
Podiceps nigricollis
Schwarzhalstaucher
Der Schwarzhalstaucher zählt zu unseren kleinsten Lappentauchern. Ursprünglich lag seine westliche Verbreitungsgrenze in Mitteleuropa. Mittlerweile hat er sich aber in ganz Mitteleuropa etabliert und breitet sich von dort weiter aus. So wird auch der Norden zunehmend besiedelt. Besonders schön zu beobachten ist das Balzverhalten des Tauchers, das aus Kopfschütteln, Scheinputzen und Schnäbeln besteht. Aber auch die Ansammlungen von mehreren hundert Tieren in den Mauser- und Rastgebieten sind bemerkenswert.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
430 - 900 Brutpaare
Bestandstrend
- 82 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
von März bis September, an der Küste auch im Winter zu beobachten
Größe
28-34 cm groß
Besonderheit
rote Augen und goldgelbe Ohrbüschel
Reise
Kurzstreckenzieher
Funfact
Die Küken werden ganz schön verwöhnt. Obwohl sie bereits schwimmen können, werden sie auf dem Rücken der Eltern umhertransportiert und gefüttert.
Beschreibung
Aussehen
Der kleiner Lappentaucher kann auf den ersten Blick mit dem Ohrentaucher verwechselt werden. Er zeichnet sich aber durch eine steilere Stirn und einen spitzen Scheitel aus. Im Prachtkleid trägt der Schwarzhalstaucher ein schwarzes Gefieder mit rötlichen Flanken. Auffällig sind sowohl sein rotes Auge als auch die goldgelben Ohrbüschel hinter dem Auge.
Verhalten
Während der Balzzeit ist ein ausgeprägtes Balzritual zu beobachten, das aus Kopfschütteln, Scheinputzen und Schnäbeln besteht. Er brütet, wenn möglich, in größeren Kolonien. Teilweise legt er Nester in der Nähe von Kolonien anderer Arten an, wie beispielsweise Lachmöwen oder Seeschwalben.
Lebensraum
Er brütet an vegetationsreichen, flachen Binnengewässern. Eine üppige Ufervegetation ist dabei genauso wichtig wie viele Wasserpflanzen. Sein Nest legt er entweder als Schwimmnest an, das beispielsweise an Schilfhalmen befestigt wird, oder er brütet auf kleineren Inseln am Ufer.
Gefährdung
Schwarzhalstaucher gelten laut der Roten Liste Deutschlands als gefährdet. Sie brüten vielerosts nicht mehr erfolgreich, auch wegen Störungen. Lokale Bestände können auch größeren Schwankungen unterliegen, wenn sich die Wasserstände in den Gewässern verändern. Die Art kann sich darauf gut einstellen, sodass bei einigen Gewässern eine sprunghafte Zu- oder Abnahme der Brutpopulation auftreten kann.
Nahrung
Der Schwarzhalstaucher erbeutet seine Nahrung von der Wasseroberfläche oder tauchend. Dabei frisst er vor allem Insekten und kleinere Wassertiere wie Schnecken und Krebstiere.

Stimme/Laute
Häufig zu hören ist ein leicht gepresstes „pücht“ oder ein eher unauffälliges „huit“. Im Winter ist der Taucher meist stumm.
Zugverhalten
Die adulten Schwarzhalstaucher verlassen ihre Brutgebiete schon vor den Jungtieren, da sie sich auf störungsfreien Gewässern zur Mauser treffen. Nach der Mauser machen sie sich auf den Weg in die Winterquartiere, die an den Küsten und Binnengewässern West- und Südeuropas bis nach Nordafrika liegen. Vor allem in milden Wintern trifft man sie auch in Mitteleuropa an.
Beobachtungstipps
Schwarzhalstaucher können gut beobachtet werden, da es sich um keine besonders heimliche Art handelt. Eine gute Gelegenheit dazu bieten natürlich die Brutgebiete, aber auch die Mauser oder der Durchzug. So halten sich beispielsweise auf einigen Seen in Österreich und in der Schweiz mehrere Hundert Taucher während der Mauser auf. Auf der Nord- und Ostsee kann man die Tiere im Winter und auf dem Zug beobachten.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Störungsfreie Brutplätzte sind besonders wichtig. Daher sollte gerade während der Brutzeit darauf geachtet werden, dass man den vegetationsreichen Uferbereichen nicht zu nahekommt. Dies gilt beispielsweise für Angler*innen, aber auch für Badegäste oder Kanufahrer*innen.









