
Delichon urbicum
Mehlschwalbe
Die Mehlschwalbe gehört zum typischen Bild und auch zur Geräuschkulisse der ländlicheren Umgebung. Da sie ihre Nester direkt an Felswänden oder höheren Gebäuden baut, ist sie eher in Städten und Kleinstädten unterwegs als in der offenen Landschaft oder in kleinen Dörfern. Mit der Rauchschwalbe teilt sie sich zwar bei der Futtersuche einen Lebensraum, sie nisten aber an unterschiedlichen Orten. Die Mehlschwalbe ist bei uns Sommerbotin, ihre Rückkehr läutet die warme Jahreszeit ein.
Ruf
Aufgenommen von Buhl Johannes/XC144509
Gesang
Aufgenommen von Michel Veldt, XC768814. Erreichbar unter www.xeno-canto.org/768814
Alarmruf
Aufgenommen von Matthias Hemprich/XC146742
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Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
415.000 - 770.000 Brutpaare
Bestandstrend
- 47 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
von April bis September zu beobachten
Größe
13-15 cm groß
Besonderheit
baut geschlossene Lehmnester an Außenwänden von Gebäuden
Reise
Langstreckenzieher, überwintert in Afrika
Funfact
Ein Lehmnest besteht aus bis zu 1500 gesammelten Lehmkügelchen.
Beschreibung
Aussehen
Die Mehlschwalbe ist etwas kleiner und kompakter als die Rauchschwalbe. Der kurze Schwanz ist breit gegabelt. Oberseite und Flügel sind schwarz, wobei Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Unterseite und Bürzel leuchten weiß. Die Kehle des Männchens ist rein weiß, die des Weibchens wirkt etwas schmutzig.

Verhalten
Mehlschwalben brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen anzutreffen. Sie bauen runde und beinah geschlossene Lehmnester kunstvoll an Gebäuden unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen und an Felswänden in Nischen. Insekten fangen sie oft im raschen Flug in großer Höhe.
Lebensraum
Zur Nahrungssuche bevorzugen sie offenes Gelände, zum Nestbau Ortschaften mit höheren Gebäuden. Gerne halten sie sich in insektenreicher Gewässernähe auf.
Gefährdung
Die Mehlschwalbe ist gefährdet: Ihr Bestand geht stetig zurück. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: illegale Zerstörung von Nestern, Vergrämungsmaßnahmen an Häusern, Insektenschwund. Moderne Architektur macht es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen.
Nahrung
Fluginsekten wie Fliegen, Mücken und Blattläuse sind die Nahrung der Mehlschwalbe.
Stimme/Laute
Fliegend ruft die Mehlschwalbe „schrrip“ oder „brrit“. Ihr Warnruf ist höher und ein wiederholt ausgerufenes „tschierr“. Sie zwitschert weniger melodiös, aber eifrig schwatzend.
Zugverhalten
Im Herbst brechen Mehlschwalben nach Afrika auf, Durchzügler aus dem Nordosten Europas ziehen dann bei uns durch. Im Frühjahr geht es zurück ins Brutgebiet.
Beobachtungstipps
Mitte April trifft die Mehlschwalbe – kurz nach der Rauchschwalbe – bei uns ein. Zu brüten beginnt sie aber erst im Juni. Im Herbst verlässt sie uns vor der Rauchschwalbe wieder. Die Brutpaare sind standorttreu und suchen jedes Jahr ihr altes Nest wieder auf.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Mehlschwalben freuen sich auch über Kunstnester. Wenn nicht genug Lehmpfützen oder geeignete Außenwände für den Nestbau vorhanden sind, können Sie ihnen so eine Brutmöglichkeit anbieten. Um Haus und Hof vor Verschmutzung zu schützen, hat sich das Anbringen von Kotbrettchen unter dem Nest als sinnvoll erwiesen. Sie schützen Nest und Küken zusätzlich vor dem Absturz.




