Brandgansmännchen auf einer Wiese.
Brandgansmännchen© Foto: Frank Derer

Tadorna tadorna

Brandgans

Nicht Gans, nicht Ente – zu welcher Familie die Brandgans oder auch Brandente nun gehört, ist einfach nicht genau zu sagen. Sie weist Merkmale beider Gruppen auf und zählt darum zu den Halbgänsen. Man trifft sie bei uns überwiegend an den Küsten an, im Norden, aber auch im Binnenland. Die hübsche, auffällig gezeichnete Brandgans hält sich zur Mauser im Sommer gern im Wattenmeer auf. Zu der Zeit kann sie nicht fliegen und bewegt sich schwimmend fort.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

7.000 – 7.500 Brutpaare

Bestands­trend

+ 13 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von März bis August zu beobachten, teils ganzjährig

Größe

55-65 cm groß, Flügelspannweite 100-120 cm

Besonderheit

auffällig gezeichneter Vogel mit leuchtend rotem Schnabel

Reise

Strich- und Kurzstreckenzieher, überwintert an Nordsee- und Atlantikküste

Funfact

In einem Brandgans-Kindergarten können sich bis zu 100 Küken tummeln.

Brandgansweibchen © Foto: Frank Derer

Beschreibung

Aussehen

Die Gefiederfärbung ist bei beiden Geschlechtern gleich. Kopf und Hals sind dunkelgrün, die Brust ist weiß. Deutlich sieht man das rostbraune Brustband. Die schwarzen Abzeichen an Schwanz, Schultern und Bauch heben sich vom sonst weißen Gefieder ab. Der Schnabel der Brandgans ist knallrot. Das Männchen trägt einen markanten Schnabelhöcker.

Verhalten

Im Winter und während der Mauser sind Brandgänse in großen Gruppen unterwegs. Nicht brütende Vögel sind auch den Rest des Jahres gesellig. Brütende Paare sind monogam. Die Halbgans legt ihr Nest in verlassenen Kaninchen- und auch Fuchsbauten an. Häufig werden Küken in „Kindergärten“ zusammengeführt und von einem Paar großgezogen.

Gruppe von Brandgänsen© Foto: Mathias Schäf

Lebensraum

Brandgänse bewohnen vor allem Lebensräume nah der Küste. Zur Brutzeit trifft man sie dort auch an Binnengewässern, in Flussmündungen und Feuchtgebieten an. Zur Mauser und im Winter bevorzugen sie an der Küste vor allem Sand- und Schlammflächen.

Gefährdung

Brandgänse sind nicht gefährdet, haben aber jüngst in ihren Beständen abgenommen.

Nahrung

Auf dem Speiseplan der Brandgans stehen Muscheln, Würmer, Schnecken und Insekten, seltener auch Wasserpflanzen. Im Wattenmeer besteht die Nahrung zum Großteil aus Herzmuscheln.

Stimme/Laute

Die männliche Brandgans ruft pfeifend hoch und ist kaum zu hören. Die tiefen, sonoren und nasalen Rufe des Weibchens tragen dagegen weit. Im Flug erzeugen sie ein schwirrendes Pfeifgeräusch.

Zugverhalten

Der Mauserzug der Brandgänse beginnt Mitte Juni. Sie verbringen dann etwa einen Monat zu Zehntausenden auf Inseln im Wattenmeer. Der Abzug dort fängt Mitte August an. Manche Vögel ziehen weiter Richtung Atlantik, manche bleiben bis zum Frühjahr. Gesunde Männchen besetzen schon im Winter die Brutreviere, die Weibchen folgen etwas später.

Beobachtungstipps

Brandgänse erkennt man anhand ihrer auffälligen Zeichnung. Wenn Sie Brandgänse in großer Zahl und in Ruhe beobachten möchten, sind Sie ab August an der deutsch-niederländischen Nordseeküste genau richtig. Vor Mellum und Wangerooge trudeln dann Tausende von Brandgänsen ein. In Schleswig-Holstein überwintern sie an der westlichen Ostseeküste.

Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Gerade zur Mauser und im Winter sind Brandgänse auf den Schutz und das Nahrungsangebot im Gebiet angewiesen. Störungen können sie empfindlich treffen. Sie können den Brandgänsen helfen, indem Sie gerade als Wassersportler*in Mauser- und Überwinterungszentren weiträumig umfahren.

Das macht der NABU

NABU-MOIN

Brandgansforschung

Kaum etwas ist darüber bekannt, wie Brandgänse den Lebensraum Wattenmeer nutzen. Dabei kommt Deutschland eine hohe internationale Verantwortung für den Erhalt der Art zu. Das Michael-Otto-Institut (MOIN) hat elf Tiere mit GPS-Sendern verfolgt.

Übersicht der ersten Ergebnisse