Rothalsgans
Rothalsgans auf dem Wasser© Foto: Jan Piecha

Branta ruficollis

Rothalsgans

Die Rothalsgans ist sehr schön anzuschauen. Sie ist bei uns eine Ausnahmeerscheinung und nur als vereinzelter Durchzügler zusammen mit Weißwangen- oder Blässgänsen zu entdecken. Außerhalb der Zugzeit angetroffene Vögel sind vermutlich Gefangenschaftsflüchtlinge. Obwohl die Rothalsgans so außergewöhnlich gezeichnet ist, fällt sie in einem Trupp Weißwangengänse oder Ringelgänse kaum auf. Mit der Ringelgans ist sie übrigens nah verwandt.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der roten Liste der wandernden Vogelarten in Deutschland 2012 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

20 - 50 Individuen

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

zunehmend

Steckbrief

Beobachten

im Herbst und Frühling als seltener Durchzügler zu beobachten

Größe

54-60 cm groß, Flügelspannweite 110-125 cm

Besonderheit

rostroter Hals und Kopffleck

Reise

Langstreckenzieher, überwintert am schwarzen Meer

Funfact

Die Rothalsgans fasziniert Menschen schon seit Jahrtausenden. Man findet sie bereits auf antiken Wandmalereien im alten Ägypten.

Rothalsgänse an Land© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Die kleine gedrungene Rothalsgans hat einen kurzen, kräftigen Hals, einen runden Kopf und einen winzigen schwarzen Schnabel. Brust und Kehle sind rostrot gefärbt, auch an den Seiten des Kopfs ist ein akkurater rostroter Fleck. Weiße Abgrenzungen trennen scharf rostrotes vom schwarzen Gefieder an Rücken und Bauch.

Verhalten

Während der Brutzeit in kleinen Kolonien anzutreffen, schließen Rothalsgänse sich im Winterquartier mitunter zu großen Schwärmen zusammen. Sie verfolgen dort einen festen Tagesrhythmus, getaktet nach Sonnenauf- und -untergang. Bei uns trifft man Durchzügler zumeist vereinzelt in Weißwangen- oder Blässgansschwärmen an.

Lebensraum

Lebensraum der Rothalsgänse sind die Sümpfe der Tundra und Flussmündungen. Zur Rast bevorzugen sie Ackerland, Wiesen und Salzmarschen. In ihrem Winterquartier sammeln sie sich am westlichen Schwarzen Meer, mit Weideplätzen, Süßwasser und ruhigen Plätzen für die Nacht.

Gefährdung

Sie gelten als gefährdet. Ihr wichtigstes Überwinterungsgebiet in Bulgarien wird trotz Schutzstatus unzureichend geschützt.

Nahrung

Rothalsgänse ernähren sich von Pflanzen wie Gras und Queller, zunehmend aber auch von Getreide und Mais.

Stimme/Laute

Der Ruf der Rothalsgans ist ein schrilles, hohes „ki-jick“ oder „kik-yoik kik-yik“.

Zugverhalten

Die Rothalsgans ist im Frühling zu ihrem Brutrevier in der europäischen Arktis und im Herbst ins Winterquartier in Südosteuropa vor allem an der westlichen Schwarzmeerküste unterwegs.

Beobachtungstipps

Fliegt ein Schwarm Ringelgänse, Weißwangen- oder Blässgänse über Ihre Köpfe hinweg oder weidet auf den Salzmarschen der Nordseeküste, kann sich eine Rothalsgans darunter geschummelt haben. Das ist zwar außerordentlich selten, aber ein genauer Blick schadet nie. Wir empfehlen das NABU-Naturzentrum Katinger Watt.

Das Katinger Watt

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Vogelporträt: Rothalsgans - NABU