Dreizehenspecht an einem Baumstamm.
Dreizehenspecht© Foto: Christoph Moning

Picoides tridactylus

Dreizehenspecht

Normalerweise haben Spechte, wie auch die meisten anderen Vögel, insgesamt vier Zehen. Warum die vierte Zehe bei den Dreizehenspechten fehlt, ist allerdings unklar. Offensichtlicher als an den Füßen erkennen Sie diese zutraulichen Spechte aber an ihrem schwarz-weißen Gefieder, wodurch sie im Gegensatz zu Buntspechten sehr dunkel wirken. In Deutschland kommt die Unterart alpinus vor, sie besitzt einen dunkel gebänderten Rücken.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

1.000 – 1.500 Brutpaare

Bestands­trend

unbekannt

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

21,5-24 cm groß

Besonderheit

zutraulicher Specht

Funfact

Auf der Suche nach Baumsaft hämmert er Löcher in Fichten. Dieses „Ringeln“ ist eine Praxis aus der Landschaftspflege, um Bäume langsam zu entnehmen und Totholz zu schaffen.

Nachwuchs Dreizehenspecht© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Dreizehenspechte haben einen hellen Bauch und Rücken mit dichter dunkler Bänderung. Sie sind etwas kleiner als Buntspechte und besitzen keinerlei rötliche Färbung. Männchen haben einen leicht zitronengelben Scheitel, bei den Weibchen ist er schwarz-weiß gefärbt.

Dreizehenspechtweibchen© Foto: Christoph Moning

Verhalten

Wegen seines beschränkten Vorkommens sieht man den Dreizehenspecht nicht so leicht. Haben Sie ihn aber entdeckt, ist er dafür wenig scheu und lässt sich gut beobachten.

Lebensraum

Sie brauchen Nadel- oder Mischwälder mit älteren Fichten und Totholz. In Deutschland bewohnen die mittelgroßen Spechte daher vor allem alte Bergwälder.

Gefährdung

Dreizehenspechte sind nicht gefährdet.

Nahrung

Um an Käfer oder deren Larven zu kommen, entfernen Dreizehenspechte die Rinde toter Fichten. Borkenkäfer stehen dabei ganz oben auf dem Speiseplan. Außerdem nehmen die Spechte Baumsaft auf, wozu sie Löcher in die Rinde hacken.

Stimme/Laute

Das Trommeln des Dreizehenspechtes ist etwas länger und langsamer als das eines Buntspechtes. Die Schläge sind kräftig und deutlich voneinander zu trennen. Beim Ruf kann man ein weiches „gjüp“ verstehen.

Zugverhalten

Dreizehenspechte sind Standvögel und daher auch im Winter in ihren Brutgebieten zu finden.

Beobachtungstipps

Um einen Dreizehenspecht in Deutschland zu beobachten, haben Sie nur an wenigen Orten gute Chancen. Am besten, Sie suchen im Bayerischen Wald, im Allgäu oder im Schwarzwald. Schauen Sie in Gebieten mit vielen toten Fichten und achten Sie auf den Ruf des schwarz-weißen Spechtes.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern

Aktiv werden

Was kann ich tun?

In Ihrem eigenen Garten können Sie nicht viel für den Dreizehenspecht unternehmen, aber vielleicht mit Ihrer Urlaubsentscheidung: Setzen Sie auf sanften Wander- und Skitourismus. Denn die Erschließung und Rodung von Bergwäldern kann den wenigen Populationen in Deutschland gefährlich werden.