Ortolan läuft über einen steinigen Boden.
Ortolan© Foto: Mathias Schäf

Emberiza hortulana

Ortolan

Der relativ farbenfrohe Ortolan gehört zu den Ammern und lebt vor allem in warmen, trockenen Regionen. Sein Brutvorkommen ist sehr zerstreut, der Schwerpunkt in Deutschland liegt jedoch in den östlichen Bundesländern. Zur Nahrungssuche hält er sich häufig am Boden auf. Zum Überwintern zieht er nach Afrika. Seit den 1960ern werden starke Bestandsabnahmen beobachtet, weshalb der Ortolan heute als gefährdete Art gilt.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

8.500 – 13.500 Brutpaare

Bestands­trend

- 37 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

in den Sommermonaten zu beobachten

Größe

15-16,5 cm groß

Besonderheit

wärmeliebende Ammer

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Der wissenschaftliche Name „hortulana“ bedeutet so viel wie „Garten“. Der Name „Gartenammer“ passt aber schon längst nicht mehr wirklich.

Zur Nahrung des Ortolans gehören auch Insekten.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Kopf, der Nacken und die Vorderbrust des schlanken Ortolans sind olivgrün. An den Wangen und am Kinn besitzt er gelbliche breite Streifen. Die Unterseite ist überwiegend orangebraun, während die Oberseite und der Bürzel graubraun und dunkelbraun gemustert sind.

Am Boden sucht der Ortolan hauptsächlich seine Nahrung.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Zur Nahrungssuche hält sich der Ortolan meist am Boden auf. Auf trockenen und kurzrasigen Flächen sucht er nach Futter. Er ist recht scheu und verschwindet rechtzeitig, wenn er gestört wird. Zum Singen setzt er sich häufig auf eine hohe Warte.

Lebensraum

Der Ortolan ist ein wärmeliebender Vogel und hält sich vor allem in trockenen, offenen Landschaften, die mit einzelnen Büschen und Bäumen durchsetzt sind, auf. Häufig trifft man ihn in landwirtschaftlich genutzten Gegenden mit sandigen Böden an.

Gefährdung

Der Ortolan zählt in Deutschland zu den gefährdeten Arten. Er wird in Frankreich gejagt und leidet unter der intensiven Landwirtschaft.

Nahrung

Er ernährt sich von Insekten und Larven sowie Spinnen und kleinen Schnecken. Auch Samen von Pflanzen stehen auf seinem Speiseplan.

Stimme/Laute

Der Ruf kann ein zweisilbiges „sli-e“ oder ein knappes, klickendes „dju“ sein. Der Gesang besteht aus klaren melodischen und sich wiederholenden Strophen. Dies kann zum Beispiel ein „sru-sru-sru-dro-dro-dro“ sein.

Zugverhalten

Ortolane sind Langstreckenzieher, die den Winter in den Dornbuschsavannen und Halbwüsten Afrikas verbringen. Bei uns halten sie sich meist von April bis September auf.

Beobachtungstipps

Der Ortolan ist recht scheu und fliegt meist rechtzeitig auf, wenn man sich ihm nähert. Man hört seinen Gesang meist von einer hohen Warte aus erklingen, ansonsten sucht er häufig am Boden nach Nahrung.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der Ortolan profitiert von Feldrainen und Zwischensaaten, die vor allem im ökologischen Landbau zu finden sind.