Felsenschwalbe sitzt auf Gestein.
Felsenschwalbe© Foto: Christoph Moning

Ptyonoprogne rupestris

Felsenschwalbe

Als Bewohner von Felslandschaften kommt die Felsenschwalbe in Deutschland nur im bayerischen Alpenraum und im Schwarzwald vor. Hier erreicht sie ihre nördliche Verbreitungsgrenze, denn ihre Brutgebiete liegen schwerpunktmäßig in Südeuropa, in Teilen Nordafrikas und Vorderasiens. Eigentlich ein Brutvogel an Steilwänden, brütet die Felsenschwalbe mittlerweile auch in Städten, wie beispielsweise in Freiburg. Dort baut sie ihr Nest an nicht allzu glatten Wänden wie Staumauern, unter Brücken oder an Kirchen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Extrem selten

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

90 – 140 Brutpaare

Bestands­trend

+ 70 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von März bis Oktober zu beobachten

Größe

14-15 cm groß

Besonderheit

Im Flug sind die abgehobenen dunklen Achseln gut zu sehen.

Reise

vermutlich Kurzstreckenzieher, in den ursprünglichen Brutgebieten eigentlich Standvogel

Funfact

Schwalben gelten bei vielen als Frühlingsboten. Im Winter hingegen sollen sie Unglück bringen.

Felsenschwalbe im Flug.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Wie die kleinere Uferschwalbe hat die Felsenschwalbe ein weitgehend bräunliches Obergefieder. Ihr fehlt jedoch das braune Brustband, weshalb ihre Unterseite einheitlich grau-weiß ist. Zudem besitzt sie weiße Einsprengsel am Schwanz, die vor allem bei einem gespreizten Schwanz gut zu sehen sind. Ebenfalls auffällig sind ihre dunklen, deutlich zum sonstigen Gefieder kontrastierenden Unterarmdecken.

Verhalten

Meist kehren Felsenschwalben schon gegen März in ihre Brutgebiete zurück, beginnen aber erst relativ spät mit der Brut. In dieser Zeit halten sie sich oft in der Nähe von Gewässern und Felswänden, aber auch in Ortschaften auf. Das nach oben offene Nest, das meist aus Mangel an geeigneten Habitaten kolonieartig angelegt wird, besteht aus Lehm und Schlamm mit eingebauten Halmen.

Lebensraum

Wie ihr Name verrät, hält sich die Felsenschwalbe überwiegend in Felslandschaften auf. Dabei bevorzugt sie windgeschützte, trockene und südexponierte Bereiche in Talnähe. Sie brütet in Spalten oder Höhlen in der Nähe von Überhängen. Derzeitige Entwicklungen zeigen, dass sie zunehmend auch menschliche Bereiche aufsucht, um an Türmen, Gebäuden oder Brücken zu brüten.

Gefährdung

Da die Felsenschwalbe in Deutschland den nördlichen Rand ihres Verbreitungsgebiets erreicht, sind die heimischen Bestände noch starken Schwankungen unterlegen. Daher können sich bereits ungünstige Witterungsbedingungen negativ auf die Bestände auswirken.

Nahrung

Die Felsenschwalbe ernährt sich vorwiegend von Insekten, die sie im Flug fängt.

Stimme/Laute

Der Ruf der Felsenschwalbe „zrrr“, „trt“ oder auch „trschir“ erinnert entfernt an Mehl- oder Uferschwalben. Ihr Gesang ist hastig rau zwitschernd mit teils trillernden Elementen und kann mit „prrit“ oder „pritprit“ umschrieben werden.

Zugverhalten

Unsere heimischen Felsenschwalben gelten weitgehend als Kurzstreckenzieher und überwintern im Mittelmeerraum und in Nordafrika bis zur Sahara. Nur ein kleiner Teil der Population überwintert auch in den Südalpen.

Beobachtungstipps

Das Brutgebiet der Felsenschwalbe in Deutschland beschränkte sich lange Zeit auf den bayerischen Alpenraum. Seit ein paar Jahren jedoch hat sich die Schwalbe auch im Schwarzwald niedergelassen. Hier brütet sie an möglichst vegetationsfreien steilen Felswänden oder Steinbrüchen in Höhlungen oder Spalten, um sich vor der Witterung zu schützen. Dabei bevorzugt sie Felswände, die nach Süden ausgerichtet sind. Immer häufiger werden aber auch Bruten in Städten bekannt. Außerhalb der Brutzeit jagt die Felsenschwalbe über Flüssen oder Seen nach Insekten.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Da sich der Bestand der Felsenschwalbe positiv entwickelt, sind eigentlich keine besonderen Maßnahmen nötig. Beim Bergwandern oder Klettern sollten Sie jedoch die Brutwände der Felsenschwalbe meiden.

Vogelporträt: Felsenschwalbe - NABU