
Tachybaptus ruficollis
Zwergtaucher
Den Zwergtaucher als unseren kleinsten heimischen Taucher kann man auf den ersten Blick für ein Entenküken halten. Bei Gefahr schnell abtauchend und die Ufervegetation aufsuchend, bekommt man ihn meist nur kurz zu Gesicht. Dafür kann man ihn aber schon von weitem hören, wenn er seinen trillerartigen Balzruf erklingen lässt.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
8.500 – 13.500 Brutpaare
Bestandstrend
- 32 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
23-29 cm groß
Besonderheit
kleinster heimischer Lappentaucher
Reise
überwiegend Jahresvogel, teilweise Kurzstreckenzieher
Funfact
Bei Gefahr entscheidet er sich immer für den Rückzug. Er taucht einfach ab und warnt seine Artgenossen, indem er mit den Hinterfüßen Wasser aufspritzt.
Beschreibung
Aussehen
Der Zwergtaucher ist unser kleinster heimischer Lappentaucher. Im Prachtkleid ist sein Gefieder dunkelbraun bis schwarz gefärbt, die Halsseiten und die Flanken sind dagegen kastanienbraun. Bis auf den gelben Schnabelwinkel ist der Schnabel kurz und schwarz.

Verhalten
Er ist relativ scheu und versteckt sich daher oft in der Ufervegetation. Sein Nest baut er wie viele andere Lappentaucher auch als Schwimmnest. Dieses befindet sich im Flachwasserbereich in der Verlandungsvegetation versteckt, manchmal auch frei schwimmend im tieferen Wasser.

Lebensraum
Zur Brutzeit hält sich der Zwergtaucher vor allem an kleineren stehenden und nährstoffreichen, aber klaren Gewässern auf. Bevorzugt werden dabei Gewässer mit einer reichen Ufervegetation, die Versteckmöglichkeiten bietet. Außerhalb der Brutzeit trifft man ihn aber auch auf vegetationsfreien Gewässern und Flüssen sowie teilweise an den Küsten an.
Gefährdung
Obwohl nicht akut gefährdet, machen dem Zwergtaucher der zunehmende Lebensraumverlust und Störungen am Brutplatz zu schaffen. Kleingewässer gehen verloren oder werden verschmutzt. Zunehmende Freizeitnutzung stört das Brutgeschäft. Hinzu kommen mehrjährige schlechte Witterungsbedingungen im Winter, beispielweise lang anhaltende Vereisungen.
Nahrung
Die Hauptnahrung des Zwergtauchers besteht aus Insekten und deren Larven sowie kleineren Fischen. Außerdem frisst er Weich- und Krebstiere.

Stimme/Laute
Eine der häufigsten Lautäußerungen des Zwergtauchers ist der Balztriller „bibibibibibibibi“. Dieser kann von einem einzelnen Vogel oder im Duett vorgetragen werden.
Zugverhalten
Die meisten Zwergtaucher in Mitteleuropa sind Jahresvögel. Einige Tiere unternehmen aber auch Kurzstreckenflüge, um in klimatisch günstigere Bereiche auszuweichen und beispielsweise eisfreie Gewässer aufzusuchen.
Beobachtungstipps
In Deutschland ist der Zwergtaucher eher lückenhaft verbreitet. Zwar kommt er in fast allen gewässerreichen Gebieten vor, jedoch nur in geringen Dichten. Während der Brutzeit von etwa April bis September ist der kleine Taucher eher selten zu sehen, da er sich gerne in der dichten Ufervegetation versteckt. Hören kann man ihn aber umso besser. Daher lohnt es sich, auch mal längere Zeit auszuharren und zu warten, bis er sich zeigt. Außerhalb der Brutzeit trifft man ihn häufiger an, denn dann hält er sich auch auf offeneren Gewässern auf.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Störungsfreie Brutplätzte sind für den Zwergtaucher besonders wichtig. Daher sollte gerade während der Brutzeit darauf geachtet werden, dass man den vegetationsreichen Uferbereichen nicht zu nahe kommt. Dies gilt beispielsweise für Angler*innen, aber auch für Badegäste oder Kanufahrer*innen.




