
Galerida cristata
Haubenlerche
Die Haubenlerche ist bei uns nur noch selten und lokal verbreitet. Ihre bevorzugten Lebensräume werden immer knapper. Sie mag es gerne ruhig, trocken und mit ausreichend Plätzen zum Sandbaden in der Sonne. Bei Erschließung neuer Baugebiete ist sie manchmal vorübergehend zu Gast, verschwindet aber mit Fortschreiten der Bauphase wieder. Dank ihrer Haube kann man sie gut von der Feldlerche unterscheiden. Die Haubenlerche ist sehr stimmfreudig.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
vom Aussterben bedroht
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
2.300 - 3.700 Brutpaare
Bestandstrend
- 79 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
17-19 cm groß
Besonderheit
stellt häufig die charakteristische Haube auf
Funfact
Haubenlerchen waren die „Trümmervögel“ Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie bewohnten die zerstörten Stadtteile bis zu deren Wiederaufbau.
Beschreibung
Aussehen
Die Haubenlerche ist am Rücken braun und gräulich gezeichnet, der Bauch ist weiß. Oft ist auf der Brust eine Strichelung zu sehen. Die gut sichtbare lange, spitze Haube stellt sie oft auf. Die äußeren Steuerfedern am Schwanz sind gelbbraun. Im Flug kann man sie am kurzen Schwanz und den rostroten Unterflügeln gut erkennen.

Verhalten
Sie suchen ihr Futter überwiegend am Boden. Auch das Nest bauen sie in einer Bodenmulde. Haubenlerchen singen gerne, sowohl am Boden als auch fliegend. Die namensgebende Haube stellen sie sehr gerne auf.
Lebensraum
Haubenlerchen bewohnen gerne Felder, Industriegebiete und Hafengebiete. Sie bevorzugen Ödland und trockene Offenlandschaften.
Gefährdung
Aufgrund der Versiegelung von Böden in menschlichen Siedlungen, des Einsatzes von Pestiziden und des Insektenschwundes sind Haubenlerchen vom Aussterben bedroht.
Nahrung
Auf dem Speiseplan stehen Sämereien, Gräser und in geringerem Maße Insekten. Jungvögel füttern die Haubenlerchen hauptsächlich mit Insekten, Spinnen, Raupen und kleinen Schnecken.
Stimme/Laute
Der Gesang klingt ähnlich wie der der Feldlerche, hat aber einen etwas wehmütigeren Klang. Ihr „triliPÜÜ“ oder „diedidrie“ ist variabel. Im Flug ruft sie fröhlicher „dwuih“ oder „brschü“. Die Haubenlerche imitiert sehr gut und gerne andere Vögel.
Zugverhalten
Haubenlerchen bleiben im Winter hier und sind ganzjährig bei uns zu sehen.
Beobachtungstipps
Hier trifft man Haubenlerchen überwiegend in öden Graslandschaften, Industriegebieten und Häfen an. Vor allem im Osten Deutschlands und in Rheinland-Pfalz finden sie anscheinend gute Lebensbedingungen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass Sie diesen kleinen Vogel vor die Linse bekommen.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Sie können bei der Erfassung der seltenen Haubenlerche helfen und Sichtungen zum Beispiel bei ornitho.de melden.
