Tundrasaatgans im Flachwasser
Tundrasaatgans im Flachwasser© Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Anser serrirostris

Tundrasaatgans

Die Tundrasaatgans gleicht der Kurzschnabelgans fast wie ein Ei dem anderen. Natürlich vermischen sich die verschiedenen Gänsearten gerne, wenn sie bei uns im Winter auf den Feldern und Wiesen zu sehen sind. Geübte Ornitholog*innen müssen dann auf die Feinheiten achten. Tundrasaatgänse sind im Winter – nach den Blässgänsen – die zweithäufigste Gänseart am Niederrhein.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der roten Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland 2012 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

350.000 Individuen

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

stabil

Steckbrief

Beobachten

von September bis Februar zu beobachten

Größe

66-84 cm groß, Flügelspannweite 142-175 cm

Besonderheit

Dunkler Schnabel

Reise

Mittelstreckenzieher, überwintert in Mitteleuropa

Funfact

Die Jungvögel bleiben oft das gesamte erste Jahr im Familienverband und lernen so die traditionellen Zugrouten.

Die Tundrasaatgans hat einen kürzeren Hals als die Waldsaatgans© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Die Tundrasaatgans ist kleiner als die Waldsaatgans, mit kurzem Hals und rundem Kopf. Die Beine sind orange (bei der Kurzschnabelgans rosa). Kopf und Hals sind dunkelbraun. Der Rücken ist graubraun gefärbt, die Flügeldecken sind weiß gerandet. Die Federn haben weiße Kanten. Der kurze Schnabel ist dunkel mit orangem Band. Der Unterschnabel ist dicker.

Nicht zu verwechseln mit:

Anser fabalis

Waldsaatgans

Die Waldsaatgans wird seit kurzem als eigenständige Art angesehen. Bei uns kann man sie als Wintergast selten beobachten, ihre Bestände gehen zurück.

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Kurzschnabelgans schwimmt auf dem Wasser.

Anser brachyrhynchus

Kurzschnabelgans

Die Kurzschnabelgans ist bei uns nur auf der Durchreise im Winter zu sehen. Ansonsten hält die pinkfüßige Gans sich lieber in kühleren Regionen auf.

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Verhalten

Im Winterquartier kann man sie in großen Ansammlungen auf den Feldern antreffen, im Brutgebiet sind sie paarweise unterwegs. Tundrasaatgänse sind ihrem Partner lebenslang treu. Die Jungtiere bleiben bis zur nächsten Brutsaison bei den Eltern, diese zeigen den Jungvögeln die traditionellen Zugstrecken. Tundrasaatgänse verpaaren sich auch gern mit anderen Gänsearten.

Lebensraum

Sie bevorzugen als Lebensraum die feuchte Tundra mit ihren Moosen, Flechten und Sträuchern. Als Brutplatz nehmen sie auch gern unwegsames Gelände am Ufer von Seen. Im Winter bevorzugen Tundrasaatgänse bei uns Ackerflächen, Weiden und Wiesen. Zum Schlafen ziehen sie sich aufs Wasser oder Eis zurück.

Gefährdung

Tundrasaatgänse sind nicht gefährdet.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus Flechten, Gräsern, Kräutern, Wasserpflanzen und Beeren. Im Winter findet die Tundrasaatgans auf den Feldern Getreidekörner, Wurzeln, Kartoffeln und die Reste von Mais und Zuckerrüben. Die Jungvögel fressen auch Insekten, Weichtiere und Fischeier.

Stimme/Laute

Die eher ruhige Gans ruft nasal, trompetend und sehr gänsetypisch „ang-ank“, fliegend auch „agagag“, „kajak“ oder tief „tjött-tjött“.

Zugverhalten

Sie fliegt im August/September nach Mitteleuropa ins Winterquartier und bevorzugt Gebiete am Niederrhein und in den Niederlanden bis hin zur Atlantikküste. Im März bricht sie auf in ihr Brutgebiet in der Tundra Nordrusslands und Nordwestsibiriens.

Beobachtungstipps

Schlafend trifft man die Tundrasaatgans eher am Wasser an, tagsüber auf ihren langen Futterwanderungen über die Felder. In Deutschland ist sie im Winter ein häufiger Gast.

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