
Emberiza hortulana
Ortolan
Der relativ farbenfrohe Ortolan gehört zu den Ammern und lebt vor allem in warmen, trockenen Regionen. Sein Brutvorkommen ist sehr zerstreut, der Schwerpunkt in Deutschland liegt jedoch in den östlichen Bundesländern. Zur Nahrungssuche hält er sich häufig am Boden auf. Zum Überwintern zieht er nach Afrika. Seit den 1960ern werden starke Bestandsabnahmen beobachtet, weshalb der Ortolan heute als gefährdete Art gilt.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Stark gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
8.500 – 13.500 Brutpaare
Bestandstrend
- 37 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
in den Sommermonaten zu beobachten
Größe
15-16,5 cm groß
Besonderheit
wärmeliebende Ammer
Reise
Langstreckenzieher
Funfact
Der wissenschaftliche Name „hortulana“ bedeutet so viel wie „Garten“. Der Name „Gartenammer“ passt aber schon längst nicht mehr wirklich.
Beschreibung
Aussehen
Der Kopf, der Nacken und die Vorderbrust des schlanken Ortolans sind olivgrün. An den Wangen und am Kinn besitzt er gelbliche breite Streifen. Die Unterseite ist überwiegend orangebraun, während die Oberseite und der Bürzel graubraun und dunkelbraun gemustert sind.

Verhalten
Zur Nahrungssuche hält sich der Ortolan meist am Boden auf. Auf trockenen und kurzrasigen Flächen sucht er nach Futter. Er ist recht scheu und verschwindet rechtzeitig, wenn er gestört wird. Zum Singen setzt er sich häufig auf eine hohe Warte.
Lebensraum
Der Ortolan ist ein wärmeliebender Vogel und hält sich vor allem in trockenen, offenen Landschaften, die mit einzelnen Büschen und Bäumen durchsetzt sind, auf. Häufig trifft man ihn in landwirtschaftlich genutzten Gegenden mit sandigen Böden an.
Gefährdung
Der Ortolan zählt in Deutschland zu den gefährdeten Arten. Er wird in Frankreich gejagt und leidet unter der intensiven Landwirtschaft.
Nahrung
Er ernährt sich von Insekten und Larven sowie Spinnen und kleinen Schnecken. Auch Samen von Pflanzen stehen auf seinem Speiseplan.
Stimme/Laute
Der Ruf kann ein zweisilbiges „sli-e“ oder ein knappes, klickendes „dju“ sein. Der Gesang besteht aus klaren melodischen und sich wiederholenden Strophen. Dies kann zum Beispiel ein „sru-sru-sru-dro-dro-dro“ sein.
Zugverhalten
Ortolane sind Langstreckenzieher, die den Winter in den Dornbuschsavannen und Halbwüsten Afrikas verbringen. Bei uns halten sie sich meist von April bis September auf.
Beobachtungstipps
Der Ortolan ist recht scheu und fliegt meist rechtzeitig auf, wenn man sich ihm nähert. Man hört seinen Gesang meist von einer hohen Warte aus erklingen, ansonsten sucht er häufig am Boden nach Nahrung.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der Ortolan profitiert von Feldrainen und Zwischensaaten, die vor allem im ökologischen Landbau zu finden sind.
