
Serinus serinus
Girlitz
Ursprünglich nur im Mittelmeergebiet heimisch, hat der Girlitz im 19. Jahrhundert sein Brutgebiet nach Norden ausgedehnt. Dieser Vorstoß gelang vermutlich aufgrund des milderen Klimas, der Ausweitung der traditionellen Landwirtschaft und der größeren Vorstadtbereiche, die dem Girlitz zahlreiche Lebensräume boten. Heute allerdings haben sich die landwirtschaftliche Praxis und die Gartengestaltung grundsätzlich geändert, sodass der Kleinstrukturen liebende Fink immer weniger geeigneten Lebensraum findet.
Gesang
Aufgenommen von Lars Lachmann
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
48.000 – 96.000 Brutpaare
Bestandstrend
- 77 % (abnehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
11-12 cm groß
Besonderheit
Gesicht und Brust leuchtend gelb, singt meist von Baumspitze aus
Reise
Kurzstreckenzieher, zum Teil Standvogel
Funfact
Der Girlitz singt seinen eigenen Namen – gut zu merken, oder? Ansonsten hilft auch der Vergleich mit einer quietschenden Fahrradkette.
Beschreibung
Aussehen
Das auffälligste Merkmal des kleinen Finkenvogels ist das leuchtend gelbe Gefieder an Brust, Bauch, Kopf und Bürzel. Der Mantel ist recht dunkel gefärbt, mit schwarzer Strichelung. Auch die Flanken sind dunkel gestreift, jedoch auf weißem Hintergrund. Im Gegensatz zum Männchen ist das Weibchen etwas matter grün gefärbt.

Verhalten
Der Girlitz ist ein Freibrüter, das heißt, er baut sein napfförmiges Nest frei in dichte Nadelhölzer, Sträucher und Kletterpflanzen. Den Nestbau und die Brut übernimmt das Weibchen, während der Brut wird es jedoch durch das Männchen gefüttert. Dieses macht mit kraftvollen langsamen Flügelschlägen einen schmetterlingsähnlichen Singflug.
Lebensraum
Der Girlitz bewohnt mosaikartig ausgeprägte Landschaften. Er benötigt einen lichten Baum- und Strauchbestand, der sich mit Flächen kurzrasiger Vegetation und offenem Boden abwechselt, am besten in sonnenbeschienenen und windgeschützten Bereichen. Dabei scheut er auch die Nähe menschlicher Siedlungen nicht.
Gefährdung
Er ist nicht gefährdet. Durch die vielfältigen Lebensraumansprüche ist der Girlitz-Bestand allerdings vielerorts abnehmend. Das kommt zum einen durch das schlechtere Nahrungsangebot aufgrund des vermehrten Einsatzes von Agrochemikalien und zum anderen durch die Eintönigkeit der Landwirtschaftsflächen sowie vieler Gärten.
Nahrung
Er ernährt sich überwiegend pflanzlich. Dabei stehen verschiedene Samen, beispielsweise von Hirtentäschel, Löwenzahn und Ampfer sowie Knospen von Sträuchern auf dem Speisezettel.
Stimme/Laute
Der Gesang des Girlitz besteht aus einer Reihe von quietschenden Tönen, die in sehr rascher Folge vorgetragen werden. Ab und zu sind auch trillernde Rufe von ihm zu hören.
Zugverhalten
Girlitze sind Teilzieher. Während einige Vögel in Mitteleuropa in der Nähe ihrer Brutplätze bleiben und den Winter über dort ausharren, fliegt ein anderer Teil der Population in die Überwinterungsgebiete. Das Hauptüberwinterungsgebiet liegt am Mittelmeer und in Westeuropa.
Beobachtungstipps
Obwohl aufgrund seiner Färbung relativ auffällig, ist der kleine Girlitz nicht immer gut zu entdecken, denn das Männchen trägt seinen Reviergesang gerne von hohen Baumspitzen, in Siedlungen auch von Fernsehantennen oder im Singflug vor. Während des Zuges können auch größere Trupps auf brachliegenden und damit oft samenreichen Flächen bei der Nahrungssuche beobachtet werden.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Dem Girlitz kannst du bereits im eigenen Garten helfen, beispielsweise mit lichtem Baumbestand und kurzrasiger Vegetation. Zudem sollten Wildkräuter nicht sofort bekämpft werden, um dem Girlitz die Suche nach Samen zu erleichtern.






