
Anser brachyrhynchus
Kurzschnabelgans
Wer eine Kurzschnabelgans zu sehen bekommt, ist schon ein kleiner Glückspilz. Man kann sie nur im Winter bei uns sehen, und dann meist auch nur auf der Durchreise. Ansonsten hält die pinkfüßige Gans sich lieber in kühleren Regionen auf. Sie schließt sich öfter anderen Gänsearten während des Zuges an, in deren Trupps man sie leicht übersieht.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Stark gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
401 - 1.000 Individuen
Bestandstrend
zunehmend
Steckbrief
Beobachten
von August bis April zu beobachten
Größe
64-76 cm groß, Flügelspannweite 137-161 cm
Besonderheit
kurzer Schnabel
Reise
Kurz- bis Mittelstreckenzieher, überwintert in Nordwesteuropa
Funfact
Im Winter entwickelt die Kurzschnabelganz eine Vorliebe für Kartoffeln.
Beschreibung
Aussehen
Der kurze, runde Schnabel ist schwarz mit rosa Binde. Sie hat schwarze Knopfaugen. Der Rücken ist silbrig grau, der runde Kopf ist dunkelbraun. Der Hals ist zimtfarben und wirkt oben aufgeraut. An der hinteren Flanke ist sie deutlich dunkler als auf der Oberseite (Unterscheidungsmerkmal zur Saatgans). Im Flug hat sie eine hellblaugraue Flügeloberseite. Die Beine sind rosa.

Verhalten
Kurzschnabelgänse sind Koloniebrüter. Sobald sie gemeinsam aus ihrem Winterquartier zurückkehren, finden sie sich an ihren alten Brutstätten ein. Diese liegen oft an Felsklippen, Schluchten oder steilen Felswänden. Die Männchen passen während der Brutzeit auf ihre Partnerin und das Gelege auf. Sie schließen sich auf dem Zug gern Bläss- und Saatgänsen an.
Lebensraum
Im Brutgebiet sucht die Kurzschnabelgans Felsgebiete mit wenig oder karger Vegetation auf, aber auch Sümpfe, Moore oder Flussinseln. Auf Island kann man sie auch auf Lavafeldern brüten sehen. Im Überwinterungsgebiet findet man sie auf Wiesen, beweideten Flächen und entlang von Flüssen.
Gefährdung
Die Kurzschnabelgans gilt derzeit weltweit als nicht gefährdet. Ihre Bestände nehmen aktuell zu. Als Wintergast in Norddeutschland ist sie jedoch auf störungsarme Rastplätze mit ausreichendem Nahrungsangebot angewiesen. Der Verlust geeigneter Feuchtgebiete und zunehmende Störungen können ihre Rast- und Überwinterungsmöglichkeiten beeinträchtigen.
Nahrung
Sie mögen gerne Blätter und Knospen. Im Winter fressen sie auch Gräser und Kräuter oder liegengebliebenes Getreide wie Weizen.
Stimme/Laute
Die Kurzschnabelganz ruft gerne und häufig ihr hohes „uink uink“ oder im Flug trompetend „ank ank ank“.
Zugverhalten
Sie ziehen im August vom hohen Norden aus über Dänemark und die Deutsche Bucht in ihr Winterquartier in die Niederlande. Einige verbringen den Winter entlang der deutschen Nordseeküste. Im April brechen sie auf in ihre Brutgebiete auf Island, Grönland und Spitzbergen.
Beobachtungstipps
Der graue, wie überfroren wirkende Rücken ist ein Merkmal der Kurzschnabelgans. Sie kann sich, wie viele andere Gänsearten, gut in großen Gänsetrupps verstecken. Es kann sich also lohnen, wenn Sie mit etwas Geduld und einem guten Fernglas rastende Schwärme genauer studieren.
Aktiv werden
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