Schleiereule
Vogel des Jahres 1977
© Foto: Winfried Rusch

Tyto alba

Schleiereule

Die Schleiereule ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Eulenarten hierzulande, nicht zuletzt weil sie als Kulturfolger sehr nah am Menschen lebt. Sie brütet in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nutzt gerne spezielle Nistkästen, die oftmals für sie angebracht werden. Trotzdem sind ihre Bestände infolge der Modernisierung der Landswirtschaft tendenziell bei uns eher zurückgegangen. Ihr markantes Äußeres wird von dem auffällig weißen Gesichtsschleier geprägt.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

14.500 - 26.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 36 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

34 cm groß

Besonderheit

auffällig heller Gesichtsschleier

Funfact

Es gibt zwei Farbvarianten der Schleiereule, die scheinbar zufällig in der Population verteilt sind und deren Funktion der Wissenschaft Rätsel aufgibt.

Beschreibung

Aussehen

Das markante Erscheiningsbild der Schleiereule ist geprägt von dem arttypischen weißen Gesichtsschleier mit den dunklen Augen, ihrer hellen Unterseite und der ansonsten gelblichen bis beigen Gesamtfärbung. Sie ist eine eher schlanke Eule.

Verhalten

Diese größtenteils streng nachtaktive Eulenart ist trotz ihrer Nähe zum Menschen recht scheu. Tagsüber zieht sie sich am liebsten in verlassene Ecken alter Gebäude oder in dichte Laubbäumen zurück. Zur Nahrungssuche fliegt sie grazil wenige Meter über dem Boden entlangt. Im Winter jagt sie unter anderem gerne in Scheunen, in denen durch das dort gelagerte Getreide Mäuse angelockt werden.

Lebensraum

In Europa lebt der Großteil im Süden bis Südwesten. In Deutschland ist sie jedoch auch in weiten Teilen verbreitet. Als Kulturfolger lebt sie in offenen Kulturlandschaften mit extensiver Landwirtschaft. Sie brütet oft in Dörfern in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nimmt gerne spezielle Nistkästen an.

Gefährdung

In Deutschland gilt die Schleiereule als nicht gefährdet.

Nahrung

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern wie Wühl- oder Spitzmäusen. Auch kleinere Vögel jagt sie. Die Schleiereule lagert Nahrung gerne am Brutplatz auf Vorrat.

Schleiereule mit Beute© Foto: Hans Pollin

Stimme/Laute

Untypisch für Eulen geben die Männchen während der Balzzeit ein schrilles, lautes „shriii“ von sich, während von den Weibchen ein schnurrender Ruf vernommen werden kann.

Zugverhalten

Sie bleiben hierzulande im Winter überwiegend in der Nähe ihres Brutgebiets.

Beobachtungstipps

Schleiereulen nutzen auch gern Kirchtürme als Brutplatz. Die NABU-Aktion Lebensraum Kirchturm zeichnet solche Kirchtürme als wichtige Brutplätze aus. 

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Aktiv werden

Was kann ich tun?

Aufgrund der Modernisierung der Landwirtschaft schwinden auch für die Schleiereule geeignete Nistmöglichkeiten. Daher lohnt es sich, in alten Scheunen oder Gebäuden Spezialkästen für Schleiereulen anzubringen, die jedes Jahr gereinigt werden müssen. 

Zur Bauanleitung

Das macht der NABU

Schleiereulen-Schutz in der Ukraine

Brutplätze für die Schleiereule

Gemeinsam mit unserer BirdLife-Partnerorganisation USPB sorgen wir dafür, dass die Schleiereule in der Ukraine wieder sichere Brutplätze und Lebensräume findet.

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