
Fulmarus glacialis
Eissturmvogel
Der Eissturmvogel ist ein Hochseevogel und die meiste Zeit seines Lebens auf dem offenen Meer unterwegs. Nur zur Brutzeit kommt er an Land und bleibt für diese Zeit in der Nähe des Brutplatzes. Auf Helgoland befindet sich seit 1972 eine Brutkolonie. An seiner Röhrennase auf dem Schnabel, die der Salzausscheidung dient, ist der Eissturmvogel gut zu erkennen. Er kann bis zu 50 Jahre alt werden.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Extrem selten
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
23 Brutpaare
Bestandstrend
+158 % (zunehmend)
Steckbrief
Beobachten
zur Brutzeit in Küstennähe zu sehen
Größe
43-52 cm groß, Flügelspannweite 101-117 cm
Besonderheit
eleganter Flieger, an Land eher unbeholfen
Funfact
Der wissenschaftliche Name Fulmarus leitet sich von der altisländischen Bezeichnung „foul maa“ für „Stinkmöwe“ ab.
Beschreibung
Aussehen
Eissturmvögel gibt es in zwei Farbvarianten. Die helle Morphe hat einen hellen Kopf und eine helle Unterseite. Rücken und Flügel sind hellgrau. Die dunkle Morphe ist auch an Kopf und Unterseite grau gefärbt. Beide haben einen schwarzen Fleck am Auge. Weitere Farbvarianten sind möglich. Der unterschiedlich lange Schnabel ist gelb, mit grauer Röhrennase.

Verhalten
Die Hochseevögel sind elegante Flieger und sehr gute Taucher, die bis zu 40 Meter tief tauchen können. Auf offener See sind sie in großen Ansammlungen auf der Jagd nach Futter. Sie brüten in lockeren Kolonien, oft in Höhlen an Steilküsten. Feinde wehren sie ab, indem sie stinkendes Magenöl auf den Angreifer spucken.
Lebensraum
Das Zuhause der Eissturmvögel ist die offene See. Zum Brüten kommen sie an Steilküsten und Felseninseln.
Gefährdung
Eissturmvögel sind zunehmend gefährdet wegen Überfischung und Plastikmüll im Meer.
Nahrung
Sie ernähren sich von Fisch, Plankton, Tintenfischen, Walkadavern, Quallen und leider auch von umhertreibendem Müll.
Stimme/Laute
Sie unterhalten sich überwiegend mit gackernden, knurrenden und kehlig glucksenden Lauten. Brutpaare geben ganze Tiraden mit zunehmender Lautstärke von sich.
Zugverhalten
Von Mai bis etwa Juli kann man die Vögel bei uns auf Helgoland sehen. Danach fliegen sie wieder aufs offene Meer.
Beobachtungstipps
Auf dem Helgoländer Lummenfelsen lassen sich – neben anderen Seevögeln – auch Eissturmvögel gut beobachten. Im Mai beginnt die Brutzeit, nach zwei Monaten lassen die Eltern ihre Jungen dann alleine zurück und verschwinden wieder aufs offene Meer. Nach weiteren drei Wochen können Sie dann beobachten, wie die Jungen sich selber fliegen und fischen beibringen.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
In den Mägen toter Eissturmvögel wird oft viel Müll gefunden, den sie auf hoher See als Futter betrachtet haben. Bitte sammeln Sie bei Strandbesuchen ihren Müll immer ein und achten Sie darauf, nichts zurückzulassen. Auch an jährlichen Müllsammelaktionen teilzunehmen, kann neben der Müllvermeidung helfen, die Verschmutzung der Meere einzudämmen.



