Bestandsgefährdete Pflanzen und Tiere

Rote Listen

Rote Listen sind das Fieberthermometer des Naturschutzes. Sie verzeichnen gefährdete, verscholle und ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten, Artengesellschaften, Biotoptypen oder Landschaften. Rote Listen sind wichtige Instrumente des Naturschutzes.
Knäkente
Vom Aussterben bedroht: Die Knäkente ist in der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als Kategorie 1 eingestuft.© Foto: NABU/Jan Piecha

Rote Listen sind Verzeichnisse der gefährdeten, verschollen und ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten, Artengesellschaften, Biotoptypen oder Landschaften. Sie beziehen sich immer auf einen bestimmten Bereich, beispielsweise ein Bundesland oder auf Gesamtdeutschland. Rote Listen sind wichtige Instrumente des Naturschutzes, da sie als Information für die Öffentlichkeit und Behörden dienen. In dem sie die Gefährdungssituation der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten im Land beschreiben, sind sie eine bedeutende Entscheidungshilfe und sozusagen „Fieberthermometer“ des Naturschutzes.

Rote Listen werden in der Regel alle zehn Jahre unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Expert*innen erarbeitet. Auch viele Ehrenamtliche im NABU haben die Roten Listen durch ihre Fachexpertise und zahlreiche Daten unterstützt.

Vorläufer der heutigen Roten Liste gab es schon in den 1960er Jahren. Die erste Rote Liste der Brutvögel Deutschlands wurde 1971 von der Deutschen Sektion des Internationalen Rates für Vogelschutz – heute BirdLife International mit dem NABU als deutscher Partner – veröffentlicht, die erste gesamte „Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland“ 1977 von der damaligen BFANL, der Vorläuferorganisation des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Seit dem werden von diesen Expert*innen die Roten Listen erarbeitet und herausgegeben.

Rote Listen im Überblick

Beutelmeise im Nest

Fast jede zweite Brutvogelart ist bedroht

Rote Liste der Brutvögel 2021

Fast jede zweite Brutvogelart steht in Deutschland auf der Roten Liste und ist somit bedroht.

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Uferschnepfe

Akuter Handlungsbedarf im Naturschutz

Rote Liste der Vogelarten in Europa

In der Europäischen Roten Liste der Vögel zeigt die Trendkurve für 30 Prozent der ausgewerteten Arten nach unten. Viele Vogelarten gelten als bedroht.

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Brandgans

Zugvögel brauchen effektiven und internationale

Rote Liste der wandernden Arten

Die erste Rote Liste wandernder Vogelarten zeigt eine große Gefährdung zahlreicher Arten, die Deutschland als Rast- oder Überwinterungsgebiet nutzen. Am stärksten sind Langstreckenzieher bedroht, sowie Arten der Agrarlandschaft, Küsten und Meere.

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Rotflügelige Schnarrschrecke

Hälfte der heimischen Arten ist gefährdet

Rote Liste der Heuschrecken und Fangschrecken

Rund ein Drittel der Heuschrecken- und Fangschreckenarten Deutschlands gilt laut Roter Liste als bestandsgefährdet.

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Frühlings-Adonisröschen

Viele Wildpflanzen sind bestandsgefährdet

Rote Liste der heimischen Wildpflanzen

Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Algen: In Deutschland sind fast ein Drittel der heimischen Wildpflanzen gefährdet.

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Kriechtiere sind besonders gefährdet

Trotz regional ermutigender Entwicklungen, etwa bei Mauereidechse und Äskulapnatter, sind die Kriechtiere die in Deutschland am stärksten gefährdete Wirbeltiergruppe. Von den 13 heimischen Arten sind über 60 Prozent bestandsgefährdet, darunter die Sumpfschildkröte und die Würfelnatter. 

Dies hängt wesentlich mit der Lebensweise der Wärme liebenden Kriechtiere zusammen, denn günstige Ruhe- und Eiablage-Plätze in sonniger Lage sind für sie selten geworden. Deshalb sind Schutzgebiete, in denen es störungsfreie Zonen an Gewässern, auf Felsen oder an Trockenhängen gibt, für Eidechsen und Schlangen besonders wichtig.

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Wie der Artenverlust gestoppt werden kann

Um den Artenverlust zu stoppen, müssen vor allem die Gefährdungsursachen stärker bekämpft werden wie zum Beispiel die Vernichtung wertvoller Lebensräume durch den Umbruch von Grünland zu Äckern. Ebenso notwendig sind eine verbesserte Betreuung und Pflege bestehender Schutzgebiete. 

Denn trotz strengen gesetzlichen Schutzes werden Arten wie Feldhamster, Kampfläufer und Kiebitz verschwinden, wenn der Naturschutz nicht konsequent gestärkt wird. Menschen, die Land wirtschaftlich nutzen, müssen bei dieser Aufgabe eingebunden und unterstützt werden, insbesondere die Landwirtschaft muss sich zu ihrer besonderen Verantwortung für die in der Kulturlandschaft lebenden Pflanzen und Tiere bekennen. 

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