Pioniere des naturnahen Waldmanagements geehrt

Martin Levin und Knut Sturm erhalten NABU-Waldmedaille 2025

Den Wald bewirtschaften, ohne dass er es merkt: Für diesen Ansatz wurden Martin Levin und Knut Sturm als langjährige Leiter der Stadtwälder Göttingen und Lübeck vom NABU im Tandem mit der Waldmedaille 2025 ausgezeichnet.


 

  • News
  • 10.10.2025
  • Berlin
  • Lesedauer: 2 Min.
Waldmedaille 2025 - Zusammenschnitt Martin Levin und Knut Sturm
Die Gewinner der NABU-Waldmedaille Martin Levin und Knut Sturm.© Foto: Nadja Bülow

Martin Levin und Knut Sturm sind mit der NABU-Waldmedaille 2025 ausgezeichnet worden. Die beiden Preisträger sind Pioniere des naturnahen Waldmanagements. Über viele Jahrzehnte haben sie ein Konzept der Waldbewirtschaftung weiterentwickelt, das die Prozesse natürlicher Wald-Ökosysteme als Vorbild nutzt – die sogenannte prozessschutzorientierte Waldwirtschaft (PSW). Hierbei kann der Wald die typischen Altersphasen und natürlichen Entwicklungsstadien durchlaufen und seine volle Arten- und Strukturvielfalt entfalten. So wird er widerstandsfähiger gegen Hitze, Stürme oder Schädlinge. 

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Alte Bäume als Lebensraum, Klimaschützer und Wirtschaftsfaktor

In den Stadtwäldern von Lübeck und Göttingen haben die Preisträger das Konzept in der Praxis umgesetzt. Hier dürfen besonders viele Bäume alt und dick werden. Sie sind für bedrohte Arten unverzichtbar, fördern die Naherholung und binden besonders viel klimaschädliches CO₂. Zugleich entwickeln die Bäume eine hohe Holzqualität, mit der sich hohe Preise am Markt erzielen lassen. Viele der Alt-Bäume bleiben jedoch als sogenannte Habitatbäume stehen und liefern später wertvolles Totholz. Insgesamt führt die Nutzung natürlicher Prozesse im Wald zu weniger maschinellen Eingriffen, schont die Böden, senkt Kosten und sichert langfristig stabile Erträge. 

Martin Levin und Knut Sturm setzen sich konsequent für die Dokumentation und Begleitforschung zur prozessschutzorientierten Waldwirtschaft ein. Die ermittelten Daten sollen zu einer faktenbasierten Debatte in der Forstbranche und Gesellschaft beitragen. Nicht zuletzt waren die Preisträger maßgeblich an der Gründung der Naturwald Akademie beteiligt – ein wissenschaftlicher Thinktank zur Erforschung naturnaher Wälder und ihrer Prozesse.

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Der NABU verleiht die Wald-Medaille für besonderes Engagement für Walderhalt, Biodiversität und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sie macht erfolgreiche Projekte bundesweit sichtbar und motiviert, Lösungen zu diskutieren, nachzuahmen und weiterzuentwickeln.

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