Rüttelnder Turmfalke
Vogel des Jahres 2007
Rüttelnder Turmfalke© Foto: Mathias Schäf

Falco tinnunculus

Turmfalke

Turmfalken sind Kulturfolger, die gerne in vom Menschen geprägten Gebieten brüten. Als Nistplatz dienen natürlicherweise vor allem Felsnischen und -höhlen, heute werden diese oftmals durch Kirchtürme oder andere Gebäudestrukturen ersetzt. Sie zählen nach dem Mäusebussard zu den häufigsten gefiederten Beutegreifern in Mitteleuropa und können in der Luft rüttelnd dabei beobachtet werden, wie sie ihre Beute erspähen. Häufig machen sie Jagd auf Kleinnager. Die Gefiederfärbung des Männchens ist auffälliger als die des Weibchens.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

80.000 - 135.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 75 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

31-37 cm groß

Besonderheit

oft im Rüttelflug in der Luft stehend

Reise

Standvogel bis Mittelstreckenzieher

Funfact

Als einzige der in Deutschland brütenden Falkenarten ist das Aussehen von Männlein und Weiblein beim Turmfalken unterschiedlich.

Einen weiblichen Turmfalken erkennt man an seinem braunen Kopf und den dunklen Querstreifen auf dem Rücken und dem Schwanz© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Männchen und Weibchen haben unterschiedliche Gefiederfärbungen, Weibchen sind tendenziell etwas größer. Bei Männchen sind die rostbraune Oberseite mit schwarzen Rautenmustern sowie der graue Kopf und der graue Schwanz mit einer schwarzen Endbinde charakteristisch. Weibchen sind eher unauffällig braun gefärbt und haben am braunroten Rücken dunkle Querbänder.

Verhalten

Der Turmfalke steht oft an einer Stelle in der Luft, um seine Beute zu erspähen. Dabei nutzt er auch seine Fähigkeit, ultraviolettes Licht wahrzunehmen, um Kot und Urin von Kleinnagern zu orten.

Lebensraum

Als Kulturfolger besiedelt der Turmfalke strukturreiche Landschaften in der Nähe des Menschen. Zum Brüten nutzt er oft alte Bäume, Kirchtürme oder alte Gebäude. Für die Mäusejagd benötigt er Felder und Äcker.

Gefährdung

Er ist in Deutschland nicht gefährdet.

Nahrung

Als Nahrung dienen fast ausschließlich Kleinnager wie Wühlmäuse, die im Rüttelflug erspäht werden.

Turmfalke mit erbeuteter Maus. Turmfalken sind unermüdliche Mausejäger, zwei bis vier Mäuse verspeist der kleine Falke pro Tag© Foto: Mathias Schäf

Stimme/Laute

Der Turmfalke hat einen schnellen kurzen Ruf, der sich wie „ki-ki-ki“ anhört.

Zugverhalten

Erwachsene Tiere verbringen den Winter oft bei uns in Deutschland und ziehen als Strichvögel eher lokal umher, je nach Nahrungsangebot.

Beobachtungstipps

Oftmals kann man Turmfalken auf der Jagd beobachten, wenn sie im Rüttelflug über Feldern und Wiesen in der Luft stehen und nach Beute Ausschau halten.

Turmfalken-Webcam aus Dettingen Teck

Über diese Webcam haben Turmfalken-Fans die Möglichkeit, das Brutgeschehen und die Aufzucht der Jungvögel im Turm der Dettinger St. Georgiskirche live zu beobachten, ohne die Greifvögel zu stören.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Mit dem Anbringen spezieller Nistkästen können Sie dem Turmfalken die Suche nach geeigneten Brutplätzen in Siedlungsbereichen erleichtern.

Hier geht es zur Anleitung.

Das macht der NABU

Vogel des Jahres 2007

Maßnahmen zum Schutz des Turmfalken

Zum Schutz von Turmfalken werden künstliche Nistkästen an Gebäuden montiert und Sitzkrücken als Jagdwarten auf Feldern aufgestellt.

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