Schreiadler im Wald.
© Foto: Christoph Moning

Clanga pomarina

Schreiadler

Der „Pommernadler“ ist hierzulande vor allem in Ostdeutschland mit einer Population von etwa 130 Brutpaaren angesiedelt. Auch sein Bestand ist im Verlaufe der letzten Jahrhunderte stark zurückgegangen. Er gehört zu den Zugvögeln und zieht bis zu 10.000 Kilometer, um den Winter im Süden Afrikas zu verbringen. Seinen Namen verdankt er dem markantem Balzruf am Brutplatz.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

130 - 140 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 26 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

nur im Winter nicht zu beobachten

Größe

55-65 cm groß, Flügelspannweite 143-168 cm

Besonderheit

sehr stimmfreudig am Nest

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Trotz seiner ausgezeichneten Flugfähigkeit geht der Schreiadler ungewöhnlicherweise gerne zu Fuß auf die Jagd.

Der Schreiadler baut große, mit grünen Zweigen ausgelegte Horste auf hohen Bäumen© Foto: NABU/ Thomas Krumenacker

Beschreibung

Aussehen

Das hellbraune Hals- und Kopfgefieder setzt sich von dem dunkelbraunen Grundton des Körpergefieders ab. Die Ober- und Unterflügeldecken sind ebenfalls hellbraun und stehen somit im Kontrast zu den dunkleren Schwungfedern. Bei ausgestreckten Flügeln lassen sich auf der Unterseite zwei weiße „Kommas“ erkennen.

Verhalten

Oft jagt der Schreiadler von einem Ansitz aus oder im Suchflug. Auf kurzrasigen Flächen sucht er seine Beute aber auch zu Fuß. Wenn der Adler im April aus seinem Überwinterungsgebiet zurückkehrt, beginnt die Balz. Danach werden etwa ein bis drei Eier gelegt und bebrütet. Dafür nutzt er oft die gleichen Neststandorte wie im Vorjahr.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Schreiadlers erstreckt sich vor allem über Ost- und Mitteleuropa. Bei uns ist er in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt beheimatet. Er hat hohe Ansprüche an seinen Lebensraum, wozu vor allem dünn besiedelte, abgelegene Waldgebiete zählen, die für seinen Horst den nötigen Schutz gewährleisten.

Gefährdung

In Deutschland ist der Schreiadler vom Aussterben bedroht.

Nahrung

Der Schreiadler ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Feldmäusen. Bei ihm stehen aber auch Amphibien, Insekten, Reptilien oder kleinere Vögel auf dem Speiseplan.

Schreiadlerküken in Kunstnest© Foto: Ludwig Klein/NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Stimme/Laute

Der markante hohe Balzruf am Nest klingt wie „k-jiip“. Im Balzflug kann ein lang pfeifendes „wiiik“ vernommen werden.

Zugverhalten

Der Schreiadler zieht für die Wintermonate mehrere tausend Kilometer nach Südafrika. Im Herbst beginnt er mit dem Zug, der ausschließlich östlich des Mittelmeers entlangführt. Im April kehrt er in die Brutgebiete zurück.

Beobachtungstipps

Er lebt sehr heimlich und zurückgezogen. Deshalb bekommen wir ihn äußerst selten zu Gesicht. 

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Während der Brutzeit sollten Brut- und Nahrungsgebiete nicht gestört werden. Als ehrenamtliche*r Horstbetreuer*in achtet man auf die Einhaltung von Horstschutzzonen.

Das macht der NABU

Projekt zum Schutz des Schreiadlers

Gemeinsam für den Schreiadler

Seit 2024 engagiert sich die NABU-Stiftung mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V für den Schreiadler.

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