Tüpfelsumpfhuhn im Flachwasser.
Tüpfelsumpfhuhn im Flachwasser© Foto: Christoph Moning

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Tüpfelsumpfhuhn

Das Tüpfelsumpfhuhn ist das größte unserer drei Sumpfhuhn-Arten. Man bekommt es nur mit viel Glück zu Gesicht. Dann jedoch kann man seine vielen weißen Tüpfel an Hals und Brust entdecken, die es zu seinem Namen gebracht haben. In ruhigen Nächten macht es sich durch seinen unauffälligen, aber weithin hörbaren Gesang bemerkbar, der im Frühjahr aus nassen Wiesen und Röhrichten mit niedrigem Wasserstand ertönt. Da geeignete Lebensräume immer seltener werden, findet man es nicht mehr allzu häufig.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

700 - 1.100 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 13 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von April bis Mitte Oktober zu beobachten

Größe

19-22,5 cm groß

Besonderheit

beige Unterschwanzdecken

Reise

Mittel- bis Langstreckenzieher

Funfact

Wenn sie ihr Brutrevier eingenommen haben, machen sie neben dem normalen Gesang Knurrlaute wie „brrr-brrr-brrr“, bei denen sie den Schnabel nicht öffnen.

Tüpfelsumpfhühner verlassen selten die schützende Ufervegetation und sind deshalb extrem selten zu beobachten© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Beide Geschlechter sehen gleich aus. Sie sind etwas kleiner als eine Wasserralle und haben einen kurzen, geraden Schnabel, der nur an der Basis rötlich ist. Das Gefieder ist braun-schwarz mit weißer Bänderung und Tüpfeln. Im Gesicht und an der Brust sind sie zudem blaugrau gefärbt.

Verhalten

Das Tüpfelsumpfhuhn ist tag- und dämmerungsaktiv. An Land bewegt es sich stark geduckt, damit es nicht auffällt. Es bleibt fast ausschließlich in der Deckung von Seggen und Röhrichtvegetation und meidet offene Flächen. Das Nest legt es auf einem Gras- oder Seggenbüschel im flachen Wasser an. Die Halme um das Nest werden zu einem lockeren Dach zusammengezogen.

Lebensraum

Beliebt sind vor allem überstaute Wiesen, Nassflächen und Seggenwiesen, Schilfgebiete meidet es. Wichtig ist ein konstant niedriger Wasserstand von fünf bis zehn Zentimetern. Auf dem Durchzug kann man es überall an Gewässern mit Verlandungszonen von Seen und Teichen und an Schlickflächen finden.

Gefährdung

Entwässerungen, intensive landwirtschaftliche Nutzung und der Ausbau von Flüssen führen zum Lebensraumverlust. Schwankende Bestände scheinen auch mit Wasserstandsschwankungen zusammenzuhängen, langfristig gibt es zurückgehende Bestände.

Nahrung

Als Nahrung dienen Kleintiere, die im seichten Wasser und Schlamm leben, wie Mücken, Käfer und Libellen, aber auch Würmer und Schnecken. Auch die Sprossspitzen von Pflanzen sowie deren Wurzeln und Samen werden gefressen.

Tüpfelsumpfhuhn mit Nahrung im Schnabel© Foto: Mathias Schäf

Stimme/Laute

Ab der Dämmerung kann man die Balzrufe in einer ruhigen Nacht weithin hören. Der Gesang besteht aus schnell aneinander gereihten „huitt huitt huitt“-Rufen, die ein bisschen wie ein tropfender Wasserhahn klingen. Wenn man sehr nah am rufenden Vogel steht, kann man vor jedem „huitt“ noch einen „u“-Laut hören, sodass der Ruf zweisilbig klingt.

Zugverhalten

Die Überwinterungsgebiete erstrecken sich bis ins südliche Afrika. Manche Tüpfelsumpfhühner überwintern auch im Mittelmeerraum. Sie ziehen nachts und fliegen dabei bodennah. Die Brutgebiete besiedeln sie meist im Laufe des Aprils. Der Wegzug dauert von Mitte Juli bis Anfang Oktober.

Beobachtungstipps

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im norddeutschen Tiefland, vor allem in der vorpommerschen Peeneniederung und im Unteren Odertal. In der Zugzeit von Spätsommer bis Herbst hat man die besten Chancen, Tüpfelsumpfhühner zu sehen. Dabei können sie an allen möglichen Orten mit flachem Wasser, Schlamm und geeigneter Vegetation auftauchen, selbst an kleinsten naturnah bewachsenen Rückhaltebecken für Regenwasser. Die Balzrufe hört man am besten in der Dämmerung ab Mitte April. Die größte Aktivität zeigt es von 21 bis 22 Uhr und am frühen Morgen.

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