Ringdrossel in einem Nadelbaum.
Ringdrossel© Foto: Christoph Moning

Turdus torquatus

Ringdrossel

Ringdrosseln sind etwa amselgroß und dunkel gefärbt. Erwachsene Tiere sind durch ihren weißen Halbring jedoch deutlich von Amseln zu unterscheiden, etwas schwieriger ist es bei den dunklen Jungvögeln. Ringdrosseln sind in Deutschland vor allem Durchzügler, in höheren Lagen wie dem Schwarzwald, dem Harz, dem Bayerischen Wald oder der Rhön brüten sie auch. Das größte Vorkommen (etwa 80 Prozent) befindet sich in den Alpen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

2.500 – 4.600 Brutpaare

Bestands­trend

- 19 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Anfang April bis Oktober zu beobachten

Größe

24-27 cm groß

Besonderheit

weißes Brustband

Reise

Kurz- und Mittelstreckenzieher

Funfact

Der wissenschaftliche Artname „torquatus“ bedeutet „mit einer Halskette geschmückt“ und deutet auf das weiße Brustband hin.

Ringdrosseln sind sehr scheue Vögel.© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Ringdrosseln haben einen gelben Schnabel und helle Flügel. Das weiße Brustband der erwachsenen Tiere ist bei Weibchen etwas dreckiger. In Mitteleuropa brütende Vögel gehören zur Unterart alpestris, die am besten an der hellen Schuppung auf der Unterseite der Männchen zu erkennen ist. Die Männchen der Nominatform haben eine fast schwarze Unterseite.

Verhalten

Die napfförmigen Nester der Ringdrosseln liegen in Felsspalten, Steinmauern oder Nadelbäumen. Hier legen die Weibchen drei bis sechs Eier und bebrüten sie etwa zwei Wochen. Nach dem Schlupf der Jungvögel kümmern sich beide Elternteile um den Nachwuchs.

Lebensraum

Die seltene Drossel ist in Bergregionen zu Hause. Hier bewohnt sie lichte Nadelwälder und Geröllhänge mit einzelnen Sträuchern und Bäumen, zum Beispiel Latschenkiefern.

Gefährdung

Ringdrosseln sind nicht gefährdet.

Nahrung

Auf dem Speiseplan der Ringdrossel stehen Würmer, Schnecken und Insekten. Auch pflanzliche Kost wie Sämereien oder Beeren frisst sie gerne.

Stimme/Laute

Der Ruf ist ein hartes „tak-tak-tak“ und erinnert an das Aneinanderstoßen zweier großer Steine. Der Gesang besteht aus melodischen zwei- bis viermal wiederholten Elementen, die durch Pausen getrennt sind. Damit ähnelt er dem Gesang der Singdrossel, ist aber langsamer und klingt deutlich wehmütiger.

Zugverhalten

Ringdrosseln überwintern in Nordafrika und Südeuropa und sind daher Kurz- bis Mittelstreckenzieher. Im Frühling und Herbst ziehen nordeuropäische Vögel durch Deutschland.

Beobachtungstipps

Wenn die nordischen Ringdrosseln Richtung Mittelmeer fliegen oder von dort aus in ihre nördlichen Brutgebiete zurückkehren, hast du überall in Deutschland die Chance auf einen seltenen Zufallsfund. Ansonsten solltest du ein Fernglas einpacken und in die Alpen fahren. Wer dazu noch den Ruf im Kopf hat, kann die scheuen Drosseln mit etwas Geduld entdecken.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Sie sind sehr scheu und störungsanfällig. Solltest du Urlaub in den Alpen oder in Mittelgebirgen machen, bleibe auf den Wegen und leine deinen Hund an.