während die Bestände im Westen kontinuierlich zunehmen, kommt der Weißstorch in Ostdeutschland wieder zunehmend in Bedrängnis. 

Eine Vielzahl von Faktoren macht dem Weißstorch das Leben schwer.  An elektrischen Freileitungen im Brutgebiet und auch zunehmend auf den Zugwegen verunglücken zahllose Störche. Im afrikanischen Winterquartier gefährdet Dürre infolge des Klimawandels sein Überleben. Außerdem werden in Afrika viele Weißstörche aus der Not heraus gejagt oder vergiftet. 

Im Brutgebiet sind seine Lebensräume außerdem von intensiver Landwirtschaft und dem Verlust von Wiesen und Weiden bedroht. Auch deshalb ist eine Reform der Agrarpolitik notwendig. Die wichtigen Verbreitungszentren des Weißstorchs, die Flussauen und Niederungen, müssen geschützt und entwickelt werden. 

Nahrung

Der Weißstorch frisst vor allem Mäuse, Amphibien, Reptilien, Regenwürmer und Insekten.

Stimme/Laute

Er ist ziemlich stumm. Dies kompensiert er vor allem am Nest durch das charakteristische, hölzerne Klappern des Schnabels.

Zugverhalten

Hauptsächlich ist der Weißstorch ein Langstreckenzieher, der den Winter in Afrika verbringt. Er umfliegt das Mittelmeer, weshalb es teilweise hohe Aufkommen über Gibraltar und am Bosporus gibt.

Beobachtungstipps

Weißstörche sind häufig in unmittelbarer Nähe des Menschen zu beobachten. Sie bauen ihre Nester gerne auf Gebäuden, und man kann sie im Sommer häufig im ruhigen Segelflug hoch oben am Himmel kreisend beobachten. Wir empfehlen einen Besuch im NABU-Naturschutzzentrum Linum, wo jährlich 10 bis 15 Storchenpaare brüten: 

Störche in Linum beobachten

Zur Livecam in Linum

Etwa 10 Storchenpaare ziehen in Linum regelmäßig ihren Nachwuchs groß. Damit ist Linum eines der größten Storchendörfer in Brandenburg. Auch auf dem Dach der Storchenschmiede wird in den Sommermonaten gebrütet. Wenn der Horst auf dem Dach der Storchenschmiede besetzt ist, kannst Du hier live einen Blick hinein werfen.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Du kannst beim regionalen Storchenschutz mithelfen – zum Beispiel über die lokale NABU-Gruppe, den Kreisbetreuer für Storchennester, die Beringung von Jungvögeln oder bei der jährlichen Bestandszählung.

Das macht der NABU

NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz

Praktischer Schutz der Störche

Die NABU-Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz saniert Nester, macht auf gefährliche Stromleitungen aufmerksam und zählt alljährlich die Brutpaare.

Mehr erfahren

Wer war noch Vogel des Jahres?

Vogelporträt: Weißstorch - NABU