Kranich auf einem freien Feld.
Vogel des Jahres 1978
Kranich auf einem freien Feld© Foto: Frank Derer

Grus grus

Kranich

Kraniche sind in vielerlei Hinsicht besondere Vögel: Ihr Aussehen fällt auf, die Balz ist spektakulär, und der Kranichzug ist jedes Jahr ein besonderes Naturschauspiel. Mit lauten Rufen ziehen sie in großen Keilformationen am Himmel entlang und versammeln sich mit mehreren tausend Tieren an den Rastplätzen. In Deutschland befinden sich solche Rastplätze vor allem im Norden und Nordosten. In den letzten Jahrzehnten hat sich beim Brutvorkommen hierzulande ein positiver Bestandstrend entwickelt.

Ruf

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Alarm- und Flugruf

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Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

12.000 - 12.500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 562 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

96-116 cm groß

Besonderheit

trompetender Ruf

Reise

mehrheitlich Kurzstreckenzieher

Funfact

Im Havelland wurden an einem Tag bis zu 80.000 Kraniche beim Rasten gezählt.

Während seines Zuges rastet der Kranich gern auf Feldern.© Foto: Klemens Karkow

Beschreibung

Aussehen

Der Kranich ist größer als ein Weißstorch. Sein Gefieder ist überwiegend in einem hellen Blaugrau. Auffällig sind die langen, schwarz zulaufenden Schirmfedern, die buschig über den Bürzel hinausragen. Kopf und Hals sind schwarz-weiß, und auf dem Kopf befindet sich eine unbefiederte rote Kappe. Der Mantel ist während der Brutzeit rostbraun gefärbt.

Kraniche haben ein auffälliges Aussehen.© Foto: Frank Derer

Verhalten

Während der Balz und auch bei Aufregung führen die Kraniche besondere Tänze vor, bei denen sie die Köpfe und Schnäbel hoch in die Luft recken und ihre trompetenden Rufe von sich geben. Sie bauen ihre Nester bevorzugt umgeben von Wasser und polstern sie mit viel Pflanzenmaterial aus. Beide Elternteile kümmern sich um die Jungen.

Lebensraum

Er brütet versteckt in Feuchtgebieten und Mooren am Boden. Sein Verbreitungsgebiet in Europa erstreckt sich vor allem über den Norden und Nordosten. Während des Zuges rastet er häufig auf Feldern und übernachtet an störungsfreien Gewässern.

Gefährdung

Der Kranich gilt aktuell als nicht gefährdet, dank umfangreicher internationaler und nationaler Schutzmaßnahmen.

Nahrung

Die Nahrungsgrundlage bilden vor allem verschiedene Pflanzenbestandteile. Gerade im Sommer frisst der Kranich auch Insekten und Würmer.

Stimme/Laute

Kraniche sind ruffreudige Tiere. Ihre trompetenartigen Rufe kann man während des Zugs, während der Balz im Duett, aber auch bei Aufregung vernehmen.

Zugverhalten

Der Kranich ist mehrheitlich ein Kurzstreckenzieher, der im Mittelmeerraum bevorzugt in Korkeichenwäldern Südeuropas und in Nordafrika überwintert.

Was den Kranich besonders macht

Kraniche in Keilformation über sich fliegen zu sehen und dabei ihre weit tragenden, trompetenartigen „gruu-grii“-Rufe  zu hören, zählt zu den besonderen Naturerlebnissen. Jedes Jahr ziehen rund 400.000 Kraniche auf ihrer südwestlichen Zugroute über Deutschland, um den Winter in Südeuropa und Nordwest-Afrika zu verbringen. Ein Großteil von ihnen rastet an etablierten Sammelplätzen im Norddeutschen Tiefland, wo der allabendliche Einflug zehntausender Vögel viele Naturbegeisterte anzieht.

Auch bei uns brüten rund 11.000 Kranichpaare. Dank intensiver Schutzbemühungen steigt ihr Bestand seit einigen Jahren deutlich an. So werden beispielsweise naturnahe Niederungen und Sumpfgebiete erhalten oder wiedervernässt und offene Lebensräume als Rast- und Sammelplätze erhalten. Ebenso werden auf Stilllegungsflächen „Ablenkfütterungen“ durchgeführt und Landwirt*innen, auf deren Feldern Kraniche gefressen haben, erhalten Ausgleichszahlungen.

Seit 1996 betreibt die Arbeitsgemeinschaft Kranichschutz Deutschland unter Leitung des NABU das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf nahe Stralsund. Hier wird der deutschlandweite Kranichschutz koordiniert, werden Monitorings durchgeführt sowie Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung betrieben.

Ob es allerdings bei der positiven Entwicklung des Kranichbestands bleibt, hängt nicht nur von den Schutzmaßnahmen im Brutgebiet ab. Auch die Nahrungs- und Witterungsbedingungen auf dem Zug sowie in den Rast- und Überwinterungsgebieten spielen eine wichtige Rolle. Vor allem zur Zugzeit können Kollisionen mit Freileitungen, Windenergieanlagen und ähnlichen Strukturen zu Verlusten führen. Außerdem ist noch unklar, wie sich der Klimawandel langfristig auf die Vögel auswirken wird – vor allem die Zunahme von Trockenperioden wie in den letzten zwei Jahren könnte ihren Bruterfolg und somit die wachsenden Bestände negativ beeinflussen.

Beobachtungstipps

Während der Zugzeit kündigen sich Kraniche mit ihrem laut trompetenden Ruf an, wenn sie in Keilformation hoch am Himmel Richtung Süden fliegen. An den Rast- und Sammelplätzen kann man riesige Ansammlungen an Tieren beobachten. Viele Informationen, Adressen und weitere Tipps findest du hier: 

Kranich-Infos

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Was kann ich tun?

Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie deinen Schutz. Unterstütze uns und werde NABU-Mitglied!

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