Fischadler im Flug trägt einen Ast mit seinen Krallen.
Fischadler© Foto: Mathias Schäf

Pandion haliaetus

Fischadler

Wie sein Name schon erahnen lässt, spezialisiert sich dieser mittelgroße Adler bei der Nahrungssuche ausschließlich auf Fisch. Deshalb trifft man ihn bei uns in der Nähe von flachen Süßwasserseen und küstennahen Brackgewässern an. Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern gibt es den größten Bestand an Fischadlern in Deutschland. Im Flug kann er aufgrund seiner schmalen Flügel auch schnell mal mit einer Großmöwe verwechselt werden.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

800 – 850 Brutpaare

Bestands­trend

+ 430 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

nur im Winter nicht zu beobachten

Größe

52-62 cm groß

Besonderheit

baut riesige Horste in Baumkronen

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Aus der Entfernung wirkt ein Fischadler manchmal wie eine riesige Großmöwe.

Fischadler im Flug© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Die Unterseite des Fischadlers ist bis auf ein dunkles Brustband weiß. Dieses Brustband ist bei Weibchen stärker ausgeprägt als bei Männchen. Seine Oberseite ist dunkelgraubraun. Der Kopf ist weiß mit einem markanten, dunklen Augenband, das sich maskenartig bis zum Nacken zieht. Seine Flügel sind vergleichsweise schmal und lang.

Der dunkle Augenstreif erinnert an eine Augenbinde.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Häufig erspäht er seine Beute von einem Ansitz oder dem sogenannten Rüttelflug aus. Hat er einen Fisch entdeckt, stürzt er sich blitzschnell in die Tiefe, taucht gegebenenfalls sogar komplett ins Wasser ein und ergreift seine Beute mit den Krallen. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier, die durch spektakuläre Luftattacken vor Feinden beschützt werden.

Lebensraum

Der Fischadler lebt in der Nähe von flachen Süßwasserseen oder küstennahen Brackwassern. In Deutschland kommt er vor allem in Mecklenburg-Vorpommern vor, aber auch in Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gibt es einige Vertreter seiner Art. Sein Nest baut er meist in den Baumkronen freistehender hoher Bäume.

Gefährdung

In Deutschland gilt die Population des Fischadlers als gefährdet.

Nahrung

Auf dem Speiseplan des Fischadlers stehen ausschließlich Fische. Seine Jagdtechnik hat er perfektioniert, so kann er sie in bis zu einem Meter Wassertiefe noch erbeuten.

Stimme/Laute

Generell gehört der Fischadler nicht zu den ruffreudigsten Vögeln. In der Balzzeit kann man ein fast trauriges oder wehmütiges Pfeifen, das wie „ü-iilp ü-iilp“ klingt, vernehmen. Sein Warnruf, den er oft im Flug abgibt, ist ein scharfes „kju kju“.

Zugverhalten

Den Winter verbringen unsere Fischadler überwiegend in Afrika, oft südlich der Sahara. Sie beginnen im August, Richtung Süden zu ziehen, und kommen ab Ende März bis Mitte April in die Brutgebiete zurück.

Beobachtungstipps

Fischadler kann man zum Beispiel aus Beobachtungsständen im Müritz-Nationalpark ungestört beobachten.

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