Vielfalt für Mensch und Natur

Für eine naturverträgliche Agrarpolitik

Eine naturverträgliche Landnutzung ist nötig für das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. Der NABU setzt sich daher für einen grundlegenden Wandel von Agrarpolitik und Landwirtschaftspraxis ein.
Getreidefeld mit Mähdrescher im Hintergrund
Getreidefeld mit Mähdrescher im Hintergrund© Foto: NABU/Volker Gehrmann

Über 50 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands werden landwirtschaftlich genutzt, davon rund 70 Prozent als Ackerland und 29 Prozent als Grünland. Die landwirtschaftliche Praxis hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Beschaffenheit unserer Landschaften und die Vielfalt von Tieren und Pflanzen, auf die Qualität von Wasser, Böden und Luft sowie auf das Klima.

Intensive Landwirtschaft wird zum Problem

Eine naturverträgliche Landnutzung ist notwendig für das Überleben vieler geschützter Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Landwirtschaft jedoch zu einem der Hauptfaktoren für die Belastung der Umwelt und das Artensterben geworden. 

Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion führte zu einem massiven Verlust an artenreichem Grünland, zu einer Monotonisierung der Landschaft durch Verengung von Fruchtfolgen und Vergrößerung von Ackerschlägen, zur übermäßigen Nährstoff- und Pestizidbelastung des Grund- und Oberflächenwassers sowie zu einem Verlust an ökologischen Rückzugsflächen wie Brachen. All das hat die dringend benötigten Lebensräume für viele Arten und auch ihre Nahrungsgrundlage drastisch eingeschränkt. 

Grundsatzprogramm Offenland

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Das Grundsatzprogramm Offenland stellt die Sicht des NABU auf die ökologische Situation und die Herausforderungen für Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität in den offenen Landschaften Deutschlands dar.

Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen

Wesentlich beeinflusst wird unsere Landbewirtschaftung von der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU – auch kurz GAP – genannt.  

Denn die Agrarsubventionen per „Gießkanne“, die zum größten Teil als reine Flächenprämie unabhängig von der Art der Bewirtschaftung gezahlt werden, fördern die umweltschädliche Intensivierung, während viel zu wenig Mittel für die gezielte Honorierung von Naturschutzleistungen der Landwirte bereitstehen. 

Daher ist es nach Überzeugung des NABU dringend erforderlich, drastisch umzusteuern. Im Agrarbereich sollten öffentliche Gelder nur noch für die Erbringung von gesellschaftlich gewünschten Leistungen der Landwirtschaft verwendet werden: etwa Boden-, Wasser-, Klima- und Naturschutz.  

Die Ziele des NABU für die Landwirtschaft der Zukunft

  • Wir wollen bis 2030 einen grundlegenden Wandel von Agrarpolitik, Landwirtschaftspraxis und Marktmechanismen erreichen, der zu Fortschritten für Arten, Lebensräume und die Umwelt insgesamt führt.
  • Wir arbeiten für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik und der EU-Naturschutzförderung, die konkrete ökologische Leistungen der Landwirtschaft honoriert. Umweltschädliche Anreize und Subventionen müssen beendet werden.
  • Wir fordern einen ambitionierten und konsequent vollzogenen gesetzlichen Rahmen für die landwirtschaftliche Praxis, der unabhängig von der Förderung den Schutz der natürlichen Ressourcen sicherstellt. Auch die Hersteller und Händler von Agrarprodukten jeglicher Art sind in der Verantwortung, transparent und umweltverträglich zu handeln.
  • Wir wollen Bürger*innen, Unternehmen und Politik für die Zusammenhänge von Ernährung, Konsum, Landwirtschaft und Naturschutz sensibilisieren.
  • Wir unterstützen Bäuerinnen und Bauern darin, nachhaltig zu wirtschaften und stolz auf ihren Beitrag zur Erhaltung und Förderung einer artenreichen Kulturlandschaft in Europa zu sein.

Damit aus artenarmen, monotonen Agrarlandschaften wieder artenreiche, lebendige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen werden!

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Getreidefeld mit Mähdrescher im Hintergrund
Team Landnutzung

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