Baumpieper
Baumpieper© Foto: Fabian Hirschauer

Anthus trivialis

Baumpieper

Auch wenn der Baumpieper früher noch sehr häufig war, erzeugt der Artname „trivialis“, was „gewöhnlich“ bedeutet, heute ein falsches Bild von der Verbreitung des Baumpiepers. Denn in einigen Regionen sind die Bestände des Baumpiepers bis zu 80 Prozent zurückgegangen oder gar ganz erloschen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber in hohem Maße einer intensiveren Forstwirtschaft und den Schwierigkeiten auf dem Zug und in den Wintergebieten zuzuschreiben.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

255.000 – 360.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 49 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von April bis Oktober zu beobachten

Größe

14-16 cm groß

Besonderheit

beginnt Singflug von der Baumspitze und gleitet nach unten

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Schon mal einem Baumpieper beim Singflug zugeschaut? Nein? Dann wird es höchste Zeit! Denn der Baumpieper wirkt beim Landen ein bisschen wie ein abstürzendes Segelflugzeug.

Baumpieper singen auf hohen "Singwarten" wie Bäumen oder Sträuchern© Foto: Hartmut Mletzko

Beschreibung

Aussehen

Baumpieper und Wiesenpieper sehen sich sehr ähnlich. Im Unterschied zum Wiesenpieper trägt der Baumpieper einen deutlicheren Überaugenstreif und einen angedeuteten dunklen Augenstreif. Bei ihm ist ein sichtbarer Übergang zwischen der beigen Brust und dem weißen Bauch sowie zwischen der dicken Brust- und der dünnen Flankenstrichelung zu erkennen.

Verwechslungskandidat Wiesenpieper

Wiesepieper sitz auf Vegetation

Anthus pratensis

Wiesenpieper

Von den Piepern kann man den Wiesenpieper wohl am häufigsten beobachten, weil er gerne erhöhte Warten auf Sträuchern oder Zaunpfählen einnimmt.

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Verhalten

Beim Singflug steigt der Baumpieper von einer hohen Baum-oder Strauchspitze zunächst stumm weit über die Singwarte hinaus auf und startet am höchsten Punkt, kurz bevor der Abstieg beginnt, mit seinem Gesang. Dabei lässt er sich mit ausgebreiteten Flügeln und gespreiztem Schwanz wie ein Fallschirm fallen, um dann wieder auf der Baumspitze zu landen.

Lebensraum

Sie haben verschiedene Lebensraumansprüche. Zum einen benötigen sie eine hohe Vegetation zur Nahrungssuche und als Neststandort und zum anderen hohe Singwarten wie Bäume oder Sträucher, um ihren Singflug durchzuführen. Das napfförmige Nest wird beispielsweise in Grasbüscheln oder Farnen angelegt.

Gefährdung

Der Baumpieper steht auf der Vornwarnliste. Aufgrund des Wandels in der Forstwirtschaft nehmen die Bestände stark ab. Eine intensivere Forstwirtschaft mit Trockenlegung von Mooren und starken Aufforstungen sowie eine zunehmende Nährstoffanreicherung und Sukzession haben zu einem drastischen Lebensraumverlust geführt. Hinzu kommen die Gefahren auf dem Zug und Dürre in den Wintergebieten.

Nahrung

Baumpieper ernähren sich überwiegend tierisch. Dabei stehen beispielsweise kleine Raupen, Spinnen oder Insekten auf dem Speiseplan.

Stimme/Laute

Der Gesang des Baumpiepers ist eine aneinandergereihte Folge von Lauten. Er beginnt mit einem abfallenden „zi-zi-zi“, das in pfeifende „wiswiswis“-Laute mit einem kleinen Überschlag am Ende übergeht und mit rau gezogenen „zjia zjia zjia“-Lauten endet. Sein Ruf ist ein scharfes „sphiz.“

Zugverhalten

Als Langstreckenzieher machen sich die deutschen Brutvögel ab etwa Anfang August auf den Weg in ihre Überwinterungsgebiete in südwestliche bis südsüdwestliche Richtung. Ihr Ziel sind die Savannen West- und Ostafrikas. Erst Ende April oder Anfang Mai kehren sie an ihre Brutplätze zurück.

Beobachtungstipps

Aufgrund ihrer Lebensraumansprüche kommen Baumpieper beispielsweise an sonnigen Waldrändern, auf Lichtungen oder auf Kahlschlägen mit reichem Unterwuchs vor. Sie sind aber auch in naturnahen Parkanlagen, oder auf Heide- und Moorflächen zu finden. Dabei können sie am besten auf einer hohen Baumspitze bei der Durchführung ihres Singfluges beobachtet werden. Außerhalb der Brutzeit sind sie zur Nahrungssuche aber auch auf Äckern, Grünland oder Brachen zu finden.

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