Die überwiegende Anbaumethode
Konventionelle Landwirtschaft

Konventionell bedeutet „herkömmlich“, „tradiert“ oder „althergebracht“. Da mag es etwas verwundern, dass man unter „konventionellem Pflanzenbau“ eine Landwirtschaft versteht, die auf Kunstdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zurückgreift.
Diese modernen Inputs werden nämlich erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa großflächig eingesetzt. Sie haben sich aufgrund ihrer sehr ertragssteigernden Wirkung schnell durchgesetzt. Heute werden mehr als 85 Prozent der Äcker, Wiesen und Weiden in Deutschland konventionell bewirtschaftet.
Vergleich mit dem Ökolandbau
Konventionelle Landwirtschaft wird oft dem Ökolandbau gegenübergestellt. Dieser verzichtet nicht nur auf Kunstdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, sondern auch auf gentechnisch verändertes Saatgut und Tierfutter und bietet den Nutztieren Tieren eine artgerechtere Haltung, wie den Weidegang für Rinder.
Aus einer historischen Perspektive müsste man also eigentlich den Ökolandbau als „konventionell“ bezeichnen. Diese extensivere Form der Landbewirtschaftung ist grundsätzlich biodiversitätsfreundlicher als die konventionelle Landwirtschaft.
Grundsatzprogramm Offenland
Das Grundsatzprogramm Offenland stellt die Sicht des NABU auf die ökologische Situation und die Herausforderungen für Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität in den offenen Landschaften Deutschlands dar.
Wie es naturfreundlicher geht
Doch auch diese kann naturfreundlicher wirtschaften, ohne zu starke Ertragseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Produktionsintegrierte Verfahren, wie der Anbau von Getreide in weiteren Reihenabständen, die extensive Beweidung von Grünland oder eine reduzierte Mahd auf Teilen der Betriebsflächen können bereits einen Unterschied machen. Dazu sind Landschaftselemente, etwa Baumreihen, Hecken oder Säume ebenso wichtig wie Brachen und Altgrasstreifen. Entscheidend ist eine Vielfalt an Strukturen in der Landschaft – auch wenn diese mehrheitlich konventionell bewirtschaftet wird.
Die Mengen an eingesetzten Inputs muss ebenfalls reduziert werden, wenn man Biodiversität, Trinkwasser-, Luft- und Bodenqualität nicht weiter verschlechtern, sondern fördern will. Hierzu sind breitere Fruchtfolgen, also eine höhere Diversität von angebauten Kulturpflanzen elementar wichtig – sie senken quasi automatisch den Bedarf an Düngern und Pestiziden. Hier kann die heute dominierende Landwirtschaft vom Ökolandbau lernen. Aber auch moderne Landtechnik und eine gute Ausbildung können hier wertvolle Beiträge leisten.
Zur Wahrheit gehört auch: Mehr Natur- und Klimaschutz geht meist mit höheren Kosten einher. Es ist nur fair, wenn Landwirt*innen dafür angemessen entlohnt werden. Dort, wo der Markt – also die Verbraucher*innen – diese Preise (noch) nicht zahlen, können öffentliche Gelder eine wichtige Rolle spielen.
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