Singender Sprosser.
Ein singender Sprosser

Luscinia luscinia

Sprosser

Der Sprosser hat in der Nachtigall seinen Zwilling gefunden. Aussehen, Stimme und Lebensraum ähneln sich sehr, und sogar Mischbruten können vorkommen. Wer die beiden Arten unterscheiden möchte, braucht also einiges Know-how. Glücklicherweise verläuft die östliche Verbreitungsgrenze des Sprossers durch Ostdeutschland, sodass das Überschneidungsgebiet der beiden Arten nicht allzu groß ist.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

nicht bekannt

Bestands­trend

nicht bekannt

Steckbrief

Beobachten

von April bis August zu beobachten

Größe

15-17 cm groß

Besonderheit

diffus graubraun gefleckte Brust

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Sprosser wählen für den Zug in die Winterquartiere eine andere Route als auf dem Rückzug. Ein solches Verhalten nennt man Schleifenzug.

Beschreibung

Aussehen

Sprosser und Nachtigall können nur anhand einer Kombination von Merkmalen unterschieden werden. Dazu zählen eine eher graubraune Färbung des Rückens, wobei sich der Schwanz etwas rötlich abhebt, eine diffus graubraun gefleckte Brust, ein angedeuteter Bartstreif, gemusterte Unterschwanzdecken und acht Handschwingen.

Nicht zu verwechseln mit:

Nachtigall singt auf einem dornigen Ast.
Vogel des Jahres 1995

Luscinia megarhynchos

Nachtigall

Berühmt aus Literatur und Dichtung: Die Nachtigall begeistert mit ihrem Gesang. Zu sehen bekommt man den scheuen Vogel jedoch nur selten.

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Verhalten

Ihre Nester bauen die Sprosser im Schutz von Sträuchern oder Bäumen in hoher Vegetation am Boden. Sie werden vom Weibchen aus Halmen oder dünnen Zweigen erbaut und mit weicheren Pflanzenteilen ausgekleidet. Häufige Neststandorte sind beispielsweise in Brennnesseln und in der Nähe von Weiden- oder Haselnusssträuchern.

Lebensraum

Man findet den Sprosser vor allem in dichten Gehölzen. Im Gegensatz zur Nachtigall bevorzugt er dabei die eher feuchteren Gehölzzonen, beispielsweise Verlandungszonen, Flussauen und Bruchwälder, kann aber auch in eher trockenen Gebieten vorkommen. Wichtig ist zudem eine krautige Bodenvegetation, die sich mit offeneren Bodenbereichen abwechselt.

Gefährdung

Sprosser stehen auf der Vorwarnliste bedroher Brutvogelarten (Rote Liste 2020). Die Zugvögel könnten zunehmend unter Klimawandelfolgen leiden.

Nahrung

Der Sprosser ernährt sich überwiegend von kleinen Gliederfüßern wie Ameisen, Käfern, Asseln und Tausendfüßern. Im Spätsommer und Herbst nimmt er aber auch Beeren zu sich.

Stimme/Laute

Auch der Gesang von Nachtigall und Sprosser ähneln sich, mit dem Unterschied, dass der Sprosser etwas härter klingt, längere Strophen vorträgt und keine Reihe von ansteigenden Pfiffen in seinen Gesang einbaut. Doch Vorsicht, im Überschneidungsgebiet der beiden Arten können Mischsänger vorkommen.

Zugverhalten

Als Langstreckenzieher überwintert der Sprosser in Ostafrika südlich der Sahara und fliegt dorthin über das östliche Mittelmeer. Dabei reicht sein Überwinterungsgebiet von Äthiopien bis Südafrika.

Beobachtungstipps

Da der Sprosser bei uns seine westliche Verbreitungsgrenze erreicht, findet man ihn fast nur im Nordosten Deutschlands. Die besten Chancen hat man in gebüschreichen Feuchtgebieten. Sein schmetternder Gesang ist kaum zu überhören.

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