Zukunftsfähige Städte und Kommunen

Kommunale Wärmewende klimafreundlich umsetzen

Große Städte müssen bis spätestens 2028 ihre Wärmeplanung vorlegen. Für eine klimafreundliche Umsetzung sollten Städte und Kommunen auf zukunftsfähige Wärmetechnologien setzen.
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Heizkraftwerk-Süd Potsdam, sichtbar sind die Schornsteine des Gaskraftwerks und eine große Power-to-Heat-Anlage.
Heizkraftwerk-Süd in Potsdam: Neben der bereits bestehenden großen Power-to-Heat-Anlage und einer Solarthermieanlage soll das Gas-Heizkraftwerk am Standort durch Geothermie abgelöst werden© Foto: NABU/Michaela Kruse

In den Umbau der Wärmeversorgung in Deutschland ist endlich Bewegung gekommen. Nachdem die gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Wärmeplanungsgesetz geschaffen wurden, liegt der Ball nun bei den Ländern, Städten und Kommunen, die Wärmewende vor Ort umzusetzen. Während die Länder die Bundesgesetzgebung „nur“ in Gesetzesform gießen müssen, tragen Städte und Kommunen jetzt die Hauptlast und Verantwortung. 

Die kommunale Wärmeplanung

Das Wärmeplanungsgesetz sieht vor, dass in allen rund 11.000 Städten und Gemeinden der Betrieb der bestehenden Wärmenetze bis 2045 klimaneutral erfolgen muss. Bis 2030 sollen sie zu mindestens 30 Prozent, bis 2040 zu 80 Prozent mit erneuerbaren Energien oder „unvermeidlicher Abwärme“ betrieben werden. Es soll zudem frühzeitig Orientierung in Sachen Heizungstausch bieten: Wohnt man in einem Gebiet, das in Zukunft an ein Wärmenetz angeschlossen wird oder sollte auf absehbare Zeit auf eine Wärmepumpe umgerüstet werden? Dann kann man sich darauf einstellen und mit möglicher Förderung die Heizung umstellen. 

Um den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung zu ermitteln, müssen die Kommunen eine Wärmeplanung durchführen: Eine Bestandsaufnahme soll zunächst zeigen, wie viel Wärme in privaten Haushalten und öffentlichen Gebäuden grundsätzlich benötigt wird. In einer sogenannten Potenzialanalyse sollen die Städte und Gemeinden dann ermitteln, welche erneuerbaren Energieformen vor Ort zur Verfügung stehen. Das können zum Beispiel Solarthermie, Geothermie, grüner Wasserstoff oder Abwärme aus Industrieanlagen sein. Anschließend werden die Gebiete festgelegt, welche über Wärmenetze versorgt werden sollen. Im letzten Schritt werden diese Informationen in einem Wärmeplan zusammengetragen, welcher dann politisch beschlossen wird.

Bis zum 30. Juni 2026 mussten große Städte ihre Wärmepläne vorlegen, zwei Jahre später alle Kommunen unter 100.000 Einwohner*innen. Die Zeit drängt also und die meisten Kommunen sind schon in diesen nach Wärmeplanungsgesetz vorgeschriebenen Prozess gestartet.

Erneuerbare Wärmeversorgung: Weichenstellung für die Zukunft

Wichtig ist, dass die kommunalen Entscheider*innen frühzeitig die Weichen für eine wirklich klimafreundliche, naturverträgliche und langfristig günstige erneuerbare Wärmeversorgung stellen. Grüner Wasserstoff und Biomasse werden absehbar begrenzt verfügbar und teuer sein. Dagegen sind technologische Alternativen teilweise mit höheren Anfangsinvestitionen verbunden, zahlen sich jedoch durch niedrigere Betriebskosten und zukunftssichere Fernwärme aus.

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Derzeit werden in Deutschland etwa die Hälfte aller Wohnungen mit Gasheizungen beheizt und ein Viertel durch Ölheizungen. Ein weiteres Achtel wird durch Fernwärme versorgt, die noch zum größten Teil aus Erdgas- und Kohlekraftwerken stammt. Leider erscheint der Ersatz von Kohle durch Holzbiomasse oft als der einfachste Weg, um die Fernwärme auf dem Papier klimaneutral zu machen. In Hannover, Berlin und Nürnberg zum Beispiel sollen Kohleheizkraftwerke künftig durch Holzverbrennung ersetzt werden. Doch Investitionen in neue Holz-Heizkraftwerke sollten dringend überdacht werden.

Nachhaltige Technologien für eine klimafreundliche Fernwärme

Solarthermie, Geothermie, Power-to-Heat und Großwärmepumpen zur Nutzung vorhandener Abwärme sind wirklich klimafreundliche Lösungen und garantieren langfristig verbraucherfreundliche Fernwärmepreise.

Effizienz, Sanierung und Absenkung der Netztemperaturen, wo immer möglich, sind flankierend notwendig, um die Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung erfolgreich umzusetzen.

Grüner Wasserstoff, Müllverbrennung und Biomasse dürfen maximal zur Deckung der Spitzenlast an besonders kalten Tagen zum Einsatz kommen, wenn alle anderen erneuerbaren Technologien ausgeschöpft sind.

Bei der Nutzung von Wasser, also Grund- und Oberflächengewässer, zur Gewinnung von Wärme bestehen noch Unsicherheiten bezüglich der ökologischen Risiken dieser recht neuen Technologien. Neben dem Klimaschutz müssen daher auch andere wichtige gesellschaftliche Ziele, beispielsweise der Schutz der Biodiversität, der natürliche Wasserhaushalt und der Grundwasserschutz in der Planung berücksichtigt werden.

Technologien zur erneuerbaren Wärmeversorgung im Detail

Wie wir aus Sicht des NABU die einzelnen Technologien zur erneuerbaren Wärmeversorgung einschätzen, kannst du in diesen Steckbriefen nachlesen:

Letzte Aktualisierung: 06/2026

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