Wanderfalke
Vogel des Jahres 1971
Von wegen Gepard - nicht er, sondern der Wanderfalke ist das schnellste Tier der Welt.© Foto: Hartmut Mletzko

Falco peregrinus

Wanderfalke

Das markanteste Merkmal des Wanderfalken sind wohl seine rasanten Flugmanöver, mit denen er seiner Beute hinterherjagt. Seine Gestalt ist deutlich größer und kräftiger als die des Turm- oder Baumfalken. Er ist fast überall auf dem Globus beheimatet. Hierzulande gilt er überwiegend als Standvogel.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

1.600 - 1.800 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 203 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

38-45 cm groß

Besonderheit

rasante Jagdmanöver im Flug

Reise

Standvogel bis Langstreckenzieher

Funfact

Der Wanderfalke war 1971 der erste Vogel des Jahres!

Wanderfalkenmännchen erkennt man an dem schwarzen "Bart", der bei ihnen ausgeprägter ist als bei den Weibchen© Foto: NABU/CEWE/Peter Gerlach

Beschreibung

Aussehen

Das Gefieder des Wanderfalken ist charakteristisch schiefergrau an der Oberseite und weiß mit einer dunklen Querbänderung an der Unterseite. Der Kopf ist dunkel gefärbt, die Kehle und die Wangen hingegen sind weiß.

Verhalten

Wanderfalken halten entweder von einer erhöhten Sitzwarte oder im Flug Ausschau nach ihrer Beute. Dabei nutzen sie in erster Linie ihren scharfen Sehsinn. Ihr Opfer erbeuten sie, indem sie sich aus großer Entfernung im Sturzflug darauf stürzen. Etwa 13 Prozent dieser Manöver sind erfolgreich.

Lebensraum

Er besiedelt stark variierende Lebensräume und brütet in Waldgebieten und an steilen Felswänden, aber auch in Kirchtürmen oder an Brückenpfeilern. Zur Jagd benötigt er jedoch große freie Flächen.

Gefährdung

Er gilt aktuell als nicht gefährdet.

Nahrung

Auf dem Speiseplan des Wanderfalken stehen fast ausschließlich andere Vögel, die er in der Luft erbeutet. In Stadtnähe ernährt er sich zu einem Großteil von Tauben, wohingegen er sich in der Nähe von Gewässern viel von Enten und Lemikolen ernährt.

Stimme/Laute

Der Wanderfalke ist nicht sehr ruffreudig. Sein Warn- und Kontaktruf klingt gackernd wie „grä grä grä“.

Zugverhalten

Hierzulande sind Altvögel häufig Standvögel. Jungvögel ziehen teilweise in wärmere Regionen. Nordeuropäische Populationen sind häufig Zugvögel, die im Winter nach Mittel- und Westeuropa ziehen.

Beobachtungstipps

Außerhalb der Brutzeit kann man Wanderfalken in offenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen, in Gewässernähe oder auch in Siedlungsnähe beobachten. Sie sind größer als Turm- oder Baumfalken und beeindrucken mit rasanten Flugmanövern und extremen Sturzflügen.

Wanderfalkenwebcam Heidelberg

Von Anfang März bis Ende Mai kann man die Wanderfalken in Heidelberg live über drei Webcams beim Brüten und Aufziehen des Nachwuchses beobachten, ohne sie zu stören.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Da natürliche Felslebensräume knapp sind, brüten Wanderfalken heute zu über 90 Prozent an hohen Bauwerken wie Kirchen, Industrieanlagen, Kraftwerken oder Autobahnbrücken. Wenn du Zugang zu solchen Gebäuden hast, kannst du in Absprache mit lokalen NABU-Gruppen spezielle, witterungsbeständige Nistkästen anbringen, da Wanderfalken selbst keine Nester bauen.

Das macht der NABU

Wanderfalken

Wanderfalkenschutz in Nordrhein-Westfalen

Engagiert und erfolgreich

In vielen Bundesländern kümmern sich NABU-Teams der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz erfolgreich um die pfeilschnellen Greifvögel.

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