Zukunft der Landwirtschaft

Agrarpolitik in Europa

Die EU-Agrarpolitik beeinflusst maßgeblich auch die deutsche Agrarpolitik durch Richtlinien, Gesetze und die GAP, also die Gemeinsame Agrarpolitik der EU. Es braucht europaweit gültige Mindeststandards für Natur- und Klimaschutz.
EU-Flagge
EU-Flagge© Foto: artjazz/stock.adobe.com

Ein wesentlicher Faktor für die Intensivierung und damit verbunden für den Rückgang der Artenvielfalt in der Landwirtschaft ist die Agrarpolitik. Seit den 1960er-Jahren subventioniert die EU die Agrarproduktion und beeinflusst die Märkte damit maßgeblich. Im Fokus stand damals die Erzeugung von Lebensmitteln. Dies geschah in der EU zunächst erfolgreich, um Lebensmittelknappheit zu bekämpfen und Preise niedrig zu halten, dann aber zunehmend an der Nachfrage und den gesellschaftlichen Notwendigkeiten vorbei, mit gigantischen Überproduktionen und ökologischen Schäden als Folge.

Im Laufe der Jahre wurde mit den negativen Umweltwirkungen die Notwendigkeit deutlich, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Landwirtschaft als Erbringung von Gemeinwohlleistungen, die nicht am Markt entlohnt werden (Biodiversität, Kohlenstoffbindung, Bodenfruchtbarkeit), rückte ab den 1990er Jahren zunehmend in den Fokus.  

Unsere Kernforderungen an die Gemeinsame Agrarpolitik GAP

  • Die Direktzahlungen müssen vollständig durch Anreize für nachhaltige Landbewirtschaftung ersetzt werden. Nur so kann die Landwirtschaft weiter Anspruch auf öffentliche Förderung erheben.
  • Europaweit gültige, ambitionierte Mindeststandards für Natur- und Klimaschutz
  • Die GAP muss dazu beitragen, über die Landwirtschaft hinausgehende Ziele und Strategien zu erfüllen. So ist es unbedingt nötig, die Agrarförderung mit der Zielerreichung bei der Wiederherstellungsverordnung zu verknüpfen. 

So wurde etwa die „Zweite GAP-Säule“ (GAP steht für Gemeinsame Agrarpolitik der EU) mit ihren Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen als Teil der Förderpolitik, wie auch der Vertragsnaturschutz, etabliert. Zudem hat die Einführung von Schutzgebieten, wie das Natura-2000-Netz, zu positiven Effekten auf die Biodiversität geführt beziehungsweise die Schäden der Intensivlandwirtschaft stellenweise gebremst. Verstärkte Konditionalität für Direktzahlungen, „Öko-Regelungen“ und eine steigende Umschichtung in die Zweite Säule in der GAP ab 2023 sollen dazu beitragen, die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen.

Angesichts knapper öffentlicher Kassen ist für künftige Förderperioden klar: Die Effizienz der Mittelverwendung muss im Vordergrund stehen. Es ist wenig effizient, Gelder per Gießkanne zu verteilen. Damit zementiert man eher den Status quo, als die Betriebe im Wandel hin zu neuen Wirtschaftsweisen zu unterstützen. Die Direktzahlungen müssen vollständig durch Anreize für nachhaltige Landbewirtschaftung ersetzt werden. Nur so kann die Landwirtschaft weiter Anspruch auf öffentliche Förderung erheben.  

Kontakt

Getreidefeld mit Mähdrescher im Hintergrund
Team Landnutzung

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