
Branta ruficollis
Rothalsgans
Die Rothalsgans ist sehr schön anzuschauen. Sie ist bei uns eine Ausnahmeerscheinung und nur als vereinzelter Durchzügler zusammen mit Weißwangen- oder Blässgänsen zu entdecken. Außerhalb der Zugzeit angetroffene Vögel sind vermutlich Gefangenschaftsflüchtlinge. Obwohl die Rothalsgans so außergewöhnlich gezeichnet ist, fällt sie in einem Trupp Weißwangengänse oder Ringelgänse kaum auf. Mit der Ringelgans ist sie übrigens nah verwandt.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
20 - 50 Individuen
Bestandstrend
zunehmend
Steckbrief
Beobachten
im Herbst und Frühling als seltener Durchzügler zu beobachten
Größe
54-60 cm groß, Flügelspannweite 110-125 cm
Besonderheit
rostroter Hals und Kopffleck
Reise
Langstreckenzieher, überwintert am schwarzen Meer
Funfact
Die Rothalsgans fasziniert Menschen schon seit Jahrtausenden. Man findet sie bereits auf antiken Wandmalereien im alten Ägypten.
Beschreibung
Aussehen
Die kleine gedrungene Rothalsgans hat einen kurzen, kräftigen Hals, einen runden Kopf und einen winzigen schwarzen Schnabel. Brust und Kehle sind rostrot gefärbt, auch an den Seiten des Kopfs ist ein akkurater rostroter Fleck. Weiße Abgrenzungen trennen scharf rostrotes vom schwarzen Gefieder an Rücken und Bauch.
Verhalten
Während der Brutzeit in kleinen Kolonien anzutreffen, schließen Rothalsgänse sich im Winterquartier mitunter zu großen Schwärmen zusammen. Sie verfolgen dort einen festen Tagesrhythmus, getaktet nach Sonnenauf- und -untergang. Bei uns trifft man Durchzügler zumeist vereinzelt in Weißwangen- oder Blässgansschwärmen an.
Lebensraum
Lebensraum der Rothalsgänse sind die Sümpfe der Tundra und Flussmündungen. Zur Rast bevorzugen sie Ackerland, Wiesen und Salzmarschen. In ihrem Winterquartier sammeln sie sich am westlichen Schwarzen Meer, mit Weideplätzen, Süßwasser und ruhigen Plätzen für die Nacht.
Gefährdung
Sie gelten als gefährdet. Ihr wichtigstes Überwinterungsgebiet in Bulgarien wird trotz Schutzstatus unzureichend geschützt.
Nahrung
Rothalsgänse ernähren sich von Pflanzen wie Gras und Queller, zunehmend aber auch von Getreide und Mais.
Stimme/Laute
Der Ruf der Rothalsgans ist ein schrilles, hohes „ki-jick“ oder „kik-yoik kik-yik“.
Zugverhalten
Die Rothalsgans ist im Frühling zu ihrem Brutrevier in der europäischen Arktis und im Herbst ins Winterquartier in Südosteuropa vor allem an der westlichen Schwarzmeerküste unterwegs.
Beobachtungstipps
Fliegt ein Schwarm Ringelgänse, Weißwangen- oder Blässgänse über Ihre Köpfe hinweg oder weidet auf den Salzmarschen der Nordseeküste, kann sich eine Rothalsgans darunter geschummelt haben. Das ist zwar außerordentlich selten, aber ein genauer Blick schadet nie. Wir empfehlen das NABU-Naturzentrum Katinger Watt.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
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