Uferschwalbe
Vogel des Jahres 1983
Uferschwalbe im Flug© Foto: Mathias Schäf

Riparia riparia

Uferschwalbe

Die kleinste europäische Schwalbenart ist eine der Ersten, wenn es darum geht, neue Lebensräume an Steilhängen zu besiedeln. Die Uferschwalbe sucht sich bewusst vegetationsfreie Bereiche an Steilwänden, um ihre bis zu 70 Zentimeter langen Bruthöhlen in die Wand zu graben – eine Leistung, die für einen nicht mal sperlingsgroßen Vogel enorm erscheint. Zur Brutzeit kann man sie dann dabei beobachten, wie sie die Brutröhren anfliegt, um die am vorderen Rand sitzenden Jungvögel zu füttern.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

105.000 - 165.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 15 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von April bis September zu beobachten

Größe

12-13 cm groß

Besonderheit

brütet in Steilwänden

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Auf dem beschwerlichen Zug in die Wintergebiete übernachten die sonst in Röhren brütenden Vögel in Schilfbeständen.

Uferschwalben auf Stromleitung© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Bei der Uferschwalbe handelt es sich um die kleinste europäische Schwalbenart. Ihr Gefieder ist oberseits matt braun gefärbt, wobei die Handschwingen und die Flügeldecken auf der Unterseite dunkler erscheinen. Die Körperunterseite ist weiß gefärbt und wird von einem braunen Brustband durchzogen.

Nicht zu verwechseln mit:

Felsenschwalbe sitzt auf Gestein.

Ptyonoprogne rupestris

Felsenschwalbe

Als Bewohner von Felslandschaften kommt die Felsenschwalbe in Deutschland nur im bayerischen Alpenraum und im Schwarzwald vor.

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Verhalten

Etwa Mitte April kehren die Uferschwalben aus ihren Winterquartieren in die Brutkolonien zurück. Nach der Ankunft werden vorhandene Bruthöhlen belegt oder von den Männchen unter Einsatz von Schnabel und Krallen neu gebaut. Am Ende der Brutröhre liegt eine ausgepolsterte Nestkammer, in die sie vier bis sechs Eier legt.

Lebensraum

Uferschwalben legen ihre Bruthöhlen in Steilwänden an, daher kamen sie ursprünglich nur an Küsten oder an Flussläufen mit natürlicher Dynamik vor. Nach und nach sind sie jedoch in Abgrabungsstellen für Ton- und Sandgruben ausgewichen, da viele ursprüngliche Lebensräume verbaut wurden. Doch auch der Ersatzlebensraum wird knapper.

Gefährdung

Die Bestände gehen aufgrund des schwindenden Lebensraums zurück. Auch Sekundärlebensräume wie Ton- oder Sandgruben werden knapper, da Auflagen Abbaurestriktionen oder Begrünungen vorsehen. Um ein freies An- und Abfliegen zu ermöglichen, sind jedoch vegetationsfreie Bereiche, wie sie nach Abbrüchen entstehen, nötig.

Nahrung

Sie jagt kleinere Fluginsekten und sucht je nach Lebensraum über Wiesen und Feldern oder in Gewässernähe nach Nahrung.

Stimme/Laute

Der häufigste Ruf der Uferschwalbe ist ein raues „tschrd“ oder „tschrrip“. Bei Erregung wird aus den meist ein- bis zweisilbigen Rufen eine Folge dieser raspelnden Laute. Dabei können die Rufe individuell unterschieden werden, um ein Erkennen zwischen den Elterntieren oder den Eltern und den Jungtieren in den Kolonien zu ermöglichen.

Zugverhalten

Die Überwinterungsgebiete der Uferschwalbe liegen in der afrikanischen Sahelzone von Westafrika nach Ostafrika. Dort reicht das Überwinterungsgebiet noch weiter bis nach Südafrika, in Westafrika wird es durch den Beginn des Regenwaldgebietes begrenzt. Die größten Ansammlungen im Wintergebiet findet man an den ostafrikanischen Seen.

Beobachtungstipps

Am besten sind Uferschwalben an ihren Brutröhren zu beobachten, an die sie immer wieder zum Füttern der Jungvögel zurückkehren. Mit etwas Geduld kann man eventuell die Küken beobachten, wie sie am vorderen Rand der Röhre auf die zurückkehrenden Elterntiere warten. In Deutschland sind die größten Kolonien an der Ostseeküste zu finden, im Binnenland gibt es nur noch kleinere Kolonien.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Bei Spaziergängen sollte jeder darauf achten, in der Nähe der Kolonien nicht zu nah an den Rand der Steilküsten zu gehen. In einem gewissen Ausmaß sind Abbrüche zwar wichtig, um ein Fortbestehen der Kolonie zu ermöglichen, allerdings nicht zur Brutzeit. 

Hier gibt es eine Anleitung für künstliche Nisthilfen.

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