Aus den Augen, aus dem Sinn
Plastikmüllexport reduzieren – aber wie?

Auf Deponien in Südostasien, in der Türkei und in Osteuropa konnte Plastikmüll aus Deutschland und anderen Industrieländern nachgewiesen werden. Das zeigt: Länder des globalen Nordens entsorgen erhebliche Mengen ihres Abfalls in anderen Teilen der Erde.
Das Problem mit Deutschlands Plastikmüllexport
Warum exportieren Unternehmen ihren Plastikmüll überhaupt? Der Anreiz ist vor allem wirtschaftlicher Natur: Entsorgungskosten in Deutschland sind hoch – der Export in Länder mit niedrigeren Standards ist oft deutlich günstiger. Hinzu kommt: Exportierter Plastikmüll, der in zertifizierte Recyclinganlagen im Ausland geht, fließt in die deutschen Recyclingquoten ein.
Es ist nicht verwerflich, wenn Abfälle aus Deutschland unter hohen Standards in anderen Ländern recycelt werden. Die Nachweis- und Kontrollsysteme sowie die Recyclinginfrastruktur in den Zielländern sind jedoch oft mangelhaft, sodass nur ein Teil der Abfälle tatsächlich recycelt wird. Der Rest wird unter niedrigen Umweltstandards verbrannt, deponiert oder wild entsorgt – mit ökologischen Folgen: Emissionen durch Verbrennung, Plastik und Schadstoffe in Gewässern und letztlich im Meer.
Darüber hinaus leidet die lokale Bevölkerung unter den Folgen der Luft-, Boden- und Gewässerverschmutzung. Die exportierten Abfälle belegen zudem die ohnehin knappen Recyclingkapazitäten in Ländern wie Malaysia oder der Türkei – Kapazitäten, die dann nicht für den dort anfallenden Müll zur Verfügung stehen. Deutschland lagert damit nicht nur seine eigene Abfallproblematik aus, sondern erschwert zusätzlich eine umweltfreundliche Verwertung in den Zielländern.

Letzte Aktualisierung: 07/2026
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