
Branta canadensis
Kanadagans
Die Kanadagans ist eine der wenigen Neozoen, die sich in Deutschland sehr erfolgreich eingebürgert haben. Ursprünglich ist sie im Norden Amerikas beheimatet. Mittlerweile ist sie bei uns nach der Graugans die zweithäufigste Art. Die bei uns größte Gans ist im Flug und auf dem Boden sehr ruffreudig. Sie wurde wohl – zum Teil versehentlich, teils vorsätzlich – in die Freiheit entlassen und vergrößert ihre Zahl kontinuierlich.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
6.000 - 8.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 225 % (zunehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
80-105 cm groß, Flügelspannweite 155-180 cm
Besonderheit
große, kontrastreiche Gans
Funfact
Wenn Kanadagänse selber keinen Bruterfolg hatten, entführen sie auch schon mal den Nachwuchs von Artgenossen.
Beschreibung
Aussehen
Die Kanadagans ist eine große, schwanenähnliche Gans. Der lange Hals und der Kopf sind schwarz. Ein weißes Kehlband zieht sich seitlich bis hinter die Augen. Der Körper ist gräulich braun, die Brust hell. Die Schwanzfedern sind dunkel, beim Flug ist ein weißes Band zu erkennen. Die Unterart parvipes ist deutlich kleiner, der Schnabel kürzer.

Verhalten
Beim Fressen von Unterwasserpflanzen schwimmen sie flach auf dem Wasser, Hals und Kopf ganz untergetaucht. Zur Paarungs- und Brutzeit sind sie paarweise anzutreffen, ansonsten in großen Gruppen. Die Ganter verteidigen Weibchen und Nachwuchs aggressiv gegen andere Kanadagänse. Sie bleiben oft bis ins zweite Lebensjahr im Familienverband zusammen.
Lebensraum
Der Lebensraum der Kanadagans erstreckt sich von allen Gewässertypen, Flussmündungen, feuchten Grünflächen, Wiesen und Parks bis hin zu Sumpfland. Ursprünglich aus Nordamerika stammend ist sie bei uns heute heimisch.
Gefährdung
Kanadagänse sind nicht gefährdet.
Nahrung
Kanadagänse ernähren sich von Gräsern, Wasser- und Unterwasserpflanzen.
Stimme/Laute
Kanadagänse sind sehr stimmfreudig. Das laute zweisilbige „a-honk“ wird auf der zweiten Silbe etwas schriller. Sie lassen außerdem ein tutendes, nasales „rak rak rak“ oder „rak ruk ruk“ ertönen.
Zugverhalten
Kanadagänse bleiben das ganze Jahr über bei uns. Nördlichere Populationen überwintern bei uns häufig im Norden.
Beobachtungstipps
Kanadagänse verpaaren sich auch gerne mit anderen Gänsearten wie zum Beispiel Graugänsen. Dadurch entstehen oft interessante Hybriden. Wenn Sie sich also einmal nicht sicher sind, welche Gans Sie vor sich haben, achten Sie auf die hervorstechendsten Merkmale.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie Ihren Schutz. Unterstützen Sie uns und werden Sie NABU-Mitglied!
