
Anser serrirostris
Tundrasaatgans
Die Tundrasaatgans gleicht der Kurzschnabelgans fast wie ein Ei dem anderen. Natürlich vermischen sich die verschiedenen Gänsearten gerne, wenn sie bei uns im Winter auf den Feldern und Wiesen zu sehen sind. Geübte Ornitholog*innen müssen dann auf die Feinheiten achten. Tundrasaatgänse sind im Winter – nach den Blässgänsen – die zweithäufigste Gänseart am Niederrhein.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
350.000 Individuen
Bestandstrend
stabil
Steckbrief
Beobachten
von September bis Februar zu beobachten
Größe
66-84 cm groß, Flügelspannweite 142-175 cm
Besonderheit
Dunkler Schnabel
Reise
Mittelstreckenzieher, überwintert in Mitteleuropa
Funfact
Die Jungvögel bleiben oft das gesamte erste Jahr im Familienverband und lernen so die traditionellen Zugrouten.
Beschreibung
Aussehen
Die Tundrasaatgans ist kleiner als die Waldsaatgans, mit kurzem Hals und rundem Kopf. Die Beine sind orange (bei der Kurzschnabelgans rosa). Kopf und Hals sind dunkelbraun. Der Rücken ist graubraun gefärbt, die Flügeldecken sind weiß gerandet. Die Federn haben weiße Kanten. Der kurze Schnabel ist dunkel mit orangem Band. Der Unterschnabel ist dicker.
Verhalten
Im Winterquartier kann man sie in großen Ansammlungen auf den Feldern antreffen, im Brutgebiet sind sie paarweise unterwegs. Tundrasaatgänse sind ihrem Partner lebenslang treu. Die Jungtiere bleiben bis zur nächsten Brutsaison bei den Eltern, diese zeigen den Jungvögeln die traditionellen Zugstrecken. Tundrasaatgänse verpaaren sich auch gern mit anderen Gänsearten.
Lebensraum
Sie bevorzugen als Lebensraum die feuchte Tundra mit ihren Moosen, Flechten und Sträuchern. Als Brutplatz nehmen sie auch gern unwegsames Gelände am Ufer von Seen. Im Winter bevorzugen Tundrasaatgänse bei uns Ackerflächen, Weiden und Wiesen. Zum Schlafen ziehen sie sich aufs Wasser oder Eis zurück.
Gefährdung
Tundrasaatgänse sind nicht gefährdet.
Nahrung
Die Nahrung besteht aus Flechten, Gräsern, Kräutern, Wasserpflanzen und Beeren. Im Winter findet die Tundrasaatgans auf den Feldern Getreidekörner, Wurzeln, Kartoffeln und die Reste von Mais und Zuckerrüben. Die Jungvögel fressen auch Insekten, Weichtiere und Fischeier.
Stimme/Laute
Die eher ruhige Gans ruft nasal, trompetend und sehr gänsetypisch „ang-ank“, fliegend auch „agagag“, „kajak“ oder tief „tjött-tjött“.
Zugverhalten
Sie fliegt im August/September nach Mitteleuropa ins Winterquartier und bevorzugt Gebiete am Niederrhein und in den Niederlanden bis hin zur Atlantikküste. Im März bricht sie auf in ihr Brutgebiet in der Tundra Nordrusslands und Nordwestsibiriens.
Beobachtungstipps
Schlafend trifft man die Tundrasaatgans eher am Wasser an, tagsüber auf ihren langen Futterwanderungen über die Felder. In Deutschland ist sie im Winter ein häufiger Gast.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie deinen Schutz. Unterstütze uns und werde NABU-Mitglied!










