Tipps zur Artbestimmung

Molche am Amphibienzaun unterscheiden

Um welchen Molch am Amphibienzaun handelt es sich eigentlich? Viele Ehrenamtliche notieren einfach „Molch“ in der Statistik, dabei lohnt sich eine genauere Unterscheidung. Wir geben Tipps, wie man die vier heimischen Molcharten bestimmen kann.
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  • Lesedauer: 1 Min.
  • von Jan Piecha
Arbeit am Krötenzaun
Arbeit am Krötenzaun© Foto: NABU/Jan Piecha

Bei den vier heimischen Molcharten ergeben sich immer wieder Schwierigkeiten, sie am Zaun schnell und sicher zu bestimmen. Die Herausforderung liegt darin, dass einige charakteristische Merkmale, wie die Rückenkämme, erst in der Wassertracht ausgebildet werden und sich die Arten daher auf den ersten Blick ähneln können. 

Das Übersetzen der in Fangeimern eingesammelten Amphibien bietet jedoch eine gute Gelegenheit, Daten zum örtlichen Artenspektrum zu erheben. Vor dem Aussetzen auf der anderen Straßenseite werden deshalb in der Regel Anzahl, Art und Geschlecht der Tiere notiert.

In vielen Statistiken an den Amphibienzäunen werden sie deshalb einfach unter „Molche“ zusammengefasst, obwohl hierbei naturschutzrelevante Daten erfasst werden könnten. Vor allem, um langfristige Trends der Populationen zu sehen und Bestandsrückgänge zu erkennen.  

  • Teichmolche sind die häufigste Molchart in Deutschland, sehr variabel in den Lebensraumansprüchen. Körper überwiegend braun gefärbt mit sieben bis elf Zentimer Körpergröße
  • Bei Männchen häufig schwarze Punkte auf Oberseite sichtbar und dunkle Streifen seitlich am Gesicht. Weibchen eher einheitlich gefärbt, teilweise mit variabler Linienmusterung entlang des Rückens
  • Orangefarbene Bauchseite ist bei den Männchen mit großen Punkten besetzt, bei den Weibchen normalerweise feingepunktet mit unterschiedlich starker Ausprägung. Manchmal auch fast ohne Punkte. Bauchseite nie komplett orange wie beim Bergmolch. Kehle und Bauchseiten wirken eher beige 
  • Fadenmolche sind überwiegend im Westen und Südwesten von Deutschland verbreitet, sie bevorzugen kleine, kühle, oft schattige Stillgewässer der Mittelgebirge
  • Körper überwiegend braun gefärbt, ähnlich Teichmolch. Eher zierlich und kleiner mit sieben bis neun Zentimeter Körpergröße
  • Männchen ohne die auffälligen Flecken an Rücken und Bauch. Häufig zwei Linien dünner Punkte seitlich am Schwanz. Am Schwanzende auch bei der Amphibienwanderung bereits Ansatz des Fadens sichtbar, wird im Wasser jedoch länger. Hintere Füße des Männchens oft leicht sternförmig ausgeprägt
  • Weibchen nur schwer von Teichmolchweibchen zu unterscheiden. Der Bauch ist oft eher gelblich und nicht so kräftig dunkelorange. Kehle und Bauch fast immer unbefleckt, können jedoch auch schwach gepunktet sein. Kehle und Beinansätze wirken beim Fadenmolch blass und etwas transparent
  • Bergmolche sind weit verbreitet in Deutschland. Fehlen jedoch im Norden und Nordosten
  • Körper etwas kräftiger als Teich- und Fadenmolch mit sieben bis zwölf Zentimeter Körpergröße
  • Dunkles Erscheinungsbild. Männchen wirken teilweise bereits leicht bläulich. Auf dem Rücken eine schwarzgepunktete Linie. Flanken, Zehen und Mundpartie häufig mit kleinen Punkten gesäumt. Bauchseite stark orange und ungefleckt
  • Weibchen häufig etwas größer und dicker durch Laich im Bauch. Gute Tarnung durch dunkle Grundfärbung. Auf dem Rücken ein variables, jedoch gleichmäßig verteiltes Camouflage-Muster. Manchmal eher gräulich, teilweise aber auch olivefarben. Bauch kräftig orangefarben ohne Punkte 
  • Kammmolche sind weit verbreitet in Deutschland. Bevorzugen tiefere Gewässer mit Wasserpflanzen
  • Größer als die anderen Molcharten mit zwölf bis 18 Zentimeter Körpergröße
  • Oberseite dunkelgrau bis schwärzlich. An den Flanken häufig sehr feine weiße Pünktchen. Unterseite orange gelblich mit großen schwarzen Punkten, jedoch nicht so gleichmäßig verteilt wie beim Teichmolch und mit schärferen Kanten
  • Zehen haben orangene Spitzen  
  • Die Kloake der Männchen ist schwarz, die Kloake der Weibchen gelborange.
  • Männchen mit charakteristisches perlmutt-silbriges Band an den Schwanzseiten. Der große Rückenkamm der Männchen ist bereits bei der Anwanderung zum Gewässer sichtbar und liegt flach auf dem Rücken auf. 

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