Gebäude-Allianz fordert Politik zum Handeln auf

Gebäudesanierung voranbringen

In einer gemeinsamen Gebäude-Allianz mit weiteren Partnern aus der Industrie, Verbraucherschützern, Gewerkschaften, dem Baugewerbe sowie Umwelt- und Fachverbänden setzt sich der NABU dafür ein, die Umsetzung eines neuen Maßnahmenpakets voranzutreiben.
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Eingerüsteter Wohnungsneubau.
Den Gebäudesektor auf Klimakurs bringen – mit der Gebäude-Allianz© Foto: NABU/Jan Piecha

Die Gebäude-Allianz ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis von Akteur*innen aus Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden, das sich für eine ambitionierte und sozial gerechte Wärmewende einsetzt. Ziel der Allianz ist es, den Gebäudesektor auf Klimakurs zu bringen – durch bessere Rahmenbedingungen, starke politische Impulse und einen aktiven Dialog zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Die Koordination der Gebäude-Allianz liegt seit Frühjahr 2025 bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Zuvor hatte der NABU diese Rolle über mehrere Jahre hinweg inne und hat die Allianz gemeinsam mit den Partnerorganisationen aufgebaut und geprägt.

Der NABU hat sein langjähriges Engagement in der Gebäude-Allianz inzwischen beendet. Wir danken allen Mitstreiter*innen für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Wir teilen weiterhin die inhaltlichen Anliegen des Bündnisses, konzentrieren unser Engagement für eine naturverträgliche Wärmewende künftig jedoch auf andere Formate und Kooperationen.

Der Gebäudesektor muss dringend aufholen

Gutachten zur „Klimaziellücke im Gebäudesektor“ zeigt, wie viel noch zu tun ist

April 2024 - Neues Gutachten der Gebäude-Allianz offenbart die Lücke zwischen den Reduktionen, die zur Einhaltung des Klimaschutzgesetzes notwendig wären und den tatsächlichen Einsparungen von Emissionen durch das überarbeitete Gebäudeenergiegesetz (GEG):

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), besser bekannt als Heizungsgesetz, wurde 2023 von der Ampelkoalition verabschiedet. Es regelt unter anderem den Anteil, den die erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung ausmachen. Das Gesetz soll damit ein klimaschonenderes Heizen sowie Warmwasserbereiten ermöglichen und den Ausstoß von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor reduzieren.

Bis zur Novellierung des Klimaschutzgesetzes am 26. April 2024 gab es für jeden Sektor konkrete Vorgaben, wie viele Emissionen jeweils jährlich eingespart werden müssen, um die Klimaziele einzuhalten und bis 2045 klimaneutral zu sein. Die definierten Einsparziele hat der Gebäudesektor dabei Jahr für Jahr gerissen und damit einen immer größeren Emissionsrucksack aufgebaut, der ins nächste Jahr mitgenommen wurde und später ausgeglichen werden muss.

Noch mehr vonnöten: der Einbau klimafreundlicher Heizungen wie die Wärmepumpe© Foto: NABU/Volker Gehrmann

Gutachten zeigt: Einsparungen im Gebäudesektor reichen nicht

Zwar entfallen mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes 2024 die sektorscharfen Einsparungsziele. Um die Klimaziele bis 2030 und 2045 zu erreichen, muss vor allem der Gebäudesektor einen entscheidenden Beitrag leisten.

Ob die durch das Gebäudeenergiegesetz im Jahr 2023 verabschiedeten Maßnahmen ausreichen, um die Klimaziele im Jahr 2030 beziehungsweise 2045 zu erreichen, hat das Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München (FIW) im Auftrag der Gebäude-Allianz untersucht. Das Kurzgutachten zeigt, dass die Emissionseinsparungen aufgrund der beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Reduktionsverpflichtungen laut Klimaschutzgesetz einzuhalten.

Hier einige Ergebnisse des Kurzgutachtens im Detail:

Positionspapier der Gebäude-Allianz

Sanierungsfall Klimaschutz: notwendige Weichenstellungen für einen klimaneutralen Gebäudebestand

Mai 2021 - Noch ist keine Trendwende im Gebäudesektor erkennbar: Der Sektor hat die im Klimaschutzgesetz festgelegten Emissionsgrenzen für Treibhausgase für 2020 als einziger nicht eingehalten. Das Bundesbauministerium muss nun Sofortmaßnahmen vorlegen, um die Emissionsziele für die Folgejahre zu erfüllen.

Um das Sektorziel nicht immer weiter zu verfehlen und den Vereinbarungen aus dem Abkommen von Paris gerecht zu werden, braucht es einen Paradigmenwechsel. Mit kleinen Anpassungen sind die hoch gesteckten Ziele des Gebäudesektors für 2030 und 2050 nicht zu erreichen. Die Bundesregierung muss entschiedener und wirksamer Schritte hin zu ambitioniertem Klimaschutz im Gebäudesektor gehen. Diese eindeutige und langfristig ausgerichtete Weichenstellung ist auch notwendig, um in den entsprechenden Gewerken Kapazitätsaufbau und Qualifizierung zu stimulieren. 

Dabei sollten sowohl für private Eigentümer*innen, als auch für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und die öffentliche Hand Anreize gesetzt werden, ihre Immobilien sozialverträglich auf einen zielkonformen Standard zu sanieren.

Die Gebäude-Allianz schlägt dazu die folgenden notwendigen Maßnahmen und Weichenstellungen vor, um den Sektor verlässlich auf Zielkurs zu bringen:

Kleinere Anpassungen reichen nicht, es bedarf ambitionierteren Klimaschutzes im Gebäudesektor© Foto: NABU/Shanaly Le