
Luscinia luscinia
Sprosser
Der Sprosser hat in der Nachtigall seinen Zwilling gefunden. Aussehen, Stimme und Lebensraum ähneln sich sehr, und sogar Mischbruten können vorkommen. Wer die beiden Arten unterscheiden möchte, braucht also einiges Know-how. Glücklicherweise verläuft die östliche Verbreitungsgrenze des Sprossers durch Ostdeutschland, sodass das Überschneidungsgebiet der beiden Arten nicht allzu groß ist.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Vorwarnliste
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
nicht bekannt
Bestandstrend
nicht bekannt
Beschreibung
Aussehen
Sprosser und Nachtigall können nur anhand einer Kombination von Merkmalen unterschieden werden. Dazu zählen eine eher graubraune Färbung des Rückens, wobei sich der Schwanz etwas rötlich abhebt, eine diffus graubraun gefleckte Brust, ein angedeuteter Bartstreif, gemusterte Unterschwanzdecken und acht Handschwingen.
Verhalten
Ihre Nester bauen die Sprosser im Schutz von Sträuchern oder Bäumen in hoher Vegetation am Boden. Sie werden vom Weibchen aus Halmen oder dünnen Zweigen erbaut und mit weicheren Pflanzenteilen ausgekleidet. Häufige Neststandorte sind beispielsweise in Brennnesseln und in der Nähe von Weiden- oder Haselnusssträuchern.
Lebensraum
Man findet den Sprosser vor allem in dichten Gehölzen. Im Gegensatz zur Nachtigall bevorzugt er dabei die eher feuchteren Gehölzzonen, beispielsweise Verlandungszonen, Flussauen und Bruchwälder, kann aber auch in eher trockenen Gebieten vorkommen. Wichtig ist zudem eine krautige Bodenvegetation, die sich mit offeneren Bodenbereichen abwechselt.
Gefährdung
Sprosser stehen auf der Vorwarnliste bedroher Brutvogelarten (Rote Liste 2020). Die Zugvögel könnten zunehmend unter Klimawandelfolgen leiden.
Nahrung
Der Sprosser ernährt sich überwiegend von kleinen Gliederfüßern wie Ameisen, Käfern, Asseln und Tausendfüßern. Im Spätsommer und Herbst nimmt er aber auch Beeren zu sich.
Stimme/Laute
Auch der Gesang von Nachtigall und Sprosser ähneln sich, mit dem Unterschied, dass der Sprosser etwas härter klingt, längere Strophen vorträgt und keine Reihe von ansteigenden Pfiffen in seinen Gesang einbaut. Doch Vorsicht, im Überschneidungsgebiet der beiden Arten können Mischsänger vorkommen.
Zugverhalten
Als Langstreckenzieher überwintert der Sprosser in Ostafrika südlich der Sahara und fliegt dorthin über das östliche Mittelmeer. Dabei reicht sein Überwinterungsgebiet von Äthiopien bis Südafrika.
Beobachtungstipps
Da der Sprosser bei uns seine westliche Verbreitungsgrenze erreicht, findet man ihn fast nur im Nordosten Deutschlands. Die besten Chancen hat man in gebüschreichen Feuchtgebieten. Sein schmetternder Gesang ist kaum zu überhören.
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