
Strix uralensis
Habichtskauz
Der scheue Habichtskauz ähnelt auf den ersten Blick dem Waldkauz, ist aber deutlich größer. Er galt lange als ausgestorben. Durch ein Wiederansiedlungsprojekt im Nationalpark Bayerischer Wald konnten 1989 die ersten Bruterfolge in freier Wildbahn verzeichnet werden. Dort lebt derzeit vor allem in den alten Wäldern eine kleine sich selbst erhaltende Population von 20 Paaren.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Extrem selten
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
20 - 25 Brutpaare
Bestandstrend
unbekannt
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
50-59 cm groß, Spannweite 103-124 cm
Besonderheit
das runde Gesicht mit den dunklen Augen hat einen deutlichen Gesichtsschleier
Reise
kein Zugvogel
Funfact
Habichtskäuze können Mäuse noch unter einer 30 cm dicken Schneedecke orten und erbeuten.
Beschreibung
Aussehen
Habichtskäuze haben einen runden graubraunen Kopf mit ungemustertem Gesichtsschleier und gelbem Schnabel. Das Gefieder ist hell graubraun und dunkelbraun gestreift. Farbe und Muster des Schwanzes und der Unterflügel ähnelt der junger Habichte, was dem Habichtskauz seinen Namen eingebracht hat.

Verhalten
Habichtskäuze sind dämmerungs- und nachtaktiv, jagen aber hin und wieder auch tagsüber. Sie jagen fliegend oder lauern von einer erhöhten Sitzposition aus. Die Nester bauen Habichtskäuze bevorzugt in alten, hohlen Baumstümpfen. Auf die Pflege ihres Gefieders legen sie viel Wert. Sie putzen, baden und sonnen sich außerordentlich gern und oft.
Lebensraum
Wie der Waldkauz bevorzugt der Habichtskauz dichte boreale Wälder mit Altholzbestand. Bei der Art des Waldes, ob Nadel-, Laub- oder Mischwald, ist er nicht wählerisch. Für die Jagd benötigt er jedoch angrenzende freie Flächen wie Moore, Kahlschläge und Felder. Gewässer, stehend sowie fließend, kommen ihm ebenfalls gelegen.
Gefährdung
Habichtskäuze gelten nicht als gefährdet, sind in Deutschland aber eine extrem selten vorkommende Art.
Nahrung
Habichtskäuze ernähren sich vor allem von Mäusen, Fröschen und Insekten. Sie schaffen es aber aufgrund ihrer Körperkraft auch andere Vögel, sogar Eulen oder kleine Hasen, zu erbeuten. Bei Nahrungsknappheit nehmen sie auch mal Aas zu sich.
Stimme/Laute
Das Weibchen ruft rau und krächzend "KRI-ef". Das Männchen tief gurrend ""WO-ho". Während der Balz lässt er auch eine Serie von tiefen "po po po po po" ertönen. Der Alarmruf des Weibchens ist ein lautes, bellendes "wak".
Zugverhalten
Habichtskäuze sind das ganze Jahr über in ihrem Revier zu beobachten.
Beobachtungstipps
Die Chance den nachtaktiven Habichtskauz zu hören oder zu sehen hat man nur im Bayerischen Wald. Das Weibchen verteidigt Nest und Nachwuchs äußerst aggressiv, wenn die Jungvögel anfangen, das Nest zu verlassen. Sollten Sie ein bewohntes Nest entdecken, dann ist ein leiser und schneller Rückzug von Vorteil. Außerhalb der Brutzeit zeigt der Kauz sich aber als neugierig und wenig scheu.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Mit geeigneten Nistkästen helfen Artenschützer dem Habichtskauz bei der Nistplatzsuche. Der Erhalt von Altbaumbeständen und bekannten Brutplätzen ist natürlich ideal. Möchten Sie die Arbeit der Artenschützer unterstützen, finden Sie beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) oder Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) weitere Informationen.
